Tipps für ein Wochenende in Münster (in der kalten Jahreszeit)

Münster ist nicht weit von Düsseldorf entfernt, trotzdem war ich noch nie dort. Aber im Februar war es endlich soweit und ich habe für ein Wochenende Münster besucht. Mitgebracht habe ich einige Tipps, was man auch in der kälteren Jahreszeit dort erleben kann.

Wochenmarkt auf dem Domplatz

Jeden Samstag findet auf dem Domplatz ein Wochenmarkt statt, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Dieser Markt ist nicht nur ein typischer Wochenmarkt, sondern auch ein Paradies für Genießer. Es gibt die klassischen Obststände mit einer großen Auswahl an frischem Obst und Gemüse, An einem Stand werden nur Pilze verkauft, viele verschiedene Sorten. Das Angebot des Metzgers Madl (der hier auch Fleischsommelier heißt) ist ungewöhnlich gut, dort werden auch Dry Aged Fleisch, Wagyu und besondere Cuts vom Rind verkauft. Aber auch Fisch, Blumen und einiges andere wird hier angeboten. Sehr schön fand ich die Möglichkeit, an vielen Ständen Snacks und kleiner Gerichte kaufen zu können. So kann man zwischen frischen Reibekuchen, Flammkuchen, Eintopf, Burger und einigem mehr wählen. Ideal für einen Mittagssnack.

Der Wochenmarkt findet Mittwochs und Samstags Vormittags auf dem Domplatz statt.

Friedenssaal im historischen Rathaus

Der Friedenssaal im gotischen Rathaus verdankt seinen Namen der Tatsache, dass hier die Verhandlungen und der Abschluss des westfälischen Friedens stattfanden, die den dreißigjährigen Krieg in Europa beendeten. Der ursprünglich als Ratssaal genutzte Raum ist rundherum in Holz getäfelt. Auffällig ist der mächtige Wandschrank an der Nordwand, vor dem der Richtertisch und die Bürgermeisterbank steht. Der Schrank ist reichhaltig mit Schnitzereien verziert. Auf den Fächern befinden sich Abbildungen von Heiligen, Münsteraner Patronen sowie menschlichen Lastern. Ein genauer Blick auf die Bilder lohnt sich. An der Westwand hängen die Portraits der Gesandten die bei den Verhandlungen des westfälischen Friedens anwesend waren.

An der Südseite neben dem schönen Kamin steht der berühmte Goldene Hahn, der auch heute noch gelegentlich als Trinkpokal zur Begrüßung von prominenten Besuchern verwendet wird. Der Sage nach wurde dieser Pokal zum Gedenken an den Hahn gestiftet, der bei einer Belagerung das letzte noch lebende Tier in der Stadt war. Er entkam seiner Köpfung und spazierte auf der Stadtmauer. Da die Belagerer dachten, in der Stadt gebe es noch ausreichend Lebensmittel, wurde die Belagerung beendet. Laut einer weiteren Sage kam dieser Hahn bis nach Bremen, wo er drei Freunde fand. Aber dies ist eine andere Geschichte.

Öffnungszeiten: Di-Fr 10-17 Uhr; Sa, So und Feiertage 10-16 Uhr

Eintrittspreis: Erwachsene 2 €, Schüler, Studierende, Arbeitslose, Menschen mit Behinderungen, Senioren ab 65 Jahren, Inhaber des Münster-Passes 1,50 €

Weitere Informationen: Friedenssaal Münster

Prinzipalmarkt und Lambertikirche

Der bekannte Straßenzug ist das Wahrzeichen von Münster und wahrlich kein Geheimtipp. Trotzdem möchte ich den Markt hier erwähnen, denn er ist einfach wunderschön und ein Stück lebendige Stadtgeschichte. Besonders abends, wenn die Straßen leer sind und die alten Häuser angeleuchtet werden ist die Stimmung dort einfach wunderbar. Interessant ist, dass die Häuser alle nicht original erhalten sind, sondern nach dem Krieg originalgetreu wieder aufgebaut wurden.

Am nördlichen Ende des Prinzipalmarkts steht die Lambertikirche. Zwei Dinge machen diese katholische Kirche so besonders. Zum einen die drei Eisenkäfige, die am Turm der Kirche befestigt sind. In diesen wurden die Leichen der drei Anführer der Wiedertäuferbewegung im 16. Jahrhundert aufgehängt, um die Bevölkerung davor abzuschrecken, ähnliches zu versuchen. Zum anderen ist diese Kirche eine der wenigen in Deutschland, in der die Türmer-Tradtion bewahrt wird. Seit 2014 ist Martje Saljé die Türmerin und bläst jede Nach von 21 bis 24 Uhr jede halbe Stunde das Horn. Eine weitere Aufgabe ist auch heute noch vom Turm der Lamberti-Kirche Ausschau nach Bränden zu halten.

Foucaultsches Pendel in der Dominikaner Kirche

Seit 2018 hat Münster eine neue Attraktion, welche nur an acht weiteren Orten auf der Welt zu bewundern ist. Der bekannte Künstler Gerhard Richter hat in der ehemaligen Dominikanerkirche ein Foucaultsches Pendel im Rahmen des Kunstwerks „Zwei graue Doppelspiegel für ein Pendel" installiert. An einem 29 m langen Seil ist eine 48 kg schwere Metallkugel angebracht. Durch die Änderung der Schwingungsebene kann mit dem Pendel die Erdrotation sichtbar gemacht werden.

Ein, wie ich finde, faszinierendes Experiment und es beruhigt unglaublich, wenn man es beobachtet. Bei kühlen Temperaturen oder feuchtem Wetter ist dies ein guter Ort, um ein wenig aufzuwärmen.

