Sturmglas im Plattenbau auf WLAN Router

Zwischen den Jahren hatte ich Gelegenheit in meiner alten Heimatstadt POTSDAM einige interessante Experimente mit meinen Sturmgläsern durchzuführen. Konkret ging ich der Frage nach, wie sich Sturmgläser in Stahlbetonbauten verhalten, die es in Form diverser DDR Plattenbauten heute noch vielfach in POTSDAM gibt. Die von mir zu Testzwecken genutzte Wohnung befindet sich im Erdgeschoss einer DDR Plattenbauwohnung im Stadtteil Waldstadt II welcher in den 1970er Jahren entstand. Die Fenster wurden in den 1990er Jahren in Form moderner Thermofenster erneuert. Durch die Lage der Wohnung im Erdgeschoss verfügt diese über eine hinreichend große Terasse mit kleinem Garten ringsherum wie es vielfach damals gebaut wurde. Ideale Voraussetzungen also um diverse Tests durchzuführen.
Für den Test nutzte ich die bekannten Sturmgläser, die in den Wochen zuvor im schwedischen ORREFORS gute Dienste leisteten. Zunächst begann ich mit folgendem Versuchsaufbau:
- Zwei Sturmgläser davon ein Messingglas wurden in einer Vitrine platziert.
- Ein Sturmglas aus Messing stellte ich direkt auf den WLAN Router.
- Das verbliebene Messingsturmglas stellte ich auf die Terasse.
Bereits nach der ersten Nacht war deutlich zu sehen, dass weder die Sturmgläser in der Vitrine noch das Sturmglas auf dem WLAN Router reagierten. Sie zeigten keinerlei Kristallisation. Das Sturmglas auf der Terasse dagegen reagierte tadellos.
Nun begann ich die Messingsturmgläser reihum zu tauschen. Das aus der Vitrine wanderte auf den WLAN Router, das auf dem WLAN Router auf die Terasse und das auf der Terasse in die Vitrine. Nach wenigen Stunden schon gleiches Bild wie zuvor. Die Gläser in der Vitrine wie auf dem WLAN Router reagierten nicht. Das Sturmglas, welches sich jeweils auf der Terasse befand reagierte sauber.
Dann nahm ich zwei Sturmgläser und stellte sie direkt auf die Fensterbank hinter eines der Thermofenster und zwei Sturmgläser auf die Terasse. Während die beiden Sturmgläser auf der Terasse wie gewohnt reagierten zeigte sich erst nach rund 48 Stunden bei den beiden Sturmgläsern auf der Fensterbank eine kaum wahrnehmbare Reaktion. Man muss schon auf den Aufnahmen ganz genau hinschauen, um sie sehen zu können. Ganz anders meine Ergebnisse in ORREFORS wo ich gleiches über mehrere Wochen hinweg auf der Fensterbank unserer alten Holzfenster aus den 1950er Jahren tat.
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Nach der Rückkehr nach ORREFORS platzierte ich meine vier Sturmgläser wieder am Küchenfenster und siehe da, bereits nach wenigen Minuten begannen sie wie gewohnt zu kristallisieren. Es zeigte sich dem folgend also genau das Gegenteil dessen, was ich in den Tagen zuvor in POTSDAM erlebte.
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So gehe ich davon aus, dass der Stahlbeton in Kombination mit den modernen Thermofenstern die Funktion eines Faradayschen Käfig übernimmt und deshalb die Sturmgläser im Zimmer nicht reagierten. Interessant weiterhin, dass das Sturmglas, welches sich jeweils auf dem WLAN Router befand auch nicht reagierte und gleiches Bild zeigte, wie ich bei meinen Versuchen in ORREFORS im Dezember 2016 erlebte, als ich ein Sturmglas zwischen iPad und iMac stellte und beide mittels WLAN miteinander verband.
Auch kann ich ausschließen, dass ein WLAN auf größere Distanz Einfluss auf die Sturmgläser hat. Nur wenn man ein Sturmglas direkt am WLAN Router platziert, hört es auf zu kristallisieren. Stehen aber das Sturmglas einige Meter weiter entfernt, dann hat der WLAN Router keinerlei Einfluss. Denn meine Sturmgläser auf dem Fensterbrett in ORREFORS befinden sich ja nur einige Meter von meinem WLAN Router entfernt. Mein Arbeitszimmer grenzt direkt an die Küche. Diese wenigen Meter reichen aber aus, die Wirkung des WLAN Routers so abzuschwächen, dass eben die Sturmgläser in ORREFORS am Fenster tadellos funktionieren und dies eben in POTSDAM im Stahlbetonbau nie taten.