Torno und Nesso am Comer See

Torno und Nesso am Comer SeeDie Fahrt über die kurvenreiche Küstenstrasse von Como nach Bellagio ist landschaftlich besonders reizvoll. Bereits nach wenigen Kilometern erreicht man die Ortschaft Torno, am Fuße des Monte Bisbone. Wie in vielen anderen Orten am Comer See, wurde in früheren Jahrhunderten auch in Torno Seide hergestellt und verarbeitet. Bei einem Spaziergang durch die romantischen, schmalen verschachtelten Gassen mit ihrem ganz besonderen Flair, fühlt man sich in frühere Zeiten versetzt. Die beiden Kirchen des Ortes haben ihren Ursprung im 6. und 13. Jahrhundert. Die ältere Kirche, San Giovanni, beherbergt in ihrem Inneren viele sehenswerte und recht gut erhaltene Fresken. Eine weitere Sehenswürdigkeit befindet sich direkt am Seeufer, etwas außerhalb Tornos: die Villa Pliniana aus dem 16. Jahrhundert. Berühmt wurde die Villa durch eine intermittierende Quelle die in einer Grotte entspringt und in den Comer See fließt. Bereits Plinius und Leonardo da Vinci waren von diesem mysteriösen Naturphänomen fasziniert, das bis in die heutige Zeit den Wissenschaftlern Rätsel aufgibt. Im Laufe der Jahrhunderte beherbergte die majestätische Villa viele berühmte Gäste, zu denen Napoleon, Stendhal und Winston Churchill zählten.
Fährt man auf der Küstenstrasse weiter in Richtung Bellagio, passiert man in der Höhe des kleinen Ortes Careno die schmalste Stelle des Lago di Como, der hier nur 650 m breit ist. Die mit 425 Metern tiefste Stelle des Comer Sees, befindet sich bei Nesso. Dieses pittoreske mittelalterliche Städtchen hat noch eine weitere Besonderheit vorzuweisen – den Orrido di Nesso. Das Flüsschen Nose stürzt als tosender, rauschender Wasserfall über hohe Felsvorsprünge in die Tiefe und durchschneidet schäumend den Ort, um schließlich in den See zu münden. Eine Brücke, die noch aus der Römerzeit stammt sollen, bietet die beste Aussicht auf dieses Naturschauspiel.