Über Umwege

Du denkst, ich könnte Deinen Freund nicht leiden.

Anfangs war ich freundlich wie immer: Man lernte sich kennen und ich gab ihm eine Chance. Weil Du ihn gut fandest. Weil Du mir sagtest, wie lustig Du ihn findest. Wie froh Du bist, ihn gefunden zu haben. Dass er Dich versteht und Ihr viele Gemeinsamkeiten habt und er Dich zum Lachen bringt.

Ich lernte ihn besser kennen, wir trafen uns öfters. Und mein Lächeln, wenn ich ihn sah, schwand. Wurde erst zum schmalen Strich, dann zum Pokerface und schließlich gingen die Mundwinkel ganz nach unten.

Du denkst, ich wäre eifersüchtig?
Du denkst, ich könne Deinen Freund nicht leiden?

Weil er Dich zum Lachen bringt?
Weil Ihr so viel gemeinsam habt?
Weil er Deinen Humor mehr teilt, als ich?
Weil du in seiner Gesellschaft Spaß hast?

Die Wahrheit ist, schlicht und ergreifend, dass ich kein Problem mit Deinem Freund habe. Ist einfach so ein Mensch halt. Mit dem man gut plaudern kann, auf dessen Gesellschaft ich aber ehrlich gesagt auch verzichten könnte. Nicht aus Bosheit, sondern einfach, weil ich ihm insgesamt neutral entgegenstehe.
Glaubst Du nicht?

Glaubst Du nicht.
Du denkst, ich hätte etwas gegen Deinen Freund. Du denkst, ich könnte ihn nicht leiden.
Und denkst, dass ich mich ihm gegenüber nicht besonders nett benehme.

Du, komm her, setzt Dich zu mir. Wir beide haben zu reden. Ich bin wirklich nicht besonders nett zu Deinem Freund. Der Grund nennt sich „Übertragung“.

Ich habe kein Problem mit ihm, sondern mit Dir.
Ich finde nicht ihn blöd, ich finde Dich blöd, wenn Du mit ihm zusammen bist.
Wie Du kicherst und über jeden Tiefstniveauwitz lachst.
Dass Du viel zu viel trinkst und dann gemeinsam mit ihm rumlallst.
Dass Du auf einmal obercool und hammerhart tust.
Wie Du mich auf einmal Außen vor lässt und sich das „Wir“ mit einem mal nicht mehr auf Dich und mich bezieht.
Wie Du auf einen Schlag alles vergisst, was Dich ausmacht.
Wie Du Deine Verantwortungen abstreifst, Wichtiges zum Unwichtigen degradierst und Dich aufführst wie ein Kind – und ich bin die böse Spielverderberin.
Wie Du Deine Antennen komplett auf ihn ausrichtest und ihm nach dem Mund redest, als hättest Du Dein Rückgrat und all Deine Integrität verloren.

Die Wahrheit ist: Es ist nicht so, dass ich Deinen Freund nicht leiden könnte. Wenn Ihr zusammen seid, kann ich Dich nicht leiden!


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