Ungeliebte Seelen wie Anna Kendrick sitzen auf Hochzeiten am TABLE 19

In 2016 hat sich Darstellerin Anna Kendrick in Mike and Dave Need Wedding Dates noch gemeinsam mit Aubrey Plaza dafür eingesetzt, auf eine coole Hochzeitsparty gehen zu dürfen. In Table 19 könnte sie sich nichts Schöneres vorstellen, als dieser Party fern zu bleiben, zumal sie ganz weit hinten auf der Liste der Hochzeitsgäste gelandet ist. Sie gehört zu denjenigen, die quasi nur pro forma eingeladen werden um sich am letzten Tisch in der hintersten Ecke mehr über sich selbst zu beklagen als an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

Regisseur Jeffrey Blitz, der das Drehbuch zu Table 19 gemeinsam mit Jay und Mark Duplass geschrieben hat, erzählt hier also von Anna Kendricks Eloise, die ursprünglich als Trauzeugin ihrer besten Freundin vorgesehen war, aber von ihrer Ehre entbunden wird, nachdem sie von dem Trauzeugen und Bruder der Braut via Textnachricht abserviert wird.

Sie wird dennoch zur Hochzeit eingeladen, geht hin und findet sich am Tisch mit der Nummer 19 wieder, wo sie neben dem Ehepaar Jerry (Craig Robinson) und Bina (Lisa Kudrow), neben Jo (June Squibb), Walter (Stephen Merchant) und Renzo (Tony Revolori) sitzt, die alle ihre persönlichen Probleme mit auf die Feier gebracht haben.

Ungeliebte Seelen wie Anna Kendrick sitzen auf Hochzeiten am TABLE 19

Table 19

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Anna Kendrick unter Außenseitern am ungeliebten TABLE 19

Während Lisa Kudrow und Craig Robinson hier ungewöhnlich langweilig daherkommen, zeigt sich die ganze Leinwand-Präsenz einer Anna Kendrick, die sich den übrigen Figuren allein gegenüber stellt und sowohl Humor als auch Dramatik vereint – ein Talent das nicht viele Darsteller und Darstellerinnen innerhalb eines Films so gut miteinander in Einklang bringen können.

Aber auch Walter wird wunderbar weltfremd von Stephen Merchant gespielt, der zuletzt als Mutant Caliban in Logan zu sehen war, während er zu den Miterfindern der Serie The Office – oder Das Büro hierzulande – gehört, für die er auch als Autor tätig war. Das genügt an ungewöhnlichen Rollen und Schreiberfahrungen, um seinen Walter zu der gesellschaftsunfähigsten aller anwesenden Figur in Table 19 zu machen.

Wenn man Walter eine Frage stellt, weiß er zumeist keine Antwort. Ganz gleich welche Frage. Was arbeitest du? Kein Wort. Wo lebst du? Wieder nichts. Was liest du gerade für ein Buch? Keine Antwort. Lieber vergräbt er sich in Sektgläsern, scheint schon beim Anschauen Stresspusteln zu bekommen.

Derweil ist Renzo (Tony Revolori, just noch als Großmaul Flash Thompson in Spider-Man: Homecoming zu sehen gewesen) der Loser-Boy, der nur auf die Hochzeit gekommen ist, um ein Mädchen kennenzulernen und June Squibb – die aus Nebraska in Erinnerung geblieben sein sollte – als ehemalige Nanny der Braut, die an das Gute im Menschen glaubt, auch wenn das schon lange verloren gegangen ist.

Ungeliebte Seelen wie Anna Kendrick sitzen auf Hochzeiten am TABLE 19

Table 19

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June Squibb und Tony Revolori in TABLE 19

Der Film könnte eine wunderbare One Table-Komödie sein, hätte er diese Figuren an den Tisch gesetzt und über ihr Leben philosophieren lassen. Denn das verspricht die Prämisse. Der Table 19 als Tisch für Menschen, die keine Rolle mehr im Leben der Braut und des Bräutigams spielen, die in Vergessenheit geraten sind und nur aus Anstand eingeladen wurden. Durch ihr Miteinander müssen sie alle lernen ihre Probleme zu bewältigen. Get over it, was auch immer es ist.

Table 19 möchte eine Indie-Komödie sein, die sich mit Freundschaft beschäftigt, wie wenn eine Gruppe von verstoßenen Fremden aufeinander trifft und eine gemeinschaftliche Dynamik entwickelt, wie sie es selbst nicht erwartet hätten. Irgendwie könnte es auch eine Familie sein, mit Lisa Kudrow und Craig Robinson als überforderte Eltern, mit June Squibb als lustige Oma, Anna Kendrick als zentrale Tochter-Figur und dem kleinen Bruder Tony Revolori und dem verrückten Onkel Stephen Merchant.

Leider steckt dann doch zu viel Drama in der Komödie um sich irgendwo deutlich einordnen zu lassen. Table 19 weiß oftmals selbst nicht so recht, welchen Weg er beschreiten möchte. Mal soll man mit oder über die Figuren lachen, nur um dann Anna Kendrick gefühlte 20 Minuten beim Trauerspiel zusehen zu müssen.

Hätte der Film sich entschieden, ob er Drama oder Komödie sein möchte, hätte es ein Hochzeits-Breakfast Club werden können. Denn die übrigen Zutaten finden wir nur allzu leicht: die richtige Musik für jede Situation, das stereotype Happy End mit Wohlfühl-Garantie. Hier bekommen wir zumindest zu spüren, dass wir unsere Fehlentscheidungen und Enttäuschungen des Lebens nur akzeptieren müssen und dann alles gar nicht so schlimm ist, wie es manchmal erscheint.

Das mag dann auch auf Table 19 zutreffen. Gar nicht so schlimm, wie er erscheinen mag. Aber über ein „okay“ kommt er eben auch nicht hinweg. 


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