Wenn die Heimat keine Zuflucht mehr ist

Vor ein paar Tagen las ich bei Frau Chamailion einen Artikel, der mir seitdem im Hinterkopf herumschwirrt. Es ging hierbei um den Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine über Frankreich, der das ganze Land aufgrund seiner Tragik in Schockstarre versetzte.

Zu recht. Mich persönlich hat dieser Vorfall auch sehr betroffen gemacht und ging mir lange nicht aus dem Kopf. Ihr ging es genauso, doch gleichzeitig fragt sie sich auch, warum andere schlimme Dinge, wie zum Beispiel das Flüchtlingsdrama, sie weniger berühren.

“Man betrauerte die Toten und suchte nach einem ‘Warum’. Und obwohl ich keinen der Verunglückten kannte, machte mich die Situation betroffen und traurig. Ich mochte die Nachrichten schon gar nicht mehr hören, denn sie lösten nur Entsetzen und Tränen aus. Und während vor wenigen Wochen die große Trauerfeier im Kölner Dom abgehalten wurde, um sich von den Opfern des Absturzes zu verabschieden, ertranken zeitgleich Tausende Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Das ist furchtbar, löste aber keine Trauer aus.”

Jeder verpackt schlechte Nachrichten anders und ich denke, dass man deshalb kein schlechtes Gewissen haben muss. Aber darum geht es hier auch heute nicht.

Worum dann?

Mich persönlich berührt das Schicksal der Flüchtlinge sehr. Ich habe neulich einen Beitrag gesehen, in dem von einigen Betroffenen berichtet wurde. Sie kamen aus ihrer Heimat in einem kleinen, überfüllten Kinderschlauchboot am Strand einer griechischen Insel an und waren einfach nur überglücklich endlich auf sicherem Boden, weit weg von Krieg und Zerstörung gestrandet zu sein. Die Erleichterung und Freude stand ihnen ins Gesicht geschrieben, nach all den schrecklichen Dingen, die sie zuvor erlebt haben. Es war für sie sicher nicht leicht ihr Hab und Gut und womöglich auch noch Familienmitglieder zurückzulassen, um in eine ungewisse Zukunft zu rudern. Aber alles ist für sie besser, als weiterhin in Angst und Schrecken leben zu müssen. In der Angst, ihr eigenes Leben zu verlieren – noch größere Angst zu haben, ihre Kinder nicht schützen zu können, keine Chance diesen kleinen Menschen in ihrer Heimat ein sicheres Leben bieten zu können.

Kleine Kinderseelen, die es bisher nichts anderes als den Krieg gesehen haben, die jetzt erst eine Chance haben, ihren Frieden zu finden.

Das geht mir so sehr zu Herzen und ich denke oft darüber nach.

Vor allen Dingen dann, wenn ich immer und immer wieder lese, wie viele Menschen sich darüber aufregen, dass Asylantenheime gebaut werden, dass der Staat den Flüchtlingen Geld zukommen lässt, für einen neuen Start in ein besseres Leben. Das ärgert mich, macht mich manchmal richtig wütend.

Sicher, es wird hierzulande allzu oft Geld in die falschen Dinge investiert – und es ist auch verständlich, dass dies für jede Menge Unmut sorgt. Denn auch in unserem Land gibt es zu viele Menschen, die in Armut leben und oft nicht wissen, wie sie über die Ruden kommen sollen, die sich ständig fragen müssen, ob sie an diesem Tag genug zu essen für sich und ihre Familie haben werden.

Dennoch finde ich es gut und richtig, dass die Menschen, die doch nur auf der Suche nach Frieden sind, die Möglichkeit auf eine neue Chance erhalten – die Chance auf ein Leben ohne Angst.

Wir leben in einem ziemlich sicheren Land. Unsere Generation kennt den Krieg nur aus den Nachrichten, aus Erzählungen, nur aus der Ferne. Wir kennen diese Ängste nicht. Worüber ich mehr als froh bin.

Aber was wäre wenn? Wenn wir plötzlich aus unserer Heimat flüchten müssen, weil wir dort nicht mehr sicher leben können? Würden wir nicht auch glücklich darüber sein, wenn wir in einem anderen Land Zuflucht und Hilfe finden würden?

Wir sollten uns also nicht darüber ärgern, dass diese Menschen in unserem Land Hilfe bekommen. Wir sollten vielmehr dankbar sein, dass es uns hier doch eigentlich ziemlich gut geht.

Und während ich über all das nachdenke, habe ich immer dieses Lied im Kopf. Es geht mitten ins Herz…



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