LWL-Museum für Kunst und Kultur

Die Ausstellungen im LWL-Museum für Kunst und Kultur reichen vom Mittelalter bis zur Gegenwartskunst. So findet man hier Kunstwerke der alten Meister und Kirchenkunst. Aber auch die Künstler des 20. Jahrhunderts wie Josef Beuys und August Macke werden hier gewürdigt. Immer wieder gibt es Sonderausstellungen, bei meinem Besuch war es „Bauhaus in Amerika". Das Museum bietet eine interessanten Querschnitt der Kunst aus verschiedenen Jahrhunderten, so dass jeder Kunstinteressierte dort etwas findet. Für eine Pause nach dem Museumsbesuch bietet sich das Cafe im Foyer an. Der Kuchen hier ist sehr gut.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10 - 18 Uhr
Am zweiten Freitag im Monat 10 - 24 Uhr (Am Langen Freitag ist der Eintritt ab 18 Uhr frei)

Eintrittspreise: Erwachsene 9 €, Ermäßigt* 4,50 €
Kinder und Jugendliche frei (bis einsch. 17 Jahre)

Mehr Informationen über Museum gibt es hier.

Stadtmuseum von Münster

Wer nicht kunstinteressiert ist, aber trotzdem eine Indooraktivität sucht, dem möchte ich das Stadtmuseum empfehlen. Wie der Name schon erahnen lässt, wird in hier die Stadtgeschichte von der ersten Siedlern bis zur Gegenwart gezeigt. In anschaulichen Schaustücken erfährt man viel über Münster, von den Anfängen als Kloster bis zur reichen Hansestadt. Die dunkle Zeiten der Wiedertäufer und des dreißigjährigen Kriegs sowie der Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg werden auch thematisiert. Ein wie ich finde sehr interessantes Museum. Und da der Eintritt frei ist, lohnt es sich auch mal einen Blick hineinzuwerfen. Wenn es gefällt ist eine Spende gerne gesehen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr,
Samstag, Sonn- und Feiertag 11 bis 18 Uhr,
Montag geschlossen

Die Ausstellung ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

Stadtmuseum, Saltzstr. 28, 48143 Münster

Kulinarisches am Wochenende in Münster

Natürlich darf bei einem Wochenendausflug nach Münster das kulinarische nicht fehlen. Abends kann man den Tag bei einem leckeren Essen ausklingen lassen, tagsüber in einem der schönen Cafes eine Pause einlegen. Ich habe von meinem Besuch in Münster ein paar Tipps mitgebracht.

Westfälische Küche bei Pinkus Müller

Eine absolute Institution in Münster ist die Brauerei Pinkus Müller. Seit 200 Jahren wir hier Altbier gebraut und sie ist die letzte von ehemals 150 Brauereien in Münster. Das besondere ist, daß das Bier nicht, wie in Düsseldorf, dunkel ist, sondern hell. Neben dem Bier werden bei Pinkus Müller traditionelle westfälische Gerichte serviert. So stehen hier u.a. auch Pannekoken mit Pillewörmer oder Töttchen auf der Karte. Traditionell wird Töttchen aus Kalbskopf, Zunge, Lunge und weiteren Innereien hergestellt. Hier wird das Gericht allerdings aus reinem Kalbsfleisch ohne Innereien zubereitet. Ist zwar nicht mehr traditionell, aber es war sehr lecker.

Tipp: Wer das klassische Töttchen probieren möchte, sollte zum Restaurant Kiepenkerl gehen.

Pinkus Müller, Kreuzstr. 4-10, 48143 Münster

Belegte Brote bei Korn und Knierfte

Für den kleinen Snack zwischendurch ist das Korn und Knierfte ideal. Die Spezialität des Ablegers der Münsteraner Tradtionsbäckerei Krimphove sind frisch und reichhaltig belegte Brote, die Knierften. Daneben gibt es hier auch frischen Kuchen, leckeren Cafe und das Münsteraner Craftbeer Finne.

Korn & Knierfte, Windthorststraße 68, 48143 Münster

Hoteltipp für ein Wochenende in Münster

Ein perfekter Ausgangspunkt für die Erkundung der Stadt ist das Stadthotel Münster. Von hier aus ist alles fussläufig oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Die Zimmer sind geräumig und haben kostenloses WLAN. Das Frühstücksbuffet bot alles, was man für einen gelungenen Start in den Tag benötigt. Zur Entspannung steht Sauna und ein Fitnesssbereich zur Verfügung.

Stadthotel Münster, Aegidiistraße 21, 48143 Münster

Obwohl ich im Februar dort war, hat mir das Wochenende in Münster sehr gut gefallen. Wenn es zu kalt wurde, habe ich genug Möglichkeiten gefunden, mich aufzuwärmen. Für einige Sehenswürdigkeiten, wie den Aasee, den Innenhafen oder die vielen Grünanlagen ist mit Sicherheit ein Besuch im Sommer besser, aber auch in der kalten Jahreszeit wird einem in Münster nicht langwelig.

Weitere Inspirationen zu Münster findest du hier:

Hast du noch mehr Tipps für Münster? Verrate sie doch in den Kommentaren Offenlegung: Bei der Recherche zu diesem Beitrag wurde ich vom Münster Marketing unterstützt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung ist wie immer davon nicht beeinflusst.

wallpaper-1019588
Kathmandu – Der kleine Stadtguide
wallpaper-1019588
Neues Ulefone Note 12P bietet lange Akkulaufzeit
wallpaper-1019588
Eukalyptus überwintern: Das gilt es zu beachten
wallpaper-1019588
12 niedrige winterharte Stauden für die ganzjährige Gartenbepflanzung