Training Mai 2012 – Auswertung

Sportics_Sportarten_Zeit_Mai2012Trainingsauswertung ist immer so eine Sache, manchmal möchte man vielleicht lieber nicht darauf hingewiesen werden, wie der vergangene Monat so gelaufen ist. Aber es rückt auch einige Dinge wieder ins rechte Licht, zeigt einem Schwächen auf oder eben auch seine Stärken, die man vielleicht gar nicht so wahrgenommen hat oder wahrhaben wollte. Andererseits fordern natürlich auch Wettkämpfe oder besondere Veranstaltungen ihren Tribut. 

O.K. (!), ich möchte nicht damit hinter dem Berg halten – ein wenig schockiert war ich schon, als ich die letzte Auswertung gesehen habe! Wie konnte ich nur rund 60km laufen? In einem Monat!? Ja, ich bin dafür über 500km mit dem Rennrad unterwegs gewesen, aber es ist mir so gar nicht aufgefallen, wie wenig ich gelaufen bin.

Die Radkilometer gehen mir nun auch einigermaßen locker von der Pedale; natürlich komme ich noch lange nicht an einen 30er Schnitt heran, aber ich kann ohne Probleme ein paar Stunden auf dem Rennrad verbringen, mich mit Ampeln herumärgern, bremsenden Asphalt in Kauf nehmen, hupende Autofahrer ertragen, ohne mich all zu sehr anstrengen zu müssen. Allerdings sollte ich mich auch etwas mehr an den Trainingsplan halten, was zum Beispiel das Koppel- und Intervalltraining betrifft. Aber bis zu meiner größten Herausforderung im September beim BerlinMan die Mitteldistanz zu absolvieren, ist ja auch noch etwas Zeit. Der Prozess der Gewöhnung muss bei mir beim Radfahren wie auch Schwimmen erst noch so richtig einsetzen. Ich bin bei den Grundlagen und die finde ich soweit erst einmal in Ordnung.

Sportics_Sportarten_Zeit_Mai2012

Mit insgesamt knapp 38 Trainingsstunden im Mai bin ich einigermaßen zufrieden, denn ich weiß, es war kaum mehr drin. Ein Marathon, also DER Marathon, wollte erst einmal verdaut werden. Ich habe zwar relativ schnell den innerlichen Stress gespürt, weiter zu trainieren, weil ich einige Veranstaltungen im Auge hatte, wusste aber auch, dass ich Zeit brauche. Deshalb wurde das ein oder andere Koppeltraining umgangen, der ein oder andere Kilometer lieber gemütlich auf dem Rad zugebracht als in den Laufschuhen.

Wirklich erschöpft und komplett aus dem Trainingsrhythmus haben mich in der vergangenen Woche die beiden Yoga Workshops mit Bryan Kest gebracht. Wer glaubt, dass man nach etwas Yoga keine Regeneration gebrauchen kann, irrt total. Drei Tage danach war ich am Morgen neben der Spur… Macht aber nichts, wohlwissend mit den jeweils mehr als zwei Stunden pro Abend etwas für die stabile Mitte und Kraft getan zu haben, fand ich den verursachten Trainingsausfall auch nicht tragisch.

Sportics_Sportarten_Distanz_Mai2012

Dennoch fühle ich eine kleine Lücke im System, das nicht ganz rund läuft, aber vielleicht ist es auch nur die Anspannung. Denn morgen ist es so weit – mein zweiter Triathlon, der Berlin Triathlon in Treptow, steht an und ich freue mich so sehr. Nachdem ich im letzten Jahr leider an keinem teilnehmen konnte, kann ich nun endlich an den Start gehen. Ich werde das Trainerteam vom MyGoal Team erneut treffen und vielleicht haben wir schon vor aber ganz sicher nach dem Wettkampf wieder unendlich viele Themen.

