Sezessionen (1): Neues Land in Afrika: Der Südsudan

Von Simon Argus
In loser Folge sollen hier die weltweit akuten Grenz- und Sezessionskonflikte vorgestellt werden. Den Anfang macht ein Konflikt, der bereits seit einem halben Jahrhundert schwehlt, und der Afrika verändern könnte: Der Unabhängikeitskampf des Südsudan.

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Dieser Konflikt könnte die Geographie ganz Afrikas verändern. Denn es wäre das erste Mal seit dem Ende der Kolonialzeit, dass auf dem afrikanischen Kontinent Grenzen neu gezogen würden. Die afrikanischen Staaten einigten sich nämlich direkt nach ihrer Unabhängigkeit im Rahmen der OAU (der Organisation für Afrikanische Einheit - heute Afrikanische Union) darauf, die willkürlich von den Europäern gezogenen Grenzen auf alle Zeit unverändert zu lassen.


Dies hat einen einfachen Grund: Würde an irgendeiner Stelle in Afrika eine Volksgruppe erreichen, die Grenzen an tatsächliche Stammesterritorien anzupassen, dann fiele das gesamte Konstrukt in sich zusammen: Denn es gäbe hunderte Volksgruppen, die ähnliche Wünsche äußern würden, viele Staaten Afrikas verlören ihre Existenzberechtigung und würden in langwierige Sezessionskonflikte stürzen.
Im Sudan wird diese Abmachung aber wohl nicht halten: Am 9. Januar ist das Referendum angesetzt, an dem über die Unabhängigkeit abgestimmt werden soll. Das Ergebnis gilt als ausgemacht. Es gibt Bemühungen den Gesamtsudan als eine Konföderation beizubehalten, doch bei ihrer Geschichte könnte es gut sein, dass die Südsudanesen dankend ablehnen:
Der Sudan ist nämlich durch und durch zweigeteilt: Im Süden fühlt man sich seit jeher vom Norden ausgebeutet - durch Versklavung und die Ausbeutung der reichen Rohstoffvorkommen durch die Führung im Norden. Auch spirituell gibt es wenig Verbindendes: Die Bevölkerung des Nordens ist muslimisch, im Süden sind die Nomadenstämme meist Animisten. Der Sudan besteht in seiner heutigen Form tatsächlich nur deswegen, weil die Briten ihr Protektorat Ende des 19. Jahrhunderts möglichst weit nach Süden ausdehnten, um Franzosen und Deutsche vom Nil fernzuhalten.
Und wie sieht die Zukunft aus: Viele bezweifeln, dass nach der Unabhängigkeit Frieden zwischen den Konfliktparteien einkehren wird - die Vernetzungen zwischen beiden Landesteilen sind noch zu stark. Außerdem wird der Südsudan mit seiner Hauptstadt Juba bereits als "pre-failed-state" gehandelt - als ein gescheiterter Staat, noch bevor er seine Unabhängigkeit erlangt hat. So gibt es keinerlei staatliche oder soziale Infrastrukturen, die Wirtschaft ist nicht auf die Unabhängigkeit vorbereitet. Gleichzeitig sind nach Jahren der Konflikte Waffen keine Mangelware und stets schnell zur Hand.
Und die Probleme könnten bald auch in anderen Teilen Afrikas zu spüren sein: Wenn im Sudan die Volksgruppen getrennte Wege gehen, wieso nicht auch im Vielvölkerstaat Nigeria oder im Kongo?
Quellen: The Economist: The promise and peril of independence, Taz (4. August): Die Abtrünnigen dieser Welt


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