Übergang ins neue Jahr

Die Katze streift um meine Beine. Der Sohn hat sie als Babykatze im Schuppen gefunden und mit laktosefreier Milch aufgezogen. Aus dem Häufchen Elend ist eine stattliche Katze geworden. Wir haben sie Franka gebracht, ich reagiere auf die gemeine Hauskatze allergisch, leider.  Hier ist der Beweis: Die Nase schwillt zu, das Atmen fällt schwer. Ich suche panisch nach Antiallergika im Reisegepäck.

Franka hat mir ihr Haus zur Verfügung gestellt. „Klar kannst du kommen, aber willst du nicht lieber mit zur Party?“ Ich schüttle den Kopf via Smileys.  „Aber du bist dann ganz allein!“  Es ist genau das, was ich an einem Tag wie diesen will: Alleinsein. Die Pubertiere feiern eine Party-bei uns. „Aber Mama wir feiern doch immer Silvester hier.“ Der Gatte hat sich bereit erklärt mitzufeiern, man will es nicht Überwachung nennen. Und ich, ich bin geflüchtet. Der Gatte hat es durchgewunken.

In Frankas Haus, sitze ich in eine Decke gehüllt, die Katzen streifen erstaunt um mich herum, es gibt schwarzen Tee mit Zitrone und Zucker, dann vertiefe ich mich wieder in die sibirische Gefangenschaft.  Nicht die einfachste Lektüre zum Jahreswechsel.

Karla schickt selbstkomponierte Lieder über abgelaufene Berliner, später Videos über ein berauschendes Feuerwerk. Arme Karla, sie wollte ein Berlinerwettessen machen, aber alle Berliner vom Discounter waren hinfällig.  Ich hielt es ohnehin für keine gute Idee.

Hier ist es ruhig. Die Geräusche im Haus sind fremd, nur das Rauschen der Heizung ist gleich. Die dicke Katze legt mir eine tote Maus vor die Füße.

Sicherheitshalber wechsle ich vom Sofa in die winzig kleine Kemenate unterm Dach. Bitte keine toten Mäuse…Noch immer in Sibirien. In der fremden Nachbarschaft steigt eine russischsprachige Party, draußen im Regen. Passt. Im Gefangenlager fließt der Branntwein auch in Strömen. Es ist 2.00 Uhr

Morgens laufen Frankas gerettete Hühner sturmzerzaust durch den Garten. Das pralle Leben. „Die Aufzeichnungen aus einem Totenhaus“ hab ich durch, am Ende hab ich mich gequält.  Franka berichtet auf Whats App schlecht geträumt zu haben. „Macht nichts“, schreibe ich, „die Silvesternacht zählt nicht zu den rauen Nächten.“

Die Katze versucht aus dem Milchkännchen Milch mit der Pfote zu holen. Wie im Bilderbuch aus Kindheitstagen. “ Lass das Katze! “ Noch müde koche  ich Kaffee. Ich blättere mich durch das Erklärwerk zu Dostojewski. Welches Buch soll das nächste sein?,  entscheide mich für „Die Dämonen.“

Die Geschichte scheint gut zur Gegenwart zu passen. Es klingelt und der Gatte steht ebenfalls windzerzaust vor der Tür. „Danke“, sage ich und „Frohes Neues Jahr.“

Einziger Vorsatz in diesem Jahr:

Ich werde Ulysses nochmals versuchen zu lesen, vielleicht täglich einige Seiten. Ich werde berichten. Euch ein Frohes Neues Jahr



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