Süßkartoffel, Medronho und Kultur

Der Westen der Algarve bietet bis zum Jahreswechsel eine besonders aufregende Kombination von kulturellen und kulinarischen Leckerbissen - rund um Aljezur und Monchique. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Frucht des Erdbeerbaums (Medronho) und die wohl leckerste Süßkartoffel der Welt (Batata-doce de Aljezur).

Schon am Wochenende 10. und 11. November geht es los. Das Theaterprojekt „Medronho" lockt jeweils um 11 und 14 Uhr zum Hubschrauber-Landeplatz Heliporto in der kleinen Gebirgsstadt Monchique. Eine Wiederholung steht für den 17. und 18. November an und eine Folgeproduktion im März. Auf einer jeweils zweistündigen Tour durch die Berge und örtliche Schnapsbrennereien bringen nun im November portugiesische Schauspieler den Besuchern eine Episode in drei Akten rund um das Ernten, die Fermentation und das Destillieren des Erdbeerbaum-Feuerwassers Medronho näher. Um in den vollen Genuss der Aufführung zu kommen, sollte man zumindest ein wenig Portugiesisch verstehen.

Traurig: Feuerwasser durch Feuer beeinträchtigt

„Im August überzogen die Feuerflammen des Waldbrands das Monchique-Gebirge", erinnert Regisseur Giacomo Scalisi. Der in Aljezur lebende gebürtige Italiener fügt hinzu: „Alles stoppte, alles änderte sich".

Sein neues Theater-Projekt im Rahmen des „Lavrar o Mar"-Programms sieht er als eine Art kollektiver Trauer, aber auch als eine Frucht der überstandenen Waldbrand-Tragödie. Jetzt will er ein neues Kapitel des „Romeo und Julia"-Stoffes im Milieu der Familienbetriebe aufschlagen, die von der Medronho-Produktion leben. Bei einem Teil dieser Familien haben die Flammen im Epizentrum der Katastrophe die gesamte Existenzgrundlage vernichtet. Bei den anderen grünt die Hoffnung, dass es mit neuer Energie weitergehen kann.

Bei einer Pressevorführung beeindruckte Schauspieler António Fonseca mit einem Monolog, den er in der Quinta do Lameira-Brennerei von José Paulo vortrug. Er erzählte auf Portugiesisch die Geschichte des Feuers und dessen, was es hier bedeutete. „Das Wichtigste ist, das nicht zu vergessen", unterstrich Scalisi.

Die Süßkartoffel als "Dancing Queen"

Mit seiner Partnerin Madalena Victorino leitet er auch das Projekt „Dancing!" Es ist integriert in das Süßkartoffel-Festival von Aljezur. Schon vom 29. November an und bis zum 2. Dezember solle im Ort Rogil (Sede do Rancho Folclórico) die süße Kartoffel ab 19 Uhr „Dancing Queen" und Star der Abende werden, kündigte Victorino an: „Deren zahlreiche gastronomischen Qualitäten lassen wir durch verschiedene afrikanische Rezepte hervortreten - mit einer kulinarischen Performance".

Versprochen sind überschwängliche, heiße Tanzmusik der Gruppe Fogo Fogo und des Orquestra Vicentina, versüßt mit ungezügelter Freude und ausdrucksstarker Bewegung. Mehr zum Süßkartoffel-Festival finden Sie am Ende dieses Textes.

Am 8. Dezember in Aljezur (Galerie Espaço +) und tags darauf in Monchique (Mehrzwecksaal der Gemeinde) gibt es jeweils um 11 und 16 Uhr das Musiktheater Kaô für kleine Kinder im Alter von bis zu drei Jahren. Gutenachtlieder aus aller Welt, wie sie von Generation zu Generation vererbt wurden, erklingen neben Poesie zu den ersten Schritten im Leben.

Medronho und Süßkartoffel folgt zum Jahreswechsel ein Zirkus

Einen Jahresausklangs-Urlaub an der West-Algarve lohnt das Programm des französischen Zirkus Aïtal. Er gastiert vom 28. Dezember bis 1. Januar auf dem Gelände des Hubschrauber-Landeplatzes in Monchique. Jeweils ab 21 Uhr führen die Artisten ihre zauberhafte Mischung aus Nummern mit Akrobatik, Jonglieren, Voltigieren, Russischem Barren und atemberaubendem Balancieren vor.

