Buchempfehlung #3 | Im Land des Laufens – Meine Zeit in Kenia

Im dritten Teil der Rubrik Buchempfehlung möchte ich Dir „Im Land des Laufens – Meine Zeit in Kenia“ von Adfaranand Finn vorstellen. Eine spannende Reise mitten hinein in den kenianischen Läuferkosmos.

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„Laufen ist Freiheit, es ist eine Art, sich auszudrücken, ein Freisetzen einer Lebenskraft, die in uns steckt.“ – Bruce Tulloh

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Berlin, Boston, Chicago, London, New York, Tokio, WM Peking– Die 6 größten Marathons der Welt einschließlich der Weltmeisterschaft in Peking sind seit vielen Jahren der Schauplatz von vor allem einer Läufernation: Der Kenianer! Ein Blick in die Statistiken der letzten 5 Jahre ist beeindruckend. 9 der 14 möglichen Siege, immer 5 bis 8 Top 5 Platzierungen und auch 2015 waren bis auf Ausnahme in Peking immer vier oder mehr Kenianer unter den fünf schnellsten Läufern. Außerdem gehören sage und schreibe 27 der 50 schnellsten jemals gelaufenen Marathonzeiten Kenianern. Bei dieser Dominanz wundert es wohl keinen mehr, dass die letzten 3 Weltrekorde ebenfalls kenianischen Wurzeln entsprungen sind. Jedoch fragt man sich kaum, wer diese Menschen eigentlich sind, was sie antreibt und vor allem: Warum sind sie dermaßen stark im Laufen? Eine interessante Frage, die nicht nur Profiathleten wie Jan Fitschen in seinem Buch „Wunderläufer“ beschäftigt, sondern ebenso Sportjournalisten und Wissenschaftler fasziniert.

Der britische Journalist und passionierte Freizeitläufer Adharanand Finn stellte sich ebenfalls die Frage und beschloss 2012 für mehrere Monate nach Kenia zu reisen, um sich selbst auf die Suche nach dem Erfolgsrezept einer Nation zu begeben.

Existiert DAS Geheimnis um die kenianische Laufdominanz wirklich?

Abseits der großen Lauferfolge, den zahllosen Weltrekorden der letzten Jahrzehnte sowie der Dominanz kenianischer Läufer, ist es vor allem ein kleines Dörfchen, was das große Ganze zu einem kleinen Ausgangspunkt zurückbringt: Iten – das Läufereldorado Kenias und zugleich Schmiede zahlloser junger Läufer, die den Traum haben, einmal ihren großen Vorbildern wie Wilson Boit Kipketer oder Wilson Kipsang nachzueifern. Der Traum durch das Laufen ein besseres Leben zu haben. Gepackt von Neugier und voller Motivation wollte A. Finn diesem ominösen Geheimnis auf den Grund zu gehen. Dabei besuchte er viele Läufercamps, lernte Profiathleten und sogar neue Freunde kennen. Um noch tiefer in diesen Läuferkosmos einzutauchen, trainierte er wochenlang zusammen mit den Kenianern und lief selbst einen Marathon. Mit der Zeit offenbarte sich ihm mehr und mehr, dass es DAS eine Geheimnis nicht geben kann. Vielmehr ist es eine Symbiose vieler Aspekte, die zum Erfolg kenianischer Athleten führen. Welche das wohl sind…?

Das tiefe Bedürfnis zu laufen

In keinem anderen Land auf der Welt lässt sich wohl eine derartige Begeisterung für das Laufen finden. In Kenia gibt es tausende Läufer, die täglich in den zahlreichen Laufcamps wie in Iten, Eldoret oder Karbanat trainieren, um irgendwann einmal vielleicht ihren großen Traum verwirklichen zu können. Für diesen Traum trainieren sie jeden Tag sehr hart. Auf Aschebahnen in über 2000 Meter Höhe – die meisten Städte in Kenia liegen 2000m über dem Meeresspiegel – laufen sie Runde um Runde. Sie leben 365 Tage für ihren Traum. Ihre Motivation ist gleichzeitig ihre stärkste Charaktereigenschaft – der Siegeswillen.

A. Finn beschreibt es so: Auf die Frage hin: „Bist du in der Lage das Rennen zu gewinnen?“, würde ein Kenianer immer mit einem knappem „Ja“ antworten. Nicht aus Arroganz. Vielmehr ist es eine Art Glaubenshaltung, die zwar recht naiv sein mag, jedoch dafür sorgt, dass ein Kenianer nie aufgeben wird. Sei der körperliche oder mentale Schmerz noch so groß.

Fazit

„Im Land des Laufens – Meine Zeit in Kenia liest sich trotz seiner 320 Seiten flott durch, insbesondere weil A. Finn eine packende Geschichte skizziert, die das bunte Treiben des kenianischen Läuferkosmos in all seinen Facetten zeigt. Seine Reise spickt er mit vielen Begegnungen, Erinnerungsschnipseln und Dialogen. Dadurch erfährt man nach und nach, was diese Symbiose an vielen kleinen Rädchen sein mag, die Kenianer so stark im Laufen macht. Fernab der Klischees von Safaris, wilden Löwen und korrupten Politikern gelingt Finn ein vielschichtiges und originelles Porträt eines laufbegeisterten Landes. 

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„Im Land des Laufens – Meine Zeit in Kenia“


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