Die eigene Macht, die eigene Hilflosigkeit

Ich mag meine eigene Mächtigkeit als Erwachsener. Dass ich in meinem Rahmen das tun kann, was ich für Wichtig halte. Und das unterlasse, wovon ich nicht überzeugt sind. Das ist einer der großen Unterschiede zum eigenen Erleben als Kind – da waren wir von anderen abhängig. Heute sind wir von niemandem mehr abhängig, wenn wir bereit sind, die Konsequenzen unserer Freiheit und der daraus resultierenden Entscheidung zu tragen. Dann sind wir mächtig, handlungsmächtig im positiven Sinn. Und dennoch haben wir unser Leben nicht vollständig in der Hand, “Unser Leben ist keine Excel-Zelle” hat das einer meiner Lehrer genannt. Auch als Erwachsene sind wir hilflos, manchmal ganz hilflos. Vor ein paar Monaten war mein Hund schwer krank und wir hatten ihn schon verabschiedet. Ende der Mächtigkeit. Und dennoch hat er sich mit unserer Unterstützung wieder ins Leben zurück gekämpft – Handlungsmächtigkeit. So nah können beide Punkte beieinander liegen.

Hilflosigkeit macht Angst oder kann uns stärken

Und ja, diese Hilflosigkeit kann große Angst machen, wenn wir es zulassen, wieder an die hilflosen Momente in unseren Kindertagen anzuknüpfen. Sie kann aber auch stark machen, wenn wir es akzeptieren, dass es – wie bei allem – immer zwei Seiten gibt: Hilflosigkeit und Mächtigkeit. Und das kann sehr entspannen. Nicht mehr alles können zu müssen, sondern manchmal auch ganz hilflos zu sein, bei aller Vorsicht, die ich walten lasse. Da bin ich eher im Buddhismus “Es ist, was ist” und entspanne mich in den gegenwärtigen Moment. Lass Ruhe einkehren, sortiere mich, spüre meine Füße auf dem Boden, der mich trägt – egal in welchem Moment.

Und kann mich dann – Handlungsmacht – entscheiden, wohin ich auch in hilflosen Momenten auf diesem festen Boden den nächsten Schritt machen möchte. Also nicht stur und blind weiter rennen, sondern stehen bleiben, sortieren, Boden spüren und dann erst weiter gehen. Meine Erfahrung: Die Angst und die gespürte Hilflosigkeit wird dann kleiner, je mehr ich den Boden unter meinen Füßen spüre. Das gibt Kraft, Lebenskraft. Und da, wo ich mich kräftig spüre und erlebe, da wächst auch wieder meine Handlungsmacht. Für die nächsten Schritte, die zu gehen sind.


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