Sind wir eine Demokratie und wollen wir das überhaupt?

Es wird schon in Schulen behauptet, wir seien demokratisch - was, wie noch beschrieben wird, falsch ist - oder auch eine parlamentarische Demokratie. Ein Adjektiv vor einem Begriff ist in solchen Fällen immer einschränkend. Es bedeutet somit eingeschränkte Demokratie. Eine eingeschränkte Demokratie ist allerdings keine. Beide Begriffe, parlamentarisch und Demokratie, schließen sich zudem aus, genauso wie direkte Demokratie, da eine echte Demokratie aus dem damaligen Griechenland ganz anders aufgebaut war und z. B. keine Wahlen kannte, denn diese stellen immer eine Machtausübung der Mehrheit über die Minderheit dar. Welche Konsequenzen hinter unserem Wahlsystem stecken, stellt folgendes Video dar.

Entscheidungen wurden damals statt dessen durch Debatten gefällt. Möglich war dies durch die geringe Zahl an Bewohnern der vielen Demokratien, nämlich in jedem Dorf eine. Falls Vertreter, so genannte Bürger, notwendig waren, hatten dieses Amt vorwiegend gebildete Menschen inne. Auf unsere heutige Zeit übertragen wären also Wissenschaftler die Vertreter der Untertanen. Genau, Untertanen, denn auch Volk sind wir nicht. Volk waren jene Menschen, die Waffen tragen durften. Steuern gab es nebenbei erwähnt auch nicht, da als Schutzgelderpressung verpönt.

Auch juristisch stimmt das mit der Demokratie bzgl. der B RD nicht. Im Grundgesetz wie auch Titel unseres Landes steht Republik. Eine solche war ursprünglich dazu gedacht, die Prinzipien einer Demokratie auf größere Maßstäbe anwendbar zu machen. In unserer Gesellschaft ist das gescheitert, denn das darin wichtige Subsidiaritätsprinzip wird immer mehr ausgehöhlt. Nicht die unteren Ämter haben mehr macht, wie es nach dem Prinzip sein sollte, sondern zunehmend höhere oder sogar über der BRD liegende Institutionen, wie Nato oder EU.

Nun fordern einige Menschen eine direkte Demokratie. Eine solche Pöbelherrschaft wird eigentlich Ochlokratie genannt. Anhänger dieser Gesellschaftsform lehnen die Bezeichnung zwar als negativ belegt ab, doch trifft sie die Sache nun mal besser auf den Punkt, da die gaußsche Verteilungskurve auf die Kompetenz von Menschenmassen ebenso zu trifft.

Sind wir eine Demokratie und wollen wir das überhaupt?

Die meisten Menschen haben nicht die Fähigkeit, nachhaltige und sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Folgendes Video stellt das etwas überspitzt dar.

Dementsprechend würde ich der Masse nicht Entscheidungsgewalt über alles und mich in die Hand legen.

Manche bezeichnen unsere Gesellschaftsform in emotionalem Affekt als Diktatur. Das stimmt natürlich ebenso wenig, denn es herrscht nicht nur ein Mensch oder eine Personengruppe, sondern ein Konstrukt aus mächtigen Leuten bzw. die Systematik an sich. Die breite Masse traut sich auf Grund verschiedener psychologischer und soziologischer Aspekte nicht, aus dem System auszubrechen.

Doch wie kann man unser System denn dann nennen? Schnell kam ich auf den Begriff der Plutokratie, also Geldherrschaft. Das passt recht gut, denn wir Menschen arbeiten für das Geld und nicht, wie es sein sollte, umgekehrt. Jemand wies mich allerdings noch auf den begriff der Timokratie hin, Herrschaft des Adels, der Angesehenen, der Habenden. Auch das passt gut, denn unsere Politikdarsteller stellen häufig zur Schau, dass sie gar nichts (sinnvolles) tun. Außerdem hat ein Unternehmer namens Andreas Popp den Begriff der Danistakratie, Herrschaft des Wuchers, geprägt. Damit haben Sie drei Begriffe zum angeben!

Dabei gibt es auch Alternativen! Voluntarismus ist eine abgewandelte Form der Anarchie. Da manche allerdings einen Herrscher wollen, ist es gut möglich, jemanden dafür zu bezahlen, dass er einen beherrscht, so ähnlich wie es ja auch bisher, nur auf Zwang basierend, mit den Steuern an den Staat der Fall ist. Voluntarismus beschreibt zusätzlich die Gewaltlosigkeit, sofern es sich nicht um Notwehr handelt. Eine Polizei, welche wie heute Gesetze durch setzt, wäre also nicht möglich, ebenso wenig die Gesetze an sich. Schädliches Verhalten würde ganz einfach zur Verbannung, also zur Ablehnung seitens anderer Menschen, führen. Damit würden Strafen wie Raub oder Freiheitsentzug überflüssig.


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