Staatsballett Berlin – ein unvergesslicher Abend

Im letzten Jahr entschied ich mich, 2016 zwei Konzerte zu besuchen: „Eisbrecher“ und „Herbert Grönemeyer“. Vor dem Kartenkauf habe ich beide Male meine Tochter gefragt, ob sie mich begleiten möchte und jedes Mal erhielt ich eine Absage von ihr. Da mir das aber ungerecht erschien, habe ich sie dann gefragt, wo sie denn gerne hin möchte. Nach ein paar Tagen Überlegen kam dann die Antwort: „In’s Ballett!“. Okayyyyyy – war ich zuvor auch noch nie.

Wenn schon, dann richtig

Wir entschieden uns ziemlich schnell für das Staatsballett Berlin. Klang unheimlich wichtig und vornehm 😉

Schnell einigten wir uns darauf, dass wir uns etwas anschauen möchten, bei dem wir die Handlung kennen würden. Daher fiel unsere Wahl auf die Kategorie „Märchen“. Leider war Michelle’s Lieblingsmärchen „Aschenputtel“ nicht auf dem Programm. Schlußendlich wurde es dann für „Dornröschen“. Mal schauen, wie ein 100jähriger Schlaf im Tanz dargestellt wird.

Dornroeschen

Und da wir beide noch nie im Ballett waren, wollten wir auch richtig gute Plätze. Aber was sind „richtig gute Plätze“? Teuer muss ja nicht zwangsweise gut bedeuten. Wir wußten auch nicht, ob Sitzplätze weiter vorn oder hinten günstiger vom Blickpunkt her waren.

Als wir den Saalplan für eine Buchung öffneten, führte meine Hand die Maus ganz von allein in die erste Reihe. Schließlich waren dort nur noch 2 Plätze genau in der Mitte zu reservieren. Wenn die mal nicht auf uns gewartet haben 😉

Die hohen Preise für die Tickets schoben wir gedanklich beiseite – es sollte schließlich ein unvergesslicher Abend werden!

Und so erwarben wir ein halbes vorher zwei Tickets für „Dornröschen“ im Staatsballett Berlin.

Was zieht man an im Staatsballett an?

Die Frage nach dem richtigen Outfit beschäftigte uns schon einige Monate vor dem eigentlichen Besuch. Da wurde gegooglet, Freunde und Bekannte befragt und Erfahrungsberichte gelesen. Und doch erhielten wir keine wirklich gute Antwort.

Allgemein wurde vorab gesagt: „Um so weiter vorne die Plätze, um so vornehmer sind die Besucher gekleidet.“ Ups – wir saßen in der ersten Reihe. Also in unserem Kleiderschrank fand sich nicht wirklich etwas, was man als „besonders vornehm“ bezeichnen konnte. Daher mußte etwas Neues her. Zumindest für Michelle. Ich würde einfach irgendwas anziehen 😉

Leider darf ich Euch kein Foto meiner Tochter zeigen. Aber so viel sei gesagt: sie sah hinreißend aus in ihrem cremefarbenen, bodenlangen und paillettenbesetzten Abendkleid. Mehr als schick und auf jeden Fall für die erste Reihe geeignet.

Andere Besucher hatten sich auch schick gemacht: die Damen in Kleidern und die Herren erschienen im Anzug. Allerdings saßen diese gar nicht unbedingt weit vorne. Im Gegenteil: im Besucherraum vermischten sich die vornehm gekleideten bunt mit denen, die in Pulli und Jeans erschienen waren.

Fazit: Es ist egal, was man anzieht! Eine Regel für die Abendgarderobe gibt es nicht. Anscheinend ist ein gewisses Maß an Schick im Laufe der Jahre verloren gegangen. Schade eigentlich.

Erste Reihe – Wirklich notwendig?

Da saßen wir also: mittig in der ersten, also wirklich allerersten Reihe und starrten auf einen riesengroßen roten Vorhang, der uns noch die Sicht auf die Bühne verwehrte. Zwischen Bühne und uns gab es nur eine hüfthohe Holzmauer und dahinter den Orchestergraben. Der große Vorteil: von unseren Plätzen war das Orchester nur zu sehen, wenn man sich weit nach vor beugte. Auf den hinteren Plätzen war der Einblick sicher besser. Aber natürlich auch die Gefahr, vom Geschehen im Orchester abgelenkt zu werden. Wir waren mehr als zufrieden, was das betraf.

Die Bühne ist nicht sehr erhöht, so daß auch nach 3 Stunden abendfüllendem Programm keine Nackenstarre oder ähnliches auftrat. Auch die komplette Bühne und somit das Geschehen ist wunderbar aufzunehmen. Man erkennt jede Schweißperle auf der Stirn des Tanzenden.

Staatsballett erste Reihe Staatsballett Orchstergraben

Da der Zuschauerraum auf uns aber kleiner wirkte als erwartet, werden wir wohl bei einem weiteren Besuch auch mal eine andere Reihe ausprobieren.

Wie tanzt man schlafen?

Dornröschen schläft bekanntlich eine sehr lange Zeit, bevor ihr Prinz sich an den Rosen vorbei drängelt und sie mit einem feuchten Kuss erweckt. Doch wie würden das die Darsteller rüber bringen? Muss das arme Ding die ganze Zeit in der Ecke liegen und wir bekommen evtl. böse Träume zu sehen? Solche und ähnliche Fragen rauschten vorab durch unsere Köpfe.

Natürlich wurde das viel eleganter gelöst, als gedacht. Das Ballett „Dornröschen“ besteht aus 3 Teilen: Dornröschen’s Geburt und Taufe, Rettung durch den Prinzen und Hochzeit mit großem Finale. Ja, man sieht sie schlafend, aber nur kurz zu Beginn und zum Ende (also bei der Sache mit dem Knutscher).

Nach jedem Akt folgte eine Pause von 20 Minuten, was wir recht schade fanden. Wenn es nach uns gegangen wäre, hätten wir alles an einem Stücken sehen wollen. Aber natürlich ist uns klar, dass den Darstellern diese kleine Verschnaufpause gewehrt werden muss. Ebenso den Bühnengestaltern, die wunderbare Effekte zauberten. „Voll 3-D“ war mein erster Gedanke, nachdem sich der Vorhang öffnete.

Gesamtfazit des Abends?

Es war… berauschend… erhebend… faszinierend… toll

Jederzeit gerne wieder. Mir würde sicher eine Operette oder Oper eher zusagen, aber Michelle war begeistert.

Also: das Staatsballett hat uns bestimmt nicht das letzte Mal gesehen.


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