Warum wird Rentierfell silikonisiert?

Die Antwort darauf ist ganz einfach. Nicht silikonisiertes Rentierfell wird einfach Knochen hart, wie man bspw. in Filmen über die Sámi, die Ureinwohner Lapplands oder die Ewenken, die Ureinwohner der sibirischen Tundra immer wieder sehen kann.
Überläßt man einfach ein abgezogenes Rentierfell natürlicher Gerbung, also der Trocknung, liegt es in der Natur der Sache, dass es hart wird. Trocknung heißt ja nichts anderes, als dass das im Rentierfell befindliche Wasser verdunstet. Was übrig bleibt ist die Haut des Rentieres samt Fell. Jedes Gramm so entzogenes Wasser führt zwangsläufig dazu, dass das Rentierfell dann eben hart wird. Dies ist übrigens bei anderen Fellen nicht anders.
Um die Haut aber langfristig weich und geschmeidig zu erhalten,hilft nur eines. Die Haut des Rentierfelles wird an der nicht behaarten Seite mit Silikon getränkt. Silikon sorgt bekanntlich dafür, dass mit Silikon behandelte Stoffe sehr weich und anschmiegsam werden.
Natürlich ist die Silikonbehandlung von Rentierfellen eine sehr Zeit und Personal aufwändige Angelegenheit, was erklärt, dass der Preis zwischen unbehandelten Rentierfellen und silikonisierten Rentierfellen erheblich divergiert.
Die Silikonherstellung geht auf die im Jahre 1940 von Richard Gustav Müller (17.07.1903 - 07.07.1999) begründete Herstellung von Methylchlorsilanen zurück. Methylchlorsilane sind Basis für die Produktion von Silikon.

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