Kinder des Drachen: Wachleute 保安

Wachleute gibt es in Peking sehr viele. Das mag daran liegen, dass es viele Chinesen gibt, die widerum genausoviele Jobs brauchen, vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Menschen in der Hauptstadt ein gesteigertes Beduerfnis nach gefuehlter Sicherheit haben. Es ist nicht so, dass man in Peking an jedem normalen Tag zu wenige Uniformen zu sehen bekommen wuerde. Man sieht Fahrkartenverkauefer in Uniformen, Polizisten, Soldaten, Kellner, Kosmetikerinnen, Putzfrauen, und Verkaeufer. Alle haben sie ihre Art von Uniformen an, wie auch die Wachleute. Deren Uniform ist meist in blau- oder gruen gehalten.

Die Wachleute sind meistens schmaechtige, nette Kerle aus der Provinz, die sich in Peking durchschlagen. Es ist zu bezweifeln, dass sie irgendeine kaempferische Ausbildung besitzen, so wie sie meist aussehen. Sie duerfen aber manchmal in der Gruppe marschieren, oder man sieht sie, mit einer Art Gruppenfuehrer andere Uebungen machen. Manchmal duerfen sie sogar Schlagstoecke und rundliche Helme tragen, durch die sie aber nicht wesentlich bedrohlicher aussehen. Seit einer Reihe von quer ueber China verteilten, voneinander unabhaengigen Amoklaeufen, in Kindergaerten und Schulen, tragen sie an solchen Einrichtungen teilweise auch stichsichere Westen.

Die Wachleute finden an vielen Orten ihre Jobs, und meistens sitzen sie an Tueren, und Toren, oder stehen im Eingangsbereich. Wohnblocks, sowie auch beispielsweise Schulen und Universitaeten sind in Peking ummauert. An den Eingangstoren trifft man auf die Wachleute, manchmal auf einen, manchmal auf mehrere gleichzeitig. Die Maenner mit den Uniformen kriegen also immer mit, wer wann von einer Feier heimkommt, und ob die Person noch gerade laeuft. Auch wer zu spaet zur Arbeit kommt, wissen sie natuerlich. Vielleicht fuehren sie sogar Buch, und ihre Aufzeichnungen stossen bei anderen Stellen auf reges Interesse. Sinn des Konzeptes ist es, dass niemand von ausserhalb, der nicht eingeladen ist, in das jeweils zu bewachende Areal, – sei es nun eine Universitaet, ein Firmengelaende, oder ein Wohnblock – hineinkommt. Das Gehalt der Waechter duerfte sie wohl nicht gegen Bestechungsversuche immun machen, und auch ist es nicht unbekannt, dass sich die Herren, vorzugsweise waehrend der Nachtschicht, ein Schlaefchen goennen.

Unterhaelt man sich mit ihnen, stellt man fest, dass die Wachleute meist sehr aufgeschlossene, freundliche Leute sind, die sich ueber einen netten Plausch freuen, wenn gerade nicht viel los ist. In der Regel werden sie von den meisten Leuten, die sie bezahlen, wie zum Beispiel den Bewohnern der Wohnheime und Blocks, ignoriert. Dies kann dazu fuehren, dass einige von ihnen, einen Moment im Rampenlicht geniessen, und dafuer kurze Momente, in denen ihr Job von zentraler Wichtigkeit erscheint, umso mehr herausstellen. So kann es passieren, dass sie einem den Einlass verweigern, falls man einen bestimmten Ausweis, oder eine andere formelle Zugangsberechtigung vergessen hat, obwohl sie einen schon seit Monaten jeden morgen zur Vorlesung, oder jeden Abend nach Hause kommen sehen. Dies ist meistens nicht persoenlich gemeint, und laesst sich im Normalfall auch direkt vor Ort klaeren. Es ist ein Wenig Geduld gefragt. Falls Sie ueber laengere Zeit Regelmaessig an einem bestimmten Wachmann vorbei muessen, gruessen Sie ihn, und investieren Sie ab und zu fuenf Minuten in einen kleinen Schwatz. Es koennte sich fuer Sie rentieren

Kinder des Drachen: Wachleute 保安