Willst du 2016 Ziele erreichen? 4 Gründe, warum du deine Neujahrsvorsätze wegwerfen solltest

Wie kann ich meine Ziele erreichen? Das ist ein Frage, die ich mir seit Monaten stelle.

Wir haben Mitte Dezember und das kommende Jahr liegt jungfräulich vor uns, wie ein weißes Blatt Papier. Viele Menschen beginnen jetzt damit,  über gute Vorsätze für das neue Jahr nachzudenken.

Bereits letztes Jahr habe ich darüber geschrieben, warum ich glaube, dass wir keine Neujahrsvorsätze brauchen.

Bei mir wird es große Veränderungen geben, ich habe ab Februar keinen Job mehr. Grund genug, mich auf das kommende Jahr vorzubereiten.

Zielplanung schwebte immer über mir, wie eine bedrohliche Wolke. Ich träume gerne und visualisiere meine Zukunft und das, was ich erreichen möchte. Aber das Thema Zielsetzung war für mich einfach immer bloß Stress.

Du kennst wahrscheinlich auch das SMART Konzept zum Thema Zielplanung.

S – spezifisch

M – messbar

A – akzeptiert/Attraktiv/anspruchsvoll

R – realistisch

T – terminiert

Im Dezember 2016 werde ich monatlich 5000 € verdienen. Im April 2016 habe ich 20 kg abgenommen. Bis zum 15. Mai 2016 habe ich mit Rauchen aufgehört….

Es ist ziemlich klar, warum diese SMART Ziele so beliebt sind. Sie sind klar, kurz und erscheinen simpel.

Ich empfinde diese SMART-Strategie als wenig smart. Sie ist für mich nicht inspirierend. Für bestimmte Situationen im Leben mag sie sinnvoll sein. Zum Beispiel im Beruf, wenn man vorgegebene Ziele erreichen muss.

Was aber, wenn es um wirklich wichtige, große, das künftige Leben betreffende Ziele geht? Was, wenn wir unsere Träume und Visionen erreichen wollen?

Vor kurzem bin ich auf den High Performance Coach Todd Hermann gestoßen. Auch wenn Todd Herman schon Milliardäre (!), Olympia Athleten und Mitglieder von Königshäusern gecoacht hat, ist er doch sehr bodenständig.

Ich bin dankbar, seinen Ansatz zum Thema Ziele entdeckt zu haben. Hier kann ich mich wiederfinden.

Todd sagt, der Gedanke, sich langfristige Ziele setzen zu müssen, ist ein gewaltiger Irrglaube – der aber immer wieder propagiert wird. Ganzjährige Ziele sind nicht der beste Weg. Todd empfiehlt stattdessen, sich einen 90-Tage-Plan zu machen.

4 Gründe warum SMART Ziele nicht funktionieren

1. Keine greifbaren  Zeiträume

Wenn wir den Horizont im Blick haben, ist es leichter loszulegen und auch voranzukommen. Der psychologische und neurologische Grund hinter den 90-Tage-Zielen ist, dass dort unsere Horizont-Linie liegt. 90 Tage ist die weiteste Entfernung, die sich unser Gehirn vorstellen kann (1 Jahr im Voraus zu planen, ist für unser Gehirn nicht machbar) und darum sind 90 Tage der ideale Zeitraum für unsere Zielsetzung.

2. Verschieben

Ein Jahr (oder 5 oder gar 10 Jahre) ist eine lange Zeit. Das Ende des Weges ist nicht absehbar, es ist weit weg. Unbewusst denken wir, dass ja noch genug Zeit bleibt und daher zögern wir den Beginn immer weiter hinaus.

3. Burnout

Wir kennen das alle, neue Ziele und Projekte bringen uns Energie. Es ist aber schwer, den Schwung und die Dynamik ein ganzes Jahr aufrechtzuerhalten. Deshalb nennt Todd Herman seine Technik auch den 90-Tage Sprint.

4. Überforderung

Wenn wir ein ganzes Jahr zur Verfügung haben, dann haben wir die Neigung uns große Ziele zu setzen, die uns letztlich bloß überfordern. Es kann schon eine Herausforderung sein, nur kleine Schritte in die richtige Richtung zu machen. Vor allem, weil man dann nicht das Gefühl hat, wirklich voranzukommen. Dennoch ist dieser Weg erfolgversprechender.

Ziele erreichen mit System

Todd Herrman  sieht in den SMART Zielen nichts weiter, als einen Satz. Er meint, es ist eine gute Überschrift, aber kein echtes System.

Auch mir ging es bisher so: Ich habe Ziele aufgeschrieben (in ein Heft oder auf dem Laptop) und oft genug habe ich sie dann schnell in die Ecke gelegt und nie wieder angeschaut. Denn das alles war zu abstrakt.

Todd erklärt, dass es wichtig ist, bei Zielen Feedback Mechanismen einzubauen. Wir müssen uns zwischendrin immer wieder bewusst machen, was wir erreicht oder aber auch nicht erreicht haben.

