Netflix zeigt in „Tote Mädchen lügen nicht“ das traurige Schicksal einer Teenagerin

13 Gründe warum eine Teenagerin sich das Leben genommen hat. 7 Musikkassetten, auf denen sie ihre Gründe erklärt. Th1rteen R3asons Why oder Tote Mädchen lügen nicht, so heißt die – natürlich 13 Episoden starke – Serien-Romanverfilmung, die es seit dem 31. März 2017 als Netflix Original auf dem Streaming Service zu sehen gibt.

Basierend auf dem Roman von Jay Asher hat sich Brian Yorkey der Adaption angenommen und mit den Regisseuren Tom McCarthy (Oscar-Gewinner für Spotlight), Helen Shaver (hat bei zahlreichen Serien Regie geführt), Kyle Patrick Alvarez (The Stanford Prison Experiment), Gregg Araki (Wie ein weißer Vogel im Schneesturm), Carl Franklin (ebenso für viele Fernsehserien aktiv) und Jessica Yu (Oscar-Gewinnerin für ihren Doku-Kurzfilm Breathing Lessons) die Geschichte um den Selbstmord eines jungen Mädchens erzählt.

In der Serie geht es um Clay Jensen (Dylan Minnette aus Don’t Breathe), dessen Mitschülerin Hannah Baker (Katherine Langford in einem äußerst gelungenen Schauspieldebüt) sich das Leben genommen hat. Ein paar Tage nach dem Vorfall findet Clay ein Paket mit Musikkassetten vor seiner Haustür, auf denen Hannah ausführliche Begründungen für ihre Tat liefert. Auf jeder Seite eines Tapes widmet sich das tote Mädchen einem neuen Grund für ihren Selbstmord. Clay weiß nur soviel, dass er offenbar selbst ein Kapitel zu Hannahs Geschichte beigetragen hat.

Tote Mädchen lügen nicht

Dylan Minnette findet als Clay Jensen 7 Tapes, die vom Selbstmord seiner Mitschülerin Hannah Baker (Katherine Langford) erzählen.

Tote Mädchen lügen nicht ist eine großartige Serie, die Binge-Watch fördernd ist und arg an Filme wie Vielleicht lieber Morgen, Margos Spuren oder Das Schicksal ist ein mieser Verräter erinnert. Das liegt vor allem an den Teen Drama-Aspekten der Story, aber auch an dem Lead-Doppelgespann bestehend aus Minnette und Langford.

Darüber hinaus gesellen sich aber noch eine ganze Reihe weiterer Figuren in die Geschichte hinein. Mehr Schulkollegen (von Freunden kann nicht die Rede sein) sowie Eltern und Lehrer. Hierdurch bekommt die Serie gleich noch den Vibe von Pretty Little Liars oder Gossip Girl verpasst.

Man stelle sich diese Geschichte mit dem Fokus auf zwei Hauptdarstellern, dann aber doch noch mit weitaus mehr Figuren und insgesamt 13 Selbstmord-Gründen als Film vor. Es wäre eine komprimiert-zusammengestauchte Geschichte geworden, die kaum so mitgerissen hätte, wie sie es im Serienformat tut.

Immer mehr tauchen wir in die Abgründe ein, die Hannah zu ihrer Tat schon fast gedrängt haben. Immer mehr schütteln wir mit dem Kopf, was dort unter den Teenagern vor sich geht. Dabei soll es aber nicht bleiben. Vor allem dem Schul-Counselor, der wie die Kids ebenso mit den Bekenntnissen des Mädchens konfrontiert wird, möchte man vor lauter Unglauben über dessen Umgang mit all den Problemen gerne die Faust ins Gesicht rammen.

Die Serie entwickelt vor allem zum Ende hin eine äußerst starke “Do the right thing”-Message, hält aber auch allerhand wundervoller Zitate bereit, die als Lebensmotto, Merksätze oder ähnliches notiert und abgespeichert werden könnten. “It seems like nothing but it hurts” für jede noch so kleine Sache, die das Leben einer unsicheren Teenagerin verändert. “Everything affects everything” für jede weitere kleine Sache, die natürlich immer auch Auswirkungen nach sich zieht.

Netflix zeigt in „Tote Mädchen lügen nicht“ das traurige Schicksal einer Teenagerin

Tote Mädchen lügen nicht

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Dylan Minnette und Katherine Langford in „Tote Mädchen lügen nicht“

Tote Mädchen lügen nicht hat für all diese Momente eine gute Erzählform gefunden, die beide Darsteller in den Fokus holt, obwohl sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten agieren. Wir sehen also Hannah, wie sie all die Dinge erlebt, die zu ihrem Selbstmord führen, wechseln dann aber immer wieder den Blickwinkel zu Clay, wie er die Kassetten anhört und die Stimme von Hannah dabei für uns aus dem Off ertönt.

Besonders stark sind die Momente, in denen die Zeitpunkte verschmelzen. Wenn Clay dasteht, Ereignisse in seiner Vorstellung rekonstruiert und auf einmal Hannah und er gemeinsam und doch getrennt in der Szenerie auftauchen. Hier verschmelzen die Schicksale zweier Teenager, nicht nur auf der Bildebene, sondern eben auch sinnbildlich innerhalb der Story.

Am Ende sind wir enttäuscht vom menschlichen Verhalten, wir fühlen Wut und Ärger über alle Beteiligten – mal mehr und mal weniger. Wir fühlen uns auch ein wenig Unwohl, weil wir nicht wissen, ob wir nicht auch einmal in derselben Lage waren, wie einer dieser Teenies, die hier zur Verantwortung gezogen werden.

Katherine Langford zieht uns derweil als Hannah voll in ihre Geschichte hinein, so wie sie auch Dylan Minettes Clay für sich beansprucht. Sie lässt uns ihren Schmerz fühlen, Mitleid empfinden, sie lässt in uns den Wunsch aufkommen, die Augen im Alltag doch etwas weiter zu öffnen. Und damit stellt Tote Mädchen lügen nicht einge ganze Menge mit uns an, was einem Film in dieser Form nicht gelungen wäre.


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