Von Kanake zu Kanake

Der junge Amokläufer aus München wurde kurz vor seinem Tod noch als "Kanake" beschimpft. Der arische "Deutsch-Iraner" rechtfertigte sich: "Ich bin Deutscher." Den hier textenden Deutsch-Spanier wundert das nicht.

Von Kanake zu Kanake

Habe ich es immer gesagt oder habe ich es gesagt? In diesem Land an einem Prozess namens Integration teilzunehmen, das funktioniert bestenfalls bruchstückhaft. Man bleibt immer ein Fremdkörper. Selbst wenn man hälftig zu den Deutschen gehört, ist man eben ein Kanake. Ein Deutsch-Iraner, Deutsch-Spanier, Deutsch-Er-gehört-nicht-ganz-in-dieses-Land. Auf Dauer nervt das ganz schön. Es prägt den Alltag von "Halbdeutschen", zumal man ja auf der anderen Seite auch nur als ein "Halbspanier" oder "Halbperser" angesehen wird. Dass der junge Mann, der München mit seinem Amoklauf überschattete, sogar besonders stolz auf seinen gemeinsamen Geburtstag mit Adolf Hitler gewesen sein soll, sich gar als Arier fühlte (was er mit seinen iranischen Wurzeln wohl eher war als all diese Aryan Brothers zusammen), überrascht mich Deutsch-Spanier jetzt überhaupt nicht. Das ist nicht das Motiv von Verzweiflung, es ist nur ein Symptom.


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