Wegbereiter

Wegbereiter

Viel passiert hier momentan. Hinter den Kulissen. Hinter meiner Stirn. Wir denken darüber nach, wie es wäre, wenn wir zwei Kinder hätten. Ob wir bereit dafür sind. Es drauf ankommen lassen wollen. Ich stelle mir vor, wie es ist, wenn wir hier zu viert sind. Habe ein bisschen Angst davor. Und merke trotzdem, wie mein Herz vor Freude hüpft.

Ich habe keine Zweifel daran, dass ich in meinem Herzen Platz für ein weiteres Kind habe. Ganz im Gegenteil: Manchmal denke ich, dass unser Erster es sehr schwer mit uns hatte. Mit uns Unerfahrenen. Unsicheren. Verwirrten. Die sich leicht beschwatzen lassen. Die denken, dass man ein Kind bekommt und das Leben dann halt einfach weiter läuft. Mit Kind an der Seite eben.

Haha.

Bei uns läuft es erst wieder, seit wir uns voll darauf eingelassen haben, dass es eben nicht weiter läuft. Dass das Kind ertsmal den Takt vorgibt. Für uns ist es so einfacher. Das Leben ist wieder harmonischer und wir können es genießen. Und darauf kommt es für uns an.

Bis wir dahin kamen, dauerte es aber. Die erste Zeit, unser Wochenbett, war zermürbend. Ich war fertig und gestresst. Wollte wieder arbeiten (denn mit Kind läuft das Leben doch weiter), am Blog schreiben. Ich wollte wie vorher mit Finn kochen. Alles im Griff haben. Doch stattdessen entglitt uns alles. Wir versanken im Chaos. Äußerlich wie innerlich.

Damals dachte ich, dass unser Sohn eben ein High-Need-Baby sei, heute weiß ich, dass er genau das ist, was wir brauchen.

Ein Kind, dass nicht zulässt, das die (überehrgeizigen) Eltern einfach weitermachen wie bisher. Und die Bedürfnisse des Kindes übergehen. Die Bedürfnisse, die sie selbst als Mama und Papa haben, übergehen.

Unser Sohn holte sich lautstark und mit Inbrunst was er braucht. Aufmerksamkeit rund um die Uhr. Langes Stillen. Familienbett. Ruhe. Ständige Zuwendung.

Doch wir waren fast ebenso stur wie er. Wir versuchten immer wieder ihn abzulegen, wenn er schlief. Immer wieder Stunden abzuzwacken, um doch etwas zu schaffen. Wir hörten Leute sagen, dass man sein Kind doch nicht so verwöhnen dürfe. Dass das ständige Stillen schlecht für ihn sei. Wenn man ihn nicht mal schreien ließ, dann würde er sich angewöhnen immer nur zu schreien, um seinen Willen durchzusetzen.

Doch ich brachte es nicht übers Herz. Ihn weinen zu sehen, war schon schlimm genug, wenn ich ihn dabei hielt. Ihn dabei wegzulegen zerriss mir das Herz.

Also hielt ich ihn. Manchmal weinte ich mit ihm mit.

Und langsam, da reifte die Erkenntniss, dass es manchmal nicht mehr zu tun gibt. Da sein. Halten. Wiegen. Tragen. Lieben. Lieben. Lieben.

Es dauerte. Doch mittlerweile weiß ich, dass unser Kind nicht einfach so mitläuft. Dass kein Kind einfach so mitläuft. Irgendwann vielleicht. Aber an diesem Punkt sind wir noch lange nicht und bis dahin mag ich darüber nicht urteilen.

Und wenn wir noch einmal Eltern werden, dann wird dieses Kind etwas haben, was dem Ersten fehlte - was er selber war: ein Wegbereiter.

Wir werden nicht perfekt sein. Wir werden wieder Fehler machen. Vielleicht auch wieder die gleichen. Aber einen Fehler, den werden wir sicherlich nicht noch einmal machen: Anzunehmen, dass ein Kind eben mitlaufen wird. Selbst wenn dieses Kind leise ist, der Bruder war laut genug, um es mir ins Herz zu brennen.


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