Kurze Haare bei Frauen – unweiblich oder nicht?

Kurze Haare Frauen unweiblich oder nicht?Kurze Haare Frauen unweiblich oder nicht?Kurze Haare Frauen unweiblich oder nicht?Kurze Haare Frauen unweiblich oder nicht?Kurze Haare Frauen unweiblich oder nicht? ( 1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Gerade habe ich mal wieder hier einen albernen Artikel auf Spiegel-Online gefunden, den ich nicht ganz unkommentiert stehen lassen kann. Es geht um Frauen mit kurzen Haaren. Offiziell wird da versucht, zu erklären, was kurze Haare in unserer Gesellschaft zu bedeuten haben - nämlich angeblich nichts als eine persönliche Auswahl eines Haarschnitts. In Wirklichkeit versucht die Autorin ihre Kurzhaarfrisur zu rechtfertigen, obwohl damit sie sehr oft auf Ablehnung trifft. Was ist da los? Und was bedeuten kurze Haare denn wirklich in Sachen Männer und Frauen?

Fangen wir mal mit dem Offensichtlichen an: Kurze Haare sind bei Frauen kein Problem. Frauen haben das Recht ihre Haare so zu tragen wie sie wollen. Kurze Haare sehen manchmal richtig gut aus und machen eine Frau nicht notwendigerweise unweiblicher, unattraktiver, lesbisch oder sonstwas. Aber:

Wie ich schon mehrfach beschrieben habe, sind Haare ein Attraktivitätsmerkmal bei Frauen. Sie sind Indikator für Gesundheit beim Menschen. Kürzt sich eine Frau also die Haare, dann nimmt sie sich die Möglichkeit, Attraktivität zu signalisieren, ganz enorm. Im Idealfall macht dies aber nichts, denn schließlich sind schöne Haare nicht das einzige Attraktivitätsmerkmal bei Frauen. Stellen Sie sich einfach eine Frau vor, die auf allen Ebenen der (physischen) Attraktivität punktet: Sie ist fit und gesund, hat einen symmetrischen Körper und Gesicht, hat glatte, fehlerfreie Haut, die richtige Körperhaltung, kein Übergewicht usw. und sie unterstreicht all dies mit perfekter Kleidung, Styling und genau richtig viel Makeup. Hier ist es völlig egal, wie lang die Haare sind. So eine Frau könnte sogar eine Mülltüte auf dem Kopf tragen und wäre noch für die meisten Menschen attraktiv.

Dann stellen wir uns Sabine vor. Sabine hat ein bisschen Übergewicht, lässt aus Gewohnheit und Mangel an Sport die Schultern hängen, benutzt kein Makeup und kleidet sich gerne praktisch und billig. Wenn wir uns jetzt überlegen, welche Haarlänge (und da nehmen wir mal an, dass Sabine sich die Haare täglich wäscht) Sabine wählen sollte, um attraktiver zu wirken, dann ist die Antwort ganz klar: Lange Haare.

Natürlich bleibt es Sabine selbst überlassen, ob sie nun attraktiv wirken will oder nicht. Und damit hat auch die Autorin des Artikels völlig Recht: Eigentlich (!) sollte (!) das ja kein Problem sein - schließlich leben wir ja in einer modernen Gesellschaft, in der diese Dinge nicht mehr wichtig sind, nicht wahr? Falsch! Denn hier treffen wir wieder auf das alte Problem mit „eigentlich" und „sollte": Die Realität IST einfach anders. Stellen wir uns mal Peter vor, der immer mit einer halben Melone auf dem Kopf herumläuft, die er sich mit einem Damenstrumpf dort festgemacht hat. Er DARF das natürlich tun. Es gibt keine Gesetze dagegen. Damit belästigt er niemanden (weil die Melone in unserem Fall weder tropft noch stinkt) oder macht irgendwelchen Ärger damit. Eigentlich (!) sollte (!) die Melone ja kein Problem sein. Ist sie aber, denn sie verstößt gegen eine ganze Reihe von Regeln in unserer Gesellschaft, die sich darum drehen was wir auf unserem Kopf tragen dürfen und wie das auszusehen hat. Peters Eltern, Freunde und Bekannte werden sich um ihn Sorgen machen und versuchen ihn dazu zu bewegen, die Melone nicht mehr auf dem Kopf zu tragen - lieber in einer Plastiktüte oder noch besser: gar nicht. In seiner Firma tuschelt man schon länger über ihn und es gab sogar schon ein Meeting, in dem man sich überlegte, wie man dieses „Problem" angehen sollte. Kinder lachen Peter überall aus. Stellen wir uns mal zusätzlich vor, es wäre bekannt, dass Menschen mit Melonen auf dem Kopf vor allem in der Schwulenszene schon seit Jahren beliebt sind, weil sich das irgendwie als Zeichen für Schwulsein, bzw. Identität dieser Gruppe usw. herausgebildet hat.

