The Weekend Watch List: Der seltsame Fall des Benjamin Button

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The Weekend Watch List: Der seltsame Fall des Benjamin Button

5Drama

Der seltsame Fall des Benjamin Button sticht ungewohnt in der Filmographie von David Fincher hervor. Der Versuch einer dramatischen Fabel ist ihm leider nicht ganz geglückt.

Benjamin Button (Brad Pitt) kommt als Greis auf die Welt und altert rückwärts. In seiner bewegenden Lebensgeschichte, die ihn rund um den Globus schickt und in Kontakt mit den merkwürdigsten Menschen bringt, ist nichts gewöhnlich. Aufgrund seines umgekehrten Alterungsprozesses ist er von Anfang an ein Sonderling. Einzig seine große Liebe Daisy (Cate Blanchett) scheint eine Konstante in seinem Leben zu sein. Doch die Beziehung zu ihr ist eine mit zahlreichen Hindernissen.

Alleine das Genre eines romantischen, fabelhaften Dramas ist eine überraschende Abkehr von Finchers bisheriger Bevorzugung des düsteren Thrillers, hat er doch in jenem Genre seine bisher besten Filme hervorgebracht. Der seltsame Fall des Benjamin Button hat nun schon alleine durch die Kombination seiner Geschichte und der Bildsprache von David Fincher einen gewissen Reiz. Handwerklich gibt es wenig auszusetzen, David Fincher weiß, wie er eine Geschichte mit größtmöglicher Wirkung inszenieren muss, auch wenn man hier ständig das Gefühl hat, er fühlt sich nicht richtig wohl dabei. Mit Brad Pitt (einem alten Bekannten und Hauptdarsteller aus Sieben und Fight Club) und Cate Blanchett hat er zudem zwei hochkarätige Schauspieler zur Hand, die einmal mehr ihr dramatisches Können unter Beweis stellen.

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Woran es bei Der seltsame Fall des Benjamin Button hapert, ist schlichtweg die erzählte Geschichte an sich. Manchmal erinnert es zu sehr an Forrest Gump, dann wiederum ist sie ganz einfach zu banal und bietet abseits des Alterungsprozesses seiner Hauptfigur wenig originelles. Drehbuchautor Eric Roth scheint sich ganz auf diesen umgekehrten Prozess des Protagonisten zu verlassen, es soll Anreiz genug sein, um die ganze Zeit bei der Geschichte zu bleiben, da spielt es keine Rolle, dass die Handlung an sich schlichtweg uninspiriert und vorhersehbar ist. Aber es spielt eine Rolle. Denn selbst Finchers Regie, so gut sie auch im Rahmen dieser Handlung ist, zeigt doch schwächen im Vergleich zu seinen anderen Werken. Er scheint nie so ganz zu sich selbst zu finden.

Der seltsame Fall des Benjamin Button mag zwar einer der schwächsten Filme David Finchers sein, aber es lohnt sich dennoch ihn anzuschauen. Er ist ein interessantes Beispiel eines geübten, versierten Regisseurs, der sonst stets zielstrebig und selbstbewusst seine ganz eigenen, unüblichen und nonkonformistischen Filme gemacht hat, und nun plötzlich ein durch und durch banales, vorhersehbares, auf Hochglanz poliertes, aalglattes Hollywood-Märchen erzählt. Der Film hat sich dermaßen erfolgreich angebiedert, dass er Fincher sogar seine erste Oscar-Nominierung eintrug. Unterhaltsam ist Der seltsame Fall des Benjamin Button durchaus, wenngleich er nicht mehr bietet als puren Eskapismus – das hat auch seine Berechtigung und ist schon gut, aber dafür braucht man keinen David Fincher auf dem Regiestuhl.

Regie: David Fincher, Drehbuch: Eric Roth, basierend auf der Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald, Darsteller: Cate Blanchett, Brad Pitt, Julia Ormond, Faune Chambers Watkins, Elias Koteas, Filmlänge: 166 Minuten, DVD/Blu-Ray Release: 01.10.2010

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Autor

Marco Rauch

Aufgabenbereich selbst definiert als: Kinoplatzbesetzer. Findet den Ausspruch „So long and take it easy, because if you start taking things seriously, it is the end of you” (Kerouac) sehr ernst zu nehmend.


 

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