T.I.C.: Saubere Luft fuer die Feiertage

Es ist ein regnerischer Tag. Solche Tage gibt es in Peking nicht oft.  Der Regen f’aellt in merkwuerdig duennen, sehr zahlreichen Tropfen vom Himmel und waescht die Luft rein von Abgasen, Sand und Dreck. Es ist September und das Mondfest steht vor der Tuer. In der Luft liegt ein ganz vager Geruch, der schwer wahrzunehmen ist, und nicht zu dem alltaeglichen Smog gehoert. Leicht chemisch, schweflig riecht es. Fuer die Feiertage moechte man klare Luft haben. Da wird auch gerne, ganz im Sinne aller Bewohner Pekings natuerlich, nachgeholfen, wo es moeglich ist.

Hubschrauber hatte man am Himmel kreisen sehen koennen, bevor es anfing, zu regnen. Im Hinterkopf hat man als Westler noch ferne Erinnerungen, an die Olympiade in Peking. Man denkt an Medienberichte, von Raketen, geladen mit Chemikalien, um die Luft rein zu machen, fuer das grosse Ereignis. Das Abwassersystem in der sonst so regenarmen Stadt Peking ist solche Mengen an Regen nicht gewohnt. Es regnet nun schon den zweiten Tag in Folge. Fuer deutsche Verhaeltnisse wuerde man von einem leichten, bis mittelstarken, aber nahezu kontinuierlichen Regen sprechen. Auf den Strassen steht man teils knoecheltief im Wasser. Man watet durch die Pfuetzen, die langgezogen auf dem Weg liegen, und sich an manchen Stellen nicht umgehen lassen. Der leicht chemische Geruch der Luft, den man nicht zuordnen kann, ist nahezu vergessen. Fast wie eine Einbildung, ein Deja-vu, liegt er einem in der Nase. Wenn die Feiertage da sind, wird er verschwunden sein.