Wenn Peter jetzt einen Artikel bei Spiegel-Online darüber schreibt, dass es doch total komisch ist, wenn man heutzutage, wo die Menschheit ja (eigentlich!) so offen und tolerant ist, noch für eine Melone auf dem Kopf schief angesehen wird, Leute über einen lachen und komische Kommentare abgeben, und er mindestens zweimal am Tag von Männern angebaggert wird, dann denkt sich niemand: „Das stimmt aber! Den dürfen wir auf keinen Fall für seine Melone kritisieren! Melon Power!!!!"

Das gleiche gilt für Haare (oder andere optische Signale, die wir an unsere Umwelt senden): Wir sind Teil einer Gesellschaft. Dort zeigen wir durch unsere Kleidung und unser Verhalten, dass wir dazu gehören oder eben nicht. Wenn wir aus Faulheit, Freiheitsstreben, Kreativität usw. darauf verzichten, uns der Gesellschaft anzupassen, dann wird die Gesellschaft darauf reagieren: Meistens eben mit Ausgrenzung, Lachen, Ablehnung usw. Die meisten Dinge wie Kleidung, Frisur, Stil usw. dienen zu mehr als nur dem reinen Zweck. Sie geben Auskunft über uns. Wir nutzen sie (bewusst und unbewusst) zur Kommunikation. Daher ist eine kurze Frauenfrisur einfach viel mehr als nur eine praktische Angelegenheit. Unsere Autorin hat ja gelernt, was genau kurze Haare für die Gesellschaft bedeuten: „Könnte lesbisch sein", „ist weniger attraktiv", „gibt sich keine Mühe mit dem Aussehen", „ist faul", „ist unweiblich", „sieht frech aus" usw.

Daher ist das Resümee der Autorin eben auch völlig falsch: „Wenn kurze Haare überhaupt für irgendetwas stehen, dann für die Entscheidung eines Individuums, sein Äußeres nach dem eigenen Willen zu gestalten." Richtig wäre das, wenn „das Individuum" wirklich so frei ist, wie die Autorin das gerne hätte. Ist es aber nicht.

Hier also mein Vorschlag für einen sachlich richtigen, zu dem Artikel passenden, Schlusssatz: „Ich habe leider nicht die Zeit und Lust gehabt, Recherchen über Gesellschaft, Kultur und die Wirkung von Kleidung und Aussehen auf andere Menschen anzustellen. Daher berichte ich mal von meinen eigenen Erfahrungen: Weil ich mir heute früh die Haare gewaschen habe, musste ich mich ein bisschen ärgern, weil mich keiner wirklich attraktiv findet - nur die Lesbe von nebenan. Ich habe aber keine Lust, meine Haare lang zu tragen - das macht doch nur Arbeit und ich mache das schon immer so. Daher bleibe ich weiter bei meinem Haarschnitt, obwohl ich seitdem ich dreizehn bin, konstant von der Gesellschaft darauf hingewiesen wurde, dass dies keine sonderlich kluge Strategie in Sachen Attraktivität ist. Dabei wäre es doch toll, wenn die Realität anders wäre: Wenn kurze Haare überhaupt für irgendetwas stehen sollten, dann für die Entscheidung eines Individuums, sein Äußeres nach dem eigenen Willen zu gestalten. Shit! Tun sie aber leider nicht."

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