Und noch einmal Psychoanalyse

“Augen lügen nicht”, sagte er, als ich ihm erklärte, ich sei ein durchaus zufriedener Mensch, wenn auch derzeit sehr müde. “Sie hocken da hinter Ihrem Computer, anstatt sich mit Menschen zu treffen. Kommunikation, das brauchen Sie, das weiss unsere Generation noch”, fuhr er fort und lud mich ein, mich zu ihm und seinem Saufkumpanen zu setzen. Ich hätte mich eigentlich in die Anonymität der Öffentlichkeit geflüchtet, damit ich endlich in Ruhe an meinem Buch arbeiten könne, versuchte ich ihm zu erklären, aber er wollte nicht verstehen, dass schreiben zu Hause fast unmöglich ist, wenn die Kinder Schulferien haben. “Ich spendiere Ihnen etwas”, offerierte er, “Sie müssen lachen, nur dann werden Sie so alt wie ich und mein Kollege.” Als er keine Ruhe geben wollte, gab ich schliesslich nach, liess mir einen Kaffee spendieren und mein Verhalten analysieren. “Warum redet ihr Jungen nicht mehr mit den Leuten? Ihr sitzt hinter euren Geräten, anstatt zu reden”, warf er mir vor und liess meinen Einwand, ich würde mich ja jetzt auch mit ihm und seinem Kumpanen unterhalten, nicht gelten. “Was machen Sie, wenn Ihr Gerät mal den Geist aufgibt?”, fragte er und ich erklärte ihm, meine Generation sei durchaus in der Lage, von Hand zu schreiben, wenn es denn sein müsse. Er glaubte mir nicht, glaubte mir auch nicht, als ich ihn wissen liess, mein Leben sei durchaus erfüllt, glaubte mir erst recht nicht, als ich sagte, ich müsse jetzt nach Hause gehen, weil ich noch ein wenig Zeit mit meiner Familie verbringen wolle. “Nehmen Sie Ihre Vergangenheit an”, sagte er zu mir, “leben Sie in der Gegenwart und stehen Sie hinter Ihrer Zukunft.” 

Irgendwann gelang es mir, mich loszureissen, mit der Aufforderung, das Leben zu geniessen, zu kommunizieren und mein Geld nicht auf die hohe Kante zu legen wurde ich entlassen. Zu Hause wartete Luise auf mich. “Mama, was schreibst du über mich in deinem Blog?” “Nur die Wahrheit”, sagte ich und schickte meine Psychologin ins Bett. 

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