Wonne aus der Tonne: Revenge

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Wonne aus der Tonne: Revenge

Liebe Fangemeinde des merkwürdigen Films, in letzter Zeit kamen in dieser wunderbaren Kolumne des andersartigen Filmvergnügens immer öfter zeitgenössische Filme vor. Und gerne mal auch aus Frankreich. Daran wollen wir heute nix ändern. Daher gibt es heute einen (beinahe) brandaktuellen Film aus Frankreich. Und wie machen die Franzosen ihre Steaks am liebsten? Richtig – Blutig!

Revenge

OT: Revenge, Frankreich, 2017, Regie und Drehbuch: Coralie Fargeat, Mit: Matilda Lutz, Kevin Janssens, Vincent Colombe, u.a.

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Jen (Matilda Lutz) hat eine Affäre mit dem französischen Jungmillionär Richard (Kevin Janssens). Die Beiden verbringen ein Wochenende in dessen abgelegenen Domizil mitten in der Wüste. Dazu stoßen Richards Freunde Stan und Dimitri, unerwarteter Weise für Jen. Die drei Männer planen für den nächsten Tag auf die Jagd zu gehen. Am nächsten Morgen, während Richard unterwegs ist, macht sich sein Kumpel Stan an Jen ran. Diese weist ihn zunächst ab, wird dann schließlich von dem Unsympathler vergewaltigt. Dimitri bekommt dies mit, verschließt aber die Augen davor. Als Richard zurückkehrt kommt es zur Eskalation, die darin mündet, dass die Kerle Jen über eine Klippe werfen und sie für tot halten. Als sie die Leiche in der Wüste verscharren wollen, stellen sie fest, dass Jen nicht mehr da ist. Von nun an wird von der entfesselten Jen Jagd auf die bösen Buben gemacht.

Revenge von Regisseurin/Autorin Coralie Fargeat ist ein hyperstilisiertes Rape-and-Revenge-Movie in Videoclipästhetik. Die Farben erstrahlen in voller Pracht und der Film ist wirklich zu jeder Sekunde eine echte Augenweide. Klar, dass in so einem Fall die Story nicht wirklich mithalten kann. So muss man doch allerlei unglaubliche Logikfehler in Kauf nehmen. Sowie eine Hauptfigur, die mehr aushält und einsteckt als Rambo in seiner gesamten Quadrologie. Spätestens ab dem Moment, in dem sich Jen eine offene Wunde mit einer glühenden Bierdose verschweißt, wird jedoch augenscheinlich, dass sich dieser Streifen wohl auch nicht allzu sehr ernst nimmt.

Die Rache, die Jen dann an ihren Peinigern vollzieht ist zwar durchaus blutig geraten, jedoch auch recht straight und fantasielos. Und hier haben wir dann auch gleich das Dilemma des Films. „Echten“ Rape-and-Revenge-Fans wird das bunte Treiben zu poppig und artifiziell sein; dafür von den Kills zu brav und zu wenig sadistisch-genussvoll zelebriert. Dem „normalen“ Publikum wird der Streifen allerdings schlichtweg zu brutal sein, und mit zu vielen Logikfehlern versehen. Bleiben also Trash-Fans mit Liebe zur Hochglanzoptik und comichaft-überzeichneter Gewalt. Für jene kann der Film dafür zum Volltreffer geraten, denn Spaß macht er allemal.

Darstellerisch gibt es gar nichts rumzumäkeln. Vom Handwerk ist dieser Debütfilm ohnehin schlicht atemberaubend – und mal wieder eine Lehrstunde für angehende Filmemacher, wie man aus einem überschaubaren Budget das Meiste rausholt. 4 Darstellende, 1 Location, ein gutes Make-Up-Team und tonnenweise Kunstblut. Mehr braucht es nicht für diesen vergnüglichen Kunst-Trash-Action-Thriller. Bitte trotzdem Obacht: Auch wenn der Film etwas anderes behauptet – Peyote macht euch nicht unsterblich!

Also: Seid lieber nett zueinander und bleibt seltsam.

Wonne aus der Tonne: Revenge

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Autor

Benedict Thill

Schon als Kind sah er sich am liebsten heimlich Horrorfilme an und hat seitdem einen Schaden weg. Wenn er nicht gerade Schundfilme schaut, schreibt er Theaterstücke für Kinder und Jugendliche, die dann auch regelmäßig aufgeführt werden. Kein Scherz.


 

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