Trinkwassergewinnung in Notsiuationen


In Notsituationen gehört sauberes Trinkwasser zu den wichtigsten Lebensgrundlagen. Ohne Wasser kann ein Mensch durchschnittlich drei bis vier Tage überleben. Daher hat die Trinkwassergewinnung in Notsituationen oberste Priorität.

Wasser finden und gewinnen


Um Wasser zu finden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zu den einfachsten gehört es natürlich, Regenwasser aufzufangen oder einen Fluss, Bachlauf, See, etc. zu finden, woraus man Wasser schöpfen kann. Aber auch wenn diese Möglichkeiten entfallen, gibt es andere Mittel und Wege an Wasser zu gelangen. Ein Beispiel hierfür wären Pflanzen. Pflanzen geben über ihre Blätter permanent Wasser an die Umwelt ab. Zieht man nun eine Plastiktüte über einen Ast mit Blättern, so kondensiert das abgegebene Wasser an der Plastiktüte und sammelt sich nach und nach am Boden der Tüte an. Um hierbei jedoch genügend Trinkwasser zu sammeln muss man sehr lange warten.
Eine andere, effizientere Möglichkeit besteht darin, Wasser von nassen Felsen oder an steinigen Abhängen aufzufangen. Dazu benötigt man eine Schnur und ein Behältnis um das Wasser zu sammeln. Das Wasser am Felsen sollte jedoch fließen, ist der Stein nur feucht, so funktioniert dieser Tipp nicht. Die Schnur wird oben am Felsen befestigt und am Felsen entlang nach unten geführt, wo sie in dem Auffangbehältnis endet. Das Wasser fließt so auch an der Schnur entlang und landet dadurch unten im Behältnis. Möglich wäre es auch, am frühen Morgen Tauwasser von großen Blättern zu sammeln und zu trinken. Dies setzt natürlich voraus, dass Tau vorhanden ist.

Wasseraufbereitung


Nicht jedes Wasser, das man in der Natur findet, hat Trinkwasserqualität. Handelt es sich um Kondenswasser, also Tau oder Wasser das von Pflanzen ausgestoßen und mit einer Plastiktüte aufgefangen wurde, so kann man dies relativ unbedenklich trinken. Wasser aus Seen, Flüssen oder gar Tümpeln oder Pfützen sollte jedoch auf jeden Fall aufbereitet werden, da sich darin Schmutz und häufig auch Chemikalien oder Unreinheiten der Bevölkerung befinden. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, sich schon vor einer Notsituation auszurüsten. Dafür gibt es spezielle Filter zu kaufen. Hierbei muss man das Wasser nur durch den Filter laufen lassen und erhält sauberes Trinkwasser. In der Regel wird auch immer empfohlen, das Wasser abzukochen. Dabei wird ein Großteil der Bakterien und Mikroorganismen getötet, die sich im Wasser befinden und schädlich für unser Verdauungssystem sind. Hat man sich vor der Notsituation nicht mit einem Outdoor-Filter ausgerüstet, so sollte man sich einen Filter selbst bauen. Dies ist jedoch keine allzu einfache Angelegenheit. Hierfür wird in eine Röhre unten zuerst Kies eingefüllt, darauf kommt Kohle, dann Sand und ganz oben drauf nochmal eine Schicht Kies. Dadurch kann man das Wasser dann laufen lassen und unten wieder auffangen. Dies ist eine Möglichkeit für den Notfall. Es ist jedoch zu bedenken, dass sich in den einzelnen Stoffen, die in das Rohr gefüllt werden auch wieder Schmutzpartikel befinden, immerhin stammen sie aus der freien Natur, wodurch ein gewisser Grad an Verschmutzung nicht vermieden werden kann. Außerdem ist es nicht besonders leicht, sich die einzelnen Materialien für diesen Filtern zu beschaffen. Aber im Notfall ist diese Möglichkeit auf jeden Fall besser, als das Wasser pur zu trinken.
Experten empfehlen außerdem, dass man Wasser nicht direkt aus Gewässern schöpfen sollte, sondern stattdessen nahe am Ufer ein Loch in den sandigen Boden graben sollte. Das Loch muss so tief gegraben werden, bis Wasser aus dem Boden nachfließt. Dadurch wird gewährleistet, dass das Wasser schon mal vorgefiltert und von groben Unreinheiten oder Oberflächenschmutz befreit ist.