“Weil ich das sage!”Sätze, die ich immer wieder sage.

Mit Kindern gibt es Sätze, die wiederholen sich mehrmals täglich und ganz viele Sätze sagen wir beinahe jeden Tag. Ich habe mal die von mir am häufigsten gesagten Sätze aufgeschrieben und im nächsten Beitrag könnt ihr dann die beliebtesten Sätze der Kinder lesen.

Also ich beginne direkt mal beim Aufstehen:

“Dein Wecker hat geklingelt, stehst du bitte endlich auf?”
“Ja ich bin auch müde!”
“Zieh dich bitte an!” “Ich bring dich auch im Schlafanzug zur Kita!”
“Der Bus wartet nicht auf dich!”
“Komm bitte her- Haare machen!”
“Komm, geht los jetzt, die Kinder warten auf dich!”
…Beim Essen hört man bei uns immer und immer wieder Sätze wie:

“Nein, du brauchst nicht noch einen Löffel!”
“Das Messer wird nicht abgeleckt!”
“Halt die Füße still!”
“Schmatz bitte nicht so!”
“Ein bisschen Gemüse kannst du wenigstens essen!”
“Koste es doch erstmal!”

Ich könnte tagsüber vieles einfach auf CD spielen und diese in Dauerschleife abspielen lassen.

“Ich unterhalte mich gerade mit Papa!”
“Nein, es gibt jetzt nichts Süßes!”
“Ich habe Nein gesagt!”
“Da brauchst du auch nicht den Papa fragen!”
“In unserem Bett wird nicht rumgehüpft!”
“Lass deine Schwester/ deinen Bruder in Ruhe!”
“Weil ich das sage!”
“Musst du mal auf die Toilette?”
“Hast du gespült?”
“Geh bitte Hände waschen- mit Seife!”

Unterwegs sieht das Ganze nicht anders aus:

“Halt dich bitte gut fest!” (Klettergerüst)
“Es reicht mit anschaukeln, nicht so hoch!”
“Noch einmal rutschen, dann gehen wir nach Hause!” (das sage ich so 4-5x)
“Nein nicht in die Pfütze, du hast keine Matschsachen an!” (da ist es meist schon zu spät)
“Steh bitte auf, der Boden ist noch zu kalt!”
“Komm bitte bissel in den Schatten!”
“Ich möchte deinen Roller nicht tragen. Du wolltest ihn unbedingt mitnehmen!”
“Nein, ich möchte nicht nochmal umkehren und den Puppenwagen holen!”

Ganz beliebt sind bei uns ja die Hausaufgaben und auch hier wiederhole ich mich immer wieder:

“Setz dich gerade an den Schreibtisch!”
“Musik aus bei den Hausaufgaben!”
“Schreibe so, dass man es auch lesen kann!”
“Was ist denn Hausaufgabe?…du musst es doch wissen…ich war nicht mit in der Schule!”
“Ja, ich rufe XY an und frage noch mal nach!”
“Hast du deinen Ranzen gepackt?”
“Wo ist denn deine Brotdose?”

Kennt ihr solche Sätze auch? Was sagt ihr immer wieder und habt ihr auch das Gefühl, dass sie eigentlich nichts bringen? Mein Sohn weiß, dass die Musik bei den Hausaufgaben aus gemacht werden muss, doch auch wenn ich es heute sage, ist die Musik morgen wieder an. Und wenn ich zur Tochter sage, dass ich sie auch im Schlafanzug in die Kita bringe, dann zieht sie sich auch nicht schneller an, weil sie weiß, dass ich das eh nicht tue. Und die Kinder wissen auch ganz genau, dass ich den Roller trage, wenn sie nur oft genug fragen. Und trotzdem sage ich es. Wahrscheinlich sind einige Sätze zur Routine geworden. Ich muss eigentlich nicht fragen, wo die Brotdose ist, denn aller Wahrscheinlichkeit nach steht sie in der Schule. Und wenn ich nach seiner Mütze frage, dann kann ich im Grunde davon ausgehen, dass sie entweder im Spint ist oder, viel wahrscheinlicher, sie ist weg.

Und ich erinner mich, dass auch meine Eltern mir immer wieder das Gleiche sagten. “Das Fleisch wird aber gegessen!” “Und auch der Brokkoli/ Rosenkohl!” “Schreibe gerade Buchstaben!” (Noch heute sind meine Buchstaben nach links gekippt und ich werde dafür lächelnd ermahnt) “Setz deine Mütze auf!” “Geh nicht mit Fremden mit!” Noch später (ich war schon 18/19) als ich mit dem Zug weitere Strecken fuhr, sagte meine Mama immer: “Setz dich nicht allein in ein Abteil, setz dich in einen Waggon mit vielen Menschen, setz dich nicht auf den Bahnhofsboden oder pass auf deine Sachen auf!” Auch ich wusste, dass ich das Fleisch letztendlich nicht essen  musste und sie wusste, dass ich weiß wie ich mich in Zügen verhalten muss. Und ich wusste, dass sie Bescheid weiß, dass ich meine Mütze an der Ecke absetzte und sobald ich in Sichtweite war, sie wieder aufsetzte. Und trotzdem weiß ich diese ganzen Sätze meiner Eltern heute zu schätzen, denn heute weiß ich, dass sie sich einfach nur Sorgen machten und eben nur das Beste für mich wollten. Und ich hoffe, dass meine Kinder das irgendwann genauso sehen.

Heike