Weichenstellung für die bayerisch-böhmische „Wirtschaftsehe“

Weichenstellung für die bayerisch-böhmische „Wirtschaftsehe“
Gut 20 Jahre nach den ersten Wirtschaftskontakten zwischen Bayern und Tschechien legt die ostbayerische Industrie- und Handelskammer Regensburg mit ihrem Büro in Pilsen einen Fahrplan für die zukünftige Kooperation vor
Regensburg/Pilsen (ce-press - internet-zeitung) – Es scheinen Relikte aus einer anderen Zeit zu sein, doch liegen diese Ereignisse gerade einmal zwei Jahrzehnte zurück: 1990 war es, als eine Delegation ostbayerischer Unternehmer zum ersten Mal die Fühler in die damalige Tschechoslowakei ausstreckte: mit den „Bayerischen Wirtschaftstagen“ in Pilsen – organisiert jenseits jeden offiziellen Protokolls. Heute sind rund 5.000 deutsche Unternehmen in Tschechien aktiv, viele davon in der Industrieregion Pilsen. Die Euphorie der Anfangstage hat einem pragmatischen, praktischen Geist der Nachbarschaft in einem vereinten Europa der Regionen Platz gemacht, der konkrete Kooperationsprojekte in den Fokus rückt. Mit einem neuen Regionalbüro will die IHK Regensburg eine langfristige, tragfähige Brücke zwischen Bayern und Böhmen bauen.
Klaus Hofbauer, der später elf Jahre für seine ostbayerische Heimat im Deutschen Bundestag saß, erinnert sich genau an die „Stunde Null“ der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Der heute 64-Jährige ist Wirtschaftsreferent des Grenzlandkreises Cham, als der „Eiserne Vorhang“ beinahe über Nacht Löcher bekommt. Hofbauer ist in der Deutschen Botschaft in Prag dabei, als der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich-Genscher mehreren Tausend DDR-Bürgern die frohe Botschaft ihrer Ausreise in die Bundesrepublik überbringt.
Der frenetische Jubel des Jahres 1989 reißt auch Klaus Hofbauer mit. Jenseits des offiziellen Protokolls organisiert er in den turbulenten Zeiten des Umbruchs die ersten „Bayerischen Wirtschaftstage“ in Pilsen, verhandelt mit dem Zoll und den Verantwortlichen vor Ort. Die Auflagen der misstrauischen tschechischen Behörden sind streng: keine Werbung, kein Verkauf. Der Auftritt der 60 Unternehmen aus dem kapitalistischen Ausland soll möglichst wenig Schlagzeilen machen. Hofbauer stimmt zu. 3.000 Besucher erwartet er als Organisator. Die Resonanz macht den „Brückenbauer“ dann jedoch sprachlos: In Massen strömen die Pilsener zur Messe, für die jeder Neugierige symbolische 10 Kronen Eintritt zahlen muss. 120.000 Menschen kommen an jedem Wochenende des Jahres 1990. Kontakte werden geknüpft, Visitenkarten ausgetauscht – in der Hoffnung, die Zukunft mache den Austausch leichter.
Der Wunsch wurde Wirklichkeit. Heute beweist sich: Viele Kontakte der ersten Stunde überdauerten die Jahres des Umbruchs in der Tschechoslowakei und tragen bis heute. „Viele Unternehmer, die heute in Westböhmen erfolgreich sind, berichten mir: es war unsere Initiative in Pilsen, die das Fundament bereitet hat“, sagt Klaus Hofbauer heute nicht ohne Stolz.
Rund 5.000 deutsche Unternehmen sind heute in Tschechien aktiv, viele davon in der Industrieregion Pilsen, das heute – dank einer neuen Autobahn – keine Autostunde von der bayerischen Grenze entfernt ist. Die Euphorie der Anfangstage hat einem pragmatischen Geist der Nachbarschaft Platz gemacht, der konkrete Kooperationsprojekte in den Fokus rückt. Die ostbayerische Industrie- und Handelskammer Regensburg sieht sich dieser Aufgabe besonders verpflichtet und pflegt seit rund zwei Jahrzehnten das Pflänzchen der ostbayerisch-westböhmischen „Wirtschaftsehe“. Vor drei Jahren eröffnete die ostbayerische Kammer ein Projektbüro in Pilsen, das ab 2012 mit neuen Zielen als gemeinsames Regionalbüro der IHK Regensburg und der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer Prag weitergeführt wird.
In einer Umfrage unter Unternehmern und Meinungsführern hat die IHK untersucht, welche Schwerpunkte das neue Regionalbüro setzen soll. Unternehmen wünschen sich mehr Netzwerke (25 Prozent), Aktivitäten im Bereich Weiterbildung und Fachkräftemarketing, Informationsveranstaltungen und die verstärkte Förderung von Kooperationen (jeweils 18 Prozent). Politikberatung in Standortthemen und Standortmarketing folgen mit 12 bzw. 9 Prozent. Meinungsführer sehen das Aufgabenfeld ähnlich: Hier kommen Weiterbildung und Fachkräftemarketing, Kooperationsförderung und Informationsveranstaltungen sowie Netzwerkbildung auf die ersten drei Plätze. „Diesen Erwartungen werden wir versuchen, gerecht zu werden“, sagt Karla Zajicková, die das Regionalbüro in Pilsen leiten wird. Kooperationsförderung, Bildungs-Zusammenarbeit, Technologietransfer, Fachkräfte- und Standortmarketing seien als Hauptgeschäftsfelder definiert worden. Besonders sehe sich das Regionalbüro als „Service-Center“ für ostbayerische und westböhmische Unternehmen.
Die ersten Veranstaltungen für 2012 werden derzeit konkret geplant. Dazu gehören im Januar eine deutsch-tschechische Konferenz zur Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und die Beteiligung an einer Ausbildungsmesse in Pilsen. Gut zwanzig Jahre nach den ersten „Bayerischen Wirtschaftstagen“ in Pilsen bekommt die Wirtschaftskooperation zwischen beiden Ländern nochmals zusätzlichen Schwung für die Zukunft.

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