Zombie Horror #3 | BRAINDEAD (1992) von Peter Jackson

Herr der Ringe-Regisseur Peter Jackson scheint schon immer ein großer Fan des King Kong-Mythos gewesen zu sein. In 2005 durfte er seiner Leidenschaft beigeben, die sagenumwobene Skull Island besuchen und den Monster-Affen in die Zivilisation entführen. Für Jackson war es aber nicht der erste Besuch einer Skull Island, denn auch seine 1992er Zombie-Persiflage Braindead startet auf dieser Insel, von der ein Rattenaffe ins neuseeländische Wellington des Jahres 1957 gebracht wird.

Dort lebt Lionel Cosgrove (Timothy Balme) gemeinsam mit seiner kontrollsüchtigen Mutter Vera (Elizabeth Moody) in einem alten, viktorianisch angehauchten Anwesen. Sehr zum Ärger seiner Mutter, verliebt sich ihr Sohn in die Spanierin Paquita (Diana Peñalver). Als das Pärchen den Zoo besucht, werden sie heimlich von Lionels Mutter verfolgt, die hier von dem eingesperrten Rattenaffen gebissen wird.

In den folgenden Tagen scheint Vera geradezu auseinander zu fallen – bis sie bei einem gemeinsamen Mittag mit Freunden gar ihr eigenes Ohr verzehrt. Irgendwann stirbt sie, nur um wenig später als Zombie wieder aufzuerstehen und noch mehr Menschen mit in das Leben nach dem Tod zu reißen.

Zombie Horror #3 | BRAINDEAD (1992) von Peter Jackson

Braindead

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Der Rattenaffe von der Skull Island

Und natürlich muss sich Lionel auf einmal gegen seine Mutter und ihre Zombie-Brut stellen. Eine pure Elternhaus-Abnabelungsgeschichte für den Milchbubi-Helden dieser Geschichte, der so ganz und gar nicht im Sinne der übrigen 1990er Jahre Helden steht: hier dominierten Arnold Schwarzenegger in Terminator 2 oder True Lies, Sylvester Stallone in Demolition Man, Bruce Willis in Stirb Langsam 2 – coole Draufgänger-Typen, die sich mit coolen Sprüchen gegen das Böse stellten.

Nicht so bei Peter Jackson, der hier schon ein Herz für Nerds beweist, auch wenn dieser sich in der großartigsten aller Szene des Films mit einem Rasenmäher durch Horden von Untoten kämpft und dabei Fontänen von Blut über sich ergehen lassen muss, wie kaum ein anderer Held der 90er Jahre.

Am ehesten kann sich Timothy Balme mit Bruce Campbells Tanz der Teufel-Protagonist Ash vergleichen. Das Rasenmäher-Massaker erinnert stark an Ashs Kettensägen-Arm, der mit ebensolcher Zerstörungswut durch Untote-Körper fährt. Zugleich dürfte Braindead der Film sein, der sich am ehesten nach einem Tanz der Teufel 4 anfühlt, wenn wir uns einen häuslich gewordenen Ash anstelle von Lionel vorstellen möchten – oder aber einem Zombie-Film, den George A. Romero vermutlich nur zu gerne selbst gedreht hätte um ihn in seiner Dead-Reihe willkommen zu heißen.

Zombie Horror #3 | BRAINDEAD (1992) von Peter Jackson

Braindead

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Lionel (Timothy Balme) darf sich richtig mit Blut besudeln.

Das wird vor allem durch den abstrusen Sinn für Humor sichtbar. Wenn Lionel versucht, seiner Mutter einen abgefallenen Hautfetzen mit Kleber wieder anzusetzen, mischen sich Witz und Widerwärtigkeit miteinander. Oder aber wenn seine Mutter Paquitas Hund verspeist und die Spanierin ihrem Lover vorwirft: “Deine Mutter hat meinen Hund gegessen”, während Lionel nur “Nicht alles von ihm” erwidert und dessen Gerippe in den Händen hält. Der neuseeländische Witz ist hier sehr nahe am schwarzen Humor der Briten.

Wenn dann auch noch ein Priester im Namen des Lords die Hintern von ein paar Zombie-Halbstarken im schlimmsten Grease-Look mit Karate-Kicks bearbeitet, ist der Trash-Faktor ganz weit oben angekommen.

Wir dürfen bei Braindead niemals vergessen, dass es eigentlich kein guter Film ist. Die Kamera ist furchtbar anstrengend, die Schnitte sind holprig und das Schauspiel wirkt wie in einer spanischen Soap Opera. Es ist der Charme der Geschichte, der Figuren und Peter Jacksons Regie, die aus Braindead trotz allem so wunderbar abgedrehte Unterhaltung machen.


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