"Wirf Dein Herz über die Schnur und trau Dir etwas zu!"


Quelle: Astrid Müller


Meine heutige Morgennotiz

Ihr Lieben,

heute Morgen möchte ich Euch die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:
„Vom Mut, eine Probe zu wagen“

„Ein König stellte für einen wichtigen Posten den Hofstaat auf die Probe.
Kräftige und weise Männer umstanden ihn in großer Menge.
„Ihr weisen Männer“, sprach der König, „ich habe ein Problem, und möchte sehen, wer von euch in der Lage ist, dieses Problem zu lösen.“
Er führte die Anwesenden zu einem riesengroßen Türschloss, so groß, wie es noch keiner je gesehen hatte. Der König erklärte: „Hier seht ihr das größte und schwerste Schloss, das es in meinem Reich je gab. Wer von euch ist in der Lage, das Schloss zu öffnen?“

Ein Teil der Höflinge schüttelte nur verneinend den Kopf. Einige, die zu den Weisen zählten, schauten sich das Schloss näher an, gaben aber zu, sie könnten es nicht schaffen. Als die Weisen dies gesagt hatten, war sich auch der Rest des Hofstaats einig, dieses Problem sei zu schwer, als dass sie es lösen könnten.
Nur ein kluger Bauer aus dem Volk wagte sich an das Schloss heran. Er untersuchte es mit Blicken und Fingern, versuchte es auf die verschiedensten Weisen zu bewegen und zog schließlich mit einem kräftigen Ruck daran. Und siehe da, das Schloss öffnete sich.
Das Schloss war nur angelehnt gewesen, nicht ganz zugeschnappt, und es bedurfte nichts weiter als den Mut und die Bereitschaft, dies zu begreifen und beherzt zu handeln.
Der König sprach: „Du wirst die Stelle am Hof erhalten, denn du verlässt dich nicht nur auf das, was du siehst oder was du hörst, sondern setzt selber deine eigenen Kräfte ein und wagst eine Probe.“


Ihr Lieben,

Ich möchte nur drei Dinge nennen, die für uns heute ganz selbstverständlich geworden sind:
Das Licht, das Telefon und der Computer.

Quelle: n24.de

Quelle: Siemens-Pressefoto

Das Interessante ist, dass die Erfinder dieser drei für uns fast schon unentbehrlichen Geräte zu Anfang, als sie ihre Vision äußerten, ausgelacht, angefeindet und fast für verrückt erklärt worden sind.
Man stelle sich einmal die Folgen vor, wenn die Erfinder dieser drei Geräte sich hätten entmutigen lassen, wenn sie es nicht gewagt, hätten, gegen allein Anschein ihre Vision zu verfolgen, wenn sie nicht an ihren Traum geglaubt hätten:

Wir säßen noch heute bei Kerzenschein und Petroleum in unseren Häusern mit einem Ofen in jedem Zimmer (denn für eine Heizung gleich welcher Art braucht man auch Strom), wir könnten nicht miteinander telefonieren und von Facebook wüsste niemand etwas und ich hätte nicht die Möglichkeit, meine Geschichten hier auf dem ESELSKIND-Blog zu erzählen.

Quelle: chip.de

Wenn wir etwas erreichen wollen, dann brauchen wir Mut und die Bereitschaft, es auch zu wagen, was wir vorhaben.
Warum fehlt uns aber oft die Bereitschaft und der Mut, etwas zu wagen,
ein Risiko einzugehen:
Wir haben Angst vor der Reaktion der anderen Menschen, wir haben Angst davor, was sie sagen werden, wir haben Angst davor, und zu blamieren, entmutigt zu werden, ausgelacht zu werden, für verrückt erklärt zu werden und das würde uns weh tun und deshalb wagen wir viele Dinge nicht.

Aber, Ihr Lieben, die Menschen, die uns entmutigen, sind in der Regel selbst Menschen, die sich wenig zutrauen, die selbst nicht an ihren eigenen Erfolg glauben und die selbst von Zweifeln geplagt sind.
Sie können und dürfen daher für uns kein Vorbild sein.