Eine Live-Band wird singen, pfeifen und anpeitschen. Zwei Pferde, so die Ankündigung, werden die Bühne auf ihre eigene Art als Darsteller übernehmen. Die Manege ist ursprünglich und einfach ausgestattet: Erde, Regen, Wind, Baum und Sonne sind im Spiel, wenn es um menschliche Beziehungen, Humor und pure Emotion geht.

„Am Silvester-Abend gibt es noch eine Überraschung", verrät Telma Antunes, für die Kommunikation des Projekts Lavrar o Mar zuständig. Nach der Show sind alle Teilnehmer zu einer gemeinsamen Feier mit den Zirkusartisten eingeladen. Sie wird bis weit in den Morgen des Neujahrstages dauern. Es gibt lokale Speisen und Getränke, angeboten von örtlichen Restaurants, Bars und Geschäften.

Das bietet das Süßkartoffel-Festival

Das traditionelle Süßkartoffel-Festival von Aljezur, das vom 30. November bis 2. Dezember in der Mehrzweckhalle der Stadt stattfindet, hat drei Zutaten: Gastronomie, Tradition und Kultur. Präsentiert wird , was die lokale Süßkartoffel so besonders macht - in vier teilnehmenden Restaurants sowie an mehreren Ständen und Verkaufswagen. Vom handwerklich gebrauten Süßkartoffel-Bier über Süßkartoffel-Kuchen und Süßkartoffel-Eis aus der Knolle mit ihrer geschützten Herkunftsbezeichnung gibt es allerhand Leckeres zu verkosten. Auch Snacks und leichtere Süßkartoffel-Kreationen sind im Angebot. Einheimische Köche führen vor, wie die angeblich beste Süßkartoffel der Welt - so die Menschen von Aljezur zu ihrem gastronomischen Juwel - verarbeitet werden kann. Ferner bieten auf dem Festival mehr als 100 Aussteller ihre echten handwerklichen Produkte aus der Region feil. Geöffnet ist an allen drei Tagen ab 12 Uhr mittags. Schluss ist an den ersten beiden Tagen um Mitternacht und am letzten Tag um 22 Uhr.

Was die Algarve im November sonst noch im Programm hat

Hier noch ein Schnellüberblick über weitere wichtige Angebote in dem mehr als 100 Veranstaltungen umfassenden Programm der Algarve im November:

Musik: Der Harlem Gospel Choir tritt am 24. November um 21:30 Uhr im Teatro das Figuras in Faro auf. Zum zehnten Mal in Folge tauschen die Sängerinnen und Sänger ihre Heimatstadt New York gegen Portugal ein, um dem Publikum eine gute Einstimmung auf die Weihnachtszeit zu bieten. Diesmal unternimmt der Chor eine Reise zu den größten Erfolgen seiner drei Jahrzehnte dauernden Karriere.

Gemäldeausstellung: "Pedaços de mim" (übersetzt etwa: Stücke von mir) der Malerin Madalena Santos sind noch bis 27. November in der Kunstgalerie Pintor Samora Barros in Albufeira zu sehen. "Die Ausstellung zeigt ein paar Jahre meines Lebens. Es geht um die Erde, das Meer, das Reale und das Ätherische, immer mit viel Farbe und Licht", sagt die Künstlerin.

Sport: Das European Rally Trophy Finale 2018 bringt vom 15. bis 17. November Autorennsportler nach Portimão, Lagos, Lagoa und Monchique. Die Rally fand das ganze Jahr über in sieben europäischen Regionen in 23 europäischen Ländern statt. Die drei besten Fahrer aus jeder Region wurden für ein europäisches Finale ausgewählt, das nun an der Algarve stattfindet. Die Veranstaltung ist auch nach wie vor die letzte Veranstaltung der portugiesischen Rallye-Meisterschaft.

Umwelt: Eine Operation "Montanha Verde" findet am 23. November statt. Die Initiative eines Themen- und Wasserparks verspricht, in nur vier Tagen insgesamt 21.000 neue Bäume in den vier Städten Silves, Monchique, Portimão und Loulé zu pflanzen.


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