Vorbereitung und Stresspegel hat noch einmal eine neue Dimension erreicht – nicht nur, dass man an all die Laufsachen, an die Verpflegung, an die Zwischenzeiten denken muss, wie beim Lauf-WK, nein! Es kommen unzählige Sachen hinzu; viel mehr Ausrüstung, das größte Teil ist natürlich das Rennrad (ich werde sogar so unterstützt, dass ich Wechselräder dabei habe und mich nicht um Pannen kümmern muss – himmlisch, es ist so schön neben all der Kämpferei das Mädchen heraushängen lassen zu können), Wechselzonenpanik (bloß nicht mit dem Helm loslaufen und das blöde Startnummernband umbammeln und und und) und sich vorher natürlich erst einmal bei unter 10° aus dem Neoprenanzug herausbugsieren…

Zum Glück steht der morgige Wettkampf in erster Linie unter den beiden Zeichen: Erfahrung sammeln und Dank Wettergott Durchhalten, bei einstelligen Temperaturen nicht so einfach. Mutti würde sicher ein Badeverbot aussprechen! Also wird es folgendermaßen ablaufen:

Ich werde super aufgeregt in der ersten Starterwelle gegen 10Uhr mit Gerald in das eisige Wasser springen, während Milosz uns sicher zujubelt, weil es für ihn etwas später losgeht. In meinem mehr als hautengen Neoprenanzug werde ich um Luft japsen und darum kämpfen, dass ich nicht schon im Wasser bei den zwei Runden um die ‘Insel der Jugend’ überholt werde oder womöglich den Fluten zum Opfer falle.

Helfer werden mich an der Ausstiegsstelle mit blauen Lippen und fahlen Fischhänden aus dem Wasser ziehen und ich mich selbst so halbprofessionell hoffentlich bis zum Rad schon einmal von der oberen Hälfte des Neos, der Badekappe und Schwimmbrille befreien. Sollte ich es tatsächlich während des Zerrens am nassen und kalten Neo schaffen, nicht umzufallen und im Dreck zu landen, mache ich die ersten drei Kreuze.

Nun der wirklich unprofessionelle Teil: ich werde nicht tropfnass bei diesem Wetter im Tri Suit auf mein Rad springen und mich innerhalb der 9 Runden mit insgesamt 40km trockenwehen lassen. Nein, ich werde mir eine Hose und Jacke anziehen, bevor es losgeht. Auf die zwei Minuten kommt es bei meiner Zeit sowieso nicht an und wenn mich das zu einem absoluten Möchtegern-Freizeit-Triathleten deklassiert, bitte schön! Wenigstens bin ich vernünftig. Nächste Woche möchte ich nicht mit einer Blasenentzündung oder mehr beim Velothon eine elende Figur abgeben oder möglicherweise noch in der zweiten Runde des Triathlons ausscheiden, weil ich die Hände vor Kälte nicht bewegen kann (etwas hinderlich beim Bremsen).

Bei den 9 Runden, der Veranstalter nennt das den Reiz der Strecke, werde ich sicher einen 20er-irgendetwas-Schnitt hinlegen. Vier Kurven werden sicher ordentlich Kraft fordern, auch wenn man sich im Windschatten anderer Fahrer aufhalten kann.

Keine Sorge, die Jacke ziehe ich dann beim Laufen wieder aus und wenn ich bis dahin gekommen bin, sind bereits mehr als zwei Stunden vergangen. Jetzt folgt das, worauf ich mich am meisten freue, laufen, irgendwie so schnell es geht bei dem Wetter und nach Schwimmen und Radfahren.

Zur Entspannung nach zwei Wochenenden Wettkampfstress wird am 17. Juni der ‘Barefood Running Day 2012‘ für Freiheit an den Füßen sorgen! Außerdem hat Sportics währenddessen auch noch zwei schöne Sportaktionen gestartet – neben der Sportics League kann man sein Können auch bei ‘Jag den Dominik‘ (an irgend einem Tag, wahrscheinlicher an irgendeinem Morgen, werde ich mich auch in den kommenden Wochen so fit fühlen, dass ich die Herausforderung annehme – bis zum 30. Juni ist ja noch etwas Zeit) und dem ‘FUSSBALL EM TIPPSPIEL‘ unter Beweis stellen.

Bild: Grafiken erstellt mit Sportics