Thunfischsalami II

Thunfischsalami II
Ein würziges Ding.
Zehn Tage hängt die Thunfischsalami nun an der Luft und es wird Zeit sie zu vakumieren. Länger kann ich sie keinesfalls hängen lassen, da die Luftfeuchtigkeit im Lageraum nicht hoch genug ist und die Salami sehr schnell trocknet. Das Pökelsalz braucht aber noch weiter zwanzig Tage um geniessbar zu werden, weshalb die Wurst nun eingeschweisst im Kühlschrank verschwindet. Die Salami besteht aus 850 Gramm gewolftem Thunfisch, 130 Gramm grünem Speckbrunoise, 23 Gramm Pökelsalz, Knoblauch, Ingwer, gerösteter Koriandersaat und weissem Pfeffer und wurde vor dem Trocknen in Reisstärke gewälzt. Der Gedanke Fisch zu Wurst zu verarbeiten mag auf Anhieb gemischte Gefühle hervorrufen aber die Fischsalami riecht nicht nach Fisch. Überhaupt kommt die Salami wie eine Salami daher. Die Konsistenz, der Fettgehalt des Thunfisch eignet sich sogar erstaunlich gut für eine Salami. Dennoch wird vermutlich niemand versuchen, die allerletzten Thunfischbestände unserer Meere ausgerechnet in Därme zu pressen. Die Herstellung von Wurst war früher primär der Versuch, Überschüsse langfristig zu konservieren. Dennoch hilft das Experiment, die fundamentale Trennung zwischen Fisch und Fleisch im Kopf ein wenig aufzulockern.

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