Tschüss, Josef Daxenberger

Ich bin diesem Mann nie begegnet. Obwohl er doch quasi der Erfinder der Grünen in Bayern war. Aber ich bin ja auch kein Bayer.
Und doch hat mich heute die Nachricht über den Tod des Daxenberger Sepp, wie man in Bayern zu sagen pflegte, tief erschüttert. Josef Daxenberger litt seit Jahren an Blut- und Knochenkrebs. Heute morgen ist der 48-Jährige im Krankenhaus in Traunstein gestorben - ein paar Stunden vor der Beerdigung seiner Frau Gertraud, die am vergangenen Sonntag mit 49 Jahren an Brustkrebs starb. Ihre drei Söhne (12, 17, 20) sind jetzt allein.
Sepp Daxenberger war in seiner Heimatgemeinde Waging am See 1996 Bayerns erster grüner Bürgermeister. Gegen den Bauern, der mit 24 den elterlichen Hof übernommen hatte, war der örtliche CSU-Kandidat chancenlos.
Auch in der Landespolitik feierte Daxenberger Triumphe: Er führte die Grünen bei der letzten Landtagswahl 2008 mit 9,4 Prozent in politische Gefilde, die in Bayern bis dahin undenkbar waren. Und er blieb immer authentisch: ein heimatverbundener Bauer, der jeden Sonntag zur Kirche ging.
Im Juni wusste Josef Daxenberger, dass er den Krebs nicht mehr besiegen würde. Er nicht und seine Frau, die Mutter seiner Kinder, auch nicht. Er trat aus Vorsitzender der grünen Landtagsfraktion zurück, er, der vor knapp zwei Jahren noch von Bayern aus die anderen Parteien in ganz Deutschland das Fürchten lehren wollte, so wie er es damals in Waging bei der CSU geschafft hatte.
Ich habe Gertraud und Josef Daxenberger nicht gekannt. Aber nachdem ich so viel von ihnen gehört und gelesen habe, halt irgendwie doch. Soviel allemal, dass ich mich als Norddeutscher von ihrer Tragödie betroffen fühle.
Bei uns in Hamburg sagt man dann leise: tschüs...


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