Außerdem ist es bei vielen Wagnissen so wie in unserer Geschichte:
Wir müssen uns nicht für eine lange Zeit verpflichten, sondern unser Mut zahlt sich oft sofort aus. Wie bei dem Bauern, der den Mut aufbrachte, sich vor dem Hofstaat zu blamieren und es wagte, das Schloss zu öffnen.
Das Geheimnis beim Muthaben, bei der Bereitschaft, etwas zu wagen, ist dieses:

Natürlich kann es geschehen, dass uns etwas nicht gelingt, dass wir etwas nicht schaffen und dann kann es auch sein, dass wir uns in den Augen der Welt, unserer „lieben“ Mitmenschen blamieren, aber wenn wir den Mut haben und die Bereitschaft zeigen, etwas zu wagen, dann können wir Großartiges erreichen.
Das bedeutet, beim Muthaben und der Bereitschaft, etwas zu wagen, ist das Risiko, zu versagen, klein, die Chance aber, viel zu gewinnen, sehr groß.
Denkt bitte noch einmal an die oben genannten Geräte.

Auch wenn ich es schon einmal erzählt habe, so möchte ich es als Beispiel hier noch einmal erwähnen:

1987 trainierte ich in meinem damaligen Wohnort Göttingen neben meiner Tätigkeit als Dozent an der Universität Göttingen in meiner Freizeit Handballjugendliche. Damals hatte ich eine sehr gute B-Jugend, mit der ich in der höchsten Jugendspielklasse, der Oberliga, spielte.

Meine Spieler waren sehr engagiert und ihr größter Traum war es, einmal gegen die besten Jugendmannschaften der Welt zu spielen, die damals in Moskau und Leningrad (dem heutigen St. Petersburg) beheimatet waren.

Eigentlich war dies ein völlig unrealistisches Ziel!

Nun hatte ich als Trainer dieses Oberligamannschaft zwei Mal in der Woche die Pflicht, mit der Sportredaktion der örtlichen Zeitung zu sprechen und zwar jeweils vor und nach einem Spiel meiner Mannschaft.

Ich wollte damals meinen Spielern beweisen, was man alles erreichen kann, wenn man nur ganz fest genug an sein Ziel glaubt und so schrieb ich einen Brief auf Deutsch (!) an Herrn Michael Gorbatschow und teilte ihm mit, dass es keinen Zweck habe, mich wegen einer Sportreise in die Sowjetunion an unsere oder seine Behörden zu wenden, denn bis dann endlich eine Entscheidung  gefallen sei, ob meine Mannschaft nach Moskau und Leningrad reisen dürfe, wären meine Spieler längst Opas.

 

Quelle: badische-zeitung.de


Der Presse erzählte ich von meinem Brief und schon am nächsten Tag stand dies im Sportteil der Zeitung. Ganz Göttingen lachte über mich und viele, die mich kannten, tippten sich vielsagend an die Stirn, wenn sie mich in der Stadt trafen.

Nach etwa vier Wochen bekam ich einen dicken Brief aus Moskau -

Nein, es war kein Brief von Michael Gorbatschow, aber es war eine offizielle Einladung des Sportministeriums der UDSSR für meine Mannschaft für 10 Tage nach Moskau und Leningrad.
Das führte dazu, dass ich das erste und einzige Mal auf die erste Seite einer Zeitung geriet:

"Nach Brief an Gorbatschow Reise in die Sowjetunion" titelte das Göttinger Tageblatt.
Nun war ich derjenige, der lachte und alle Anderen staunten nur noch."
Ihr Lieben, um diese große Ziel zu erreichen, hat ein einziger Brief ausgereicht!

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch recht viel Mut, an Euren Träumen festzuhalten und Eure Ziele zu verwirklichen. Ich nenne das: "Sein Herz über die Schnur werfen und hinterherspringen." Und ich wünsche Euch heute einen wunderbaren Tag und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen