Spieler

Das Spielen haben die Dadaisten nicht erfunden. Schon im Altertum spielten die Schamanen und Dichter mit der Sprache. Der Minnesänger Walther von der Vogelweide schrieb ein Gedicht von 5 Strophen zu je sieben Zeilen, wobei alle Zeilen einer Strophe auf den gleichen Vokal reimen, von A bis U. Hier die dritte, die i-Strophe:

Die tôren sprechent «snîâ snî!»
die arme liute «owî owî!»
des bin ich swære alsam ein blî.
der winters sorge hân ich drî:
swaz der und ouch der ander sî,
der wurde ich alse schiere frî,
wær uns der sumer nâhe bî.

In heutigem Deutsch etwa:

Die Toren sprechen: “schneie, Schnee”,
die armen Leute “owe, owe”,
das macht mich schwer wie Blei.
Vom Winter hab ich drei Sorgen geerbt,
was diese und auch die andern angeht,
die würd ich alle auf einmal los,
wenn nur der Sommer nahe wär.

Damit ist die kleine i-Serie am Ende angelangt. Heute ab 16 Uhr geht der Spaß weiter zwischen A (Falladafast) und I (Lesung: Sieben mit I). Kommen Sie doch einfach vorbei. 



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