Thermodynamik und IT: Ein Blogartikel über einen Blogartikel

Thermodynamik und IT: Ein Blogartikel über einen BlogartikelSeit einem Jahrzehnt ist mein Frühstück in aller Regel mit der Recherche nach aktuellen Themen für Artikel, die ich für diverse Blogs im Internet schreibe, gekoppelt. Die Stulle in der linken und die Maus in der rechten Hand geht es ab durch die Newsseiten.

An Sonntagen habe ich dabei weniger Zeitdruck – deshalb dringe ich an diesen ruhigen Tagen gerne mal im Detail in komplexere wissenschaftliche Themen ein, denn was kann interessanter sein, als die Welt, in der wir leben? Dabei versuche ich immer, nicht nur so zu lesen, dass ich den Inhalt wiedergeben kann, sondern ihn auch wirklich zu verstehen.

Ablauf und Hindernisse bei der Recherche

Wenn es bei einem Thema nicht um Bereiche wie IT oder Elektronenoptik geht, in denen ich jahrzehntelang im In- und Ausland meine Brötchen als Serviceingenieur verdient habe, werden dann auf dem Weg zu einem Erfolgserlebnis meist noch weiterführende und vertiefende Internetseiten geöffnet.

Und glauben Sie mir: Es ist ein geiles Gefühl, wenn einem dabei ein Licht aufgeht (Psychologen sprechen dabei wohl von einem Aha-Effekt) und man die beschriebenen Zusammenhänge auf einmal wirklich versteht und nicht nur eine kurze Zeit lang aus dem Kuzzeitgedächtnis wiedergeben kann.

Leider klappt das nicht immer, sei es wegen meiner eigenen begrenzten Fähigkeiten, wegen der mangelnden Fähigkeiten der Autoren der Beiträge als Erklärbären oder einfach nur wegen damit verbundener Kosten. So auch heute, wo mich die Überschrift zu einem Spiegel-Artikel „Missing Link: Grenzen bei Energiebedarf und Geschwindigkeit von Prozessoren – Thermodynamik und ITgelockt hat, der wiederum auf einem Artikel im Physik-Journal basiert.

Meine Probleme mit dem Spiegel-Artikel

Thermodynamik und IT: Ein Blogartikel über einen BlogartikelLeider warf der Spiegel-Artikel viele Fragen auf, von Formeln zur Entropie des Universums, deren Elemente nicht wie üblich erläutert wurden, bis hin zu Beispielen wie dem Landauer-Modell, gegen welches das berühmte quantenmechanische Kätzchen des Herrn Schrödinger wie ein typisches Internet-Katzenvideo daherkommt.

Wenn dann dann auch noch Zwischenüberschriften ohne Änderung des Formats mitten im Fließtext den Lesefluss blockieren, ohne genannten Grund aus Gasteilchen Glasteilchen werden und bei der Erläuterung eines Experiments mit der „optischen Pinzette“ Teilchengrößen genannt werden, die vier Größenordnungen über dem eines „Gasteilchens“ liegen, fragt man sich, ob der Schreiber unter Zeitdruck stand, nur eine sehr kleine Zielgruppe ansprechen wollte, sich nicht in seine Leser hineinversetzen konnte oder ob er es vielleicht selbst nicht im Detail verstanden hat.

Zollschranken im Internet

Aufklärung hätte hier möglicherweise der Original-Artikel im Physik-Journal schaffen können, aber der ist hinter einer Bezahlschranke im Internet verborgen – und die überschreite ich aus mehreren Gründen prinzipiell nicht.

Also gibt es heute keinen Artikel über die Grenzen des Schrumpfens in der IT, sondern nur einen Artikel über einen Artikel zu diesem Thema…

Bild: Intel-Prozessor 80486, Matt Britt, CC BY-SA 3.0

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