Wirklichkeit 3

Gute_Sicht

Melvin ist mein Informant. Seit ich newslos lebe, ist er für mich die Verbindung zur Wirklichkeit 2. Wirklichkeit 1 ist mein eigenes Leben.

„Die Deutschen haben gerade herausgefunden, dass sie nicht ein souveräner Staat sind, sondern immer noch ein besetztes Land in dem die Besatzer das Sagen haben“, sagte er, als wir am Waldrand auf seiner Lieblingsbank sassen.

„Wie denn? Wie konnten sie das nur vergessen angesichts der fremden Militärbasen im Land?“

„Es ist durchgesickert, dass sie für die Amerikaner Partner 3. Klasse und ein potentielles Angriffsziel sind.“

Ich wunderte mich und fragte mich insgeheim, in welche Klasse die Schweiz gehörte. Vermutlich Klasse 6, unbedeutender Kleinstaat mit NSA und CIA Basis. Angriffsziel Wirtschaft und Banken, Armee vernachlässigbar. Schwierige Sprachverhältnisse für den Abhorch.

„Lebten sie vielleicht in dem Glauben, es gäbe zwischen Staaten so etwas wie Freundschaft? Und dachten sie wirklich, die USA würden sich nicht für das Know-how ihrer Wirtschaft interessieren? Oder glauben die vielleicht gar, es gehe um den War on Terror?“, fragte ich meinen Freund Melvin und nahm einen Zug aus seinem Joint, den er mir gereicht hatte. „Der Hanf wurde übrigens auch wegen den Amis verboten“, fügte ich hinzu. „Als die aufkommende Kunststoffindustrie die Hanfseile bodigen wollte.“

Doch Melvin ging nicht darauf ein und sagte:

„Nicht die Banken oder der militärisch-industrielle Komplex haben in den USA die Macht, auch nicht die Bilderberger, es sind die Geheimdienste. Obama ist lediglich eine Marionette.“

„Steht das jetzt in den Zeitungen?“

„Natürlich nicht, das ist eine sogenannte Verschwörungstheorie. Ein Begriff der seit 9/11 im Trend ist – von den Spin-Doktoren in Umlauf gesetzt.“

„Und wie denkst du, haben sie den Obama im Griff?“

Melvin grinste.

„Vermutlich kennen sie seinen richtigen Geburtsort.“

„Wissen ist Macht“, sinnierte ich. „Eine Macht die stärker ist als jede militärische.“

„Ja, wer alles weiss, beherrscht die Welt.“

„Man rennt nie allein um den Spitzenplatz“, entgegnete ich, „man hat dabei immer Konkurrenten auf den Fersen.“

Melvins Grinsen wurde noch breiter.

„Darum gibt es auch mehrere Geheimdienste. Teile und herrsche ist ein uraltes Prinzip.“

„Du denkst, da gibt es noch jemand im Hintergrund, der die Fäden zieht?“

„Ja, die Fäden der Welt. Denk scharf nach, ich bin sicher du entdeckst die Wahrheit!“

„Vielleicht Aliens aus einem anderen Sternensystem?“, sagte ich zum Spass.

„Bingo. Aber die Aliens kommen nicht aus einem anderen Sternensystem.“

Aha, dachte ich. Jetzt sind wir bei Wirklichkeit 3.

Der Traumperlentaucher