Für die meisten sind Ziele an sich Herausforderungen. Wir sehen häufig Hürden und Hindernisse. In dem Moment, in dem wir versuchen ein Ziel zu erreichen, haben wir schon 57 Gründe im Kopf, warum das nicht funktionieren wird.

Eigentlich sollte es so laufen…

Ich habe ein Ziel und ich sehe es als GELEGENHEIT!

Was kann ich alles Wunderbares anstellen?

Wie wird sich mein Leben zum Positiven verändern?

Was werde ich damit erreichen?

Oft läuft es dann aber so…

Was verpasse ich?

Was wird mich das kosten?

Was, wenn ich es nicht schaffe?

Warum sollte ausgerechnet ICH das schaffen?

Das hab ich noch nie gemacht.

Es gibt schon 86 Leute, die das vor mir gemacht haben und die können das besser…

Ein Teil des Problems ist, dass  SMART Ziele zu sehr auf die Resultate ausgerichtet sind.

Ein Beispiel

Sagen wir, Erika möchte 20 Kilo bis zum 30. Juni loswerden. Im Januar wird sie Mitglied in einem Fitness Studio. Sie beginnt mit dem Training und ernährt sich gesünder. Sie nimmt 5 kg ab und fühlt sich super. Im März fährt sie in Urlaub. Sie liegt viel am Strand und denkt wenig an Sport und gesundes Essen. Als sie wieder zuhause ist, stellt sie fest, dass sie 2 kg zugenommen. Sie sieht das als Niederlage und fühlt sich schuldig. Es geht ihr mies. Schließlich gibt sie auf und fällt zurück in ihre alten Gewohnheiten. Sie glaubt nicht mehr daran, dass sie ihre Ziele erreichen kann.

Was ist falsch gelaufen?

Schon kleine Rückschläge können uns einen gehörigen Dämpfer verpassen, wen wir uns Ziele setzen, die auf ein Ergebnis orientiert sind.

SMART Ziele können unser inneres Feuer nicht entfachen. Untersuchungen zeigen, dass innere Faktoren viel mehr dazu  beitragen, dass wir langfristig Gewohnheiten verändern.

Daher ist es so wichtig, dass wir uns auf Erfolg programmieren. Todd Herman betont, dass wir uns selbst zwischendurch immer wieder Feedback geben sollten. „Wo bin ich jetzt?“, „Habe ich mich verbessert?“ und  „Funktioniert das so?

Wenn wir Todds Methode folgen, müssen wir unsere innere Einstellung ändern.

Der Feind von Selbstsicherheit und Motivation sind Verwirrung und Unklarheit.

Selbstsicherheit ist nicht etwas, dass wir bei der Geburt mitkriegen. Wir können sie uns selbst aufbauen. Selbstsicherheit ist ein Nebenprodukt, wenn wir kontinuierlich an uns arbeiten und uns weiterentwickeln.

Frag dich selbst “Welche Fähigkeiten und Talente sollte ich verbessern, die den größten Einfluss auf  meine Entwicklung haben werden?“

Todd erklärt, dass es 3 Arten von Zielen gibt, die wir uns immer wieder bewusst machen sollten:

Ergebnisziele

Diese Ziele sind messbar, wie z.B. “In 90 Tagen möchte ich 10 kg abnehmen“. Es ist prima, solche Ziele zu haben, aber sie können problematisch sein. Wenn wir uns nur auf das Ergebnis konzentrieren, kann das eine Menge Stress und Angst verursachen. Wir haben darüber keine komplette Kontrolle. Und wenn wir so ein Ziel nicht erreichen, haben wir das Gefühl versagt zu haben. Das führt dann schneller dazu, dass wir aufgeben.

Erfolgsziele

Was musst du verbessern, um dein Ergebnis Ziel zu erreichen? Breche dein Ergebnisziel herunter in kleinere Erfolgsziele über 2 Wochen: In den nächsten 2 Wochen gehe ich 5 Mal ins Fitness-Studio. Du kannst dann deinen Erfolg besser messen.

Prozessziele

Du brauchst 100 % Kontrolle über deine Ziele. Um aus Angst und Überforderung rauszukommen hilft am besten, den Fortschritt schrittweise zu messen. Was musst du täglich/wöchentlich tun, damit du deine Ergebnisse erreichst? Das sind grundsätzliche Aktivitäten, die du unter Kontrolle hast. Du siehst genau, was du getan hast. Und du fühlst dich belohnt für jeden noch so kleinen Schritt.

Für mich hat sich herausgestellt, dass ich nicht faul oder unkonzentriert war. Ich kannte bloß nicht die richtige Art, wie man sich Ziele setzt.

Geoff Colvin, der Autor des Buches Talent wird überschätzt: Welche Erfolgsfaktoren wirklich zählen, meint: 

Die besten Performer setzen sich Ziele, die nicht auf das Ergebnis ausgerichtet sind sondern auf den Prozess, der nötig ist, um diese Ziele zu erreichen.

Wie ist das bei dir? Hast du schon Ziele für 2016? Nein, dann ist jetzt die perfekte Zeit dafür, richtig Ziele zu setzen. Wenn ja: Wie willst du deine Ziele erreichen?


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