Seifige Angelegenheiten…

Nun bin ich auf eine weitere Manufaktur gestoßen. Auf die Seifen-Manufaktur Klar in Heidelberg. Und plötzlich bekommt Seife eine ganz andere Bedeutung für mich, nachdem ich mir bewusst gemacht habe, was eigentlich so eine Seife ist.

Im Jahre 1840 begann Philipp Klar mit der Kunst des Seifensiedens. Als Geselle begab er sich zur Perfektionierung seines Handwerkes auf Wanderschaft, die ihn bis nach St. Petersburg führte. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1840 eröffnete er als Seifensiedemeister in Heidelberg einen Handwerksbetrieb mit angegliedertem Laden. Der Grundstein der bis heute in der Familie gepflegten Seifentradition war gelegt.

Das älteste Seifenrezept der Welt enthält Pflanzenasche und Öl und stammt von den Sumerern. Seitdem sind rund 5.000 Jahre vergangen, das Prinzip der Seifensiedererei ist aber im Wesentlichen das gleiche geblieben: Öle und Fette werden mit einer alkalischen Lösung, einer Lauge, gekocht. Dabei entsteht eine Art Grundseife. Während viele industrielle Seifenhersteller dabei noch auf tierische Fette zurückgreifen, verwendet Klar ausschließlich rein pflanzliche Öle aus biologischem Anbau. Im zweiten Schritt wird die Grundseife mit weiteren ausgesuchten Inhaltsstoffen verfeinert. Je nach Rezeptur werden pflegende Inhaltsstoffe, wie z. B. Jojobaöl oder Traubenkernextrakt mit Blütenblättern oder Kräutern in einem großen Mischer vermengt. Auch hochwertige Parfüm- oder rein ätherische Öle wie Lavendel- oder Rosenöl werden jetzt als weitere Zutaten der Grundseife hinzugefügt. Danach gelangen die vermischten Inhaltsstoffe in die sogenannte Pilliermaschine. In ihrem Inneren verarbeiten Walzen die unterschiedlichen Zutaten zu einer homogenen Seifenmasse.

Danach formt eine spezielle Presse, der Extruder, die Seifenmasse unter Hitze zu einem quaderförmigen Strang. Dieser wird in gleich große Teile geschnitten und schließlich in Form gepresst. Dies passiert unter anderem noch mit über 100 Jahre alten Pressen und Formen und in Handarbeit. Und dann werden die edlen Stücke in Papier und Schachteln verpackt – und danach noch einmal einzeln unter die Lupe genommen. Und auch, wenn es noch etwas früh ist, es gibt sogar Weihnachtsseifen in limitierter auf den Markt: Pünktlich zur Wintersaison gibt es Klar’s Zimt-, Mandel- und Nelkenseife in der historischen 150g-Talerform aus den Zwanziger Jahren. Für die Produktion holte das Heidelberger Familienunternehmen die Original-Messingform von 1924 aus dem Schrank. Die runden Seifen sind kunstvoll und filigran geprägt und zeigen eine Kerze und Tannenzweige in einem traditionellen Weihnachtsstern. Ich weiß schon, was ich verschenke…  www.klarseifen.de


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