Sei so mutig und hilfsbereit wie ein Kolibri!


Sei so mutig und hilfsbereit wie ein Kolibri!
Ihr Lieben,
heute Abend möchte ich Euch die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:

„Die Blume in der Wüste“

Es war einmal eine kleine Blume, die stand mitten in der Wüste.

Sei so mutig und hilfsbereit wie ein Kolibri!

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Täglich wartete die kleine Blume auf einen Regentropfen.
Immer hatte man ihr erzählt, wie wichtig und schön der Regen sei.
Doch wenn es wirklich nach Regen roch, kamen die Geier und fingen alle Hoffnung ab.
Mit Mühe hielt sich die kleine Blume im lockeren Boden und hatte einfach Angst.
Angst vor der sengenden Hitze.
Angst vor der Einsamkeit.
Angst vor dem nächsten Sturm.

Ein Kolibri sah ihre Traurigkeit und sagte dies den anderen Tieren weiter.
Der Stier hatte kein Interesse. Für ihn galt nur, was stark ist.
Auch der Bernhardiner blieb kalt, ihn rührte nichts. Sein Hobby war die Langeweile.
Und die Elster, die immer so große Töne schwang, sagte, sie habe zu viele Termine und wirklich keine Zeit.

Da war der Kolibri verzweifelt, denn was konnte er,
ausgerechnet der kleinste unter den Vögeln schon ausrichten?

Sei so mutig und hilfsbereit wie ein Kolibri!

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Da schwirrte er kurz entschlossen zu den Ameisen und berichtete ihnen von der großen Traurigkeit der Blume. Sei so mutig und hilfsbereit wie ein Kolibri!
Ohne zu zögern, bildeten die kleinen Tiere eine lange Kette, schleppten Grassamen und Früchte bis an die Wurzel des Kummers, benetzten alles ein wenig mit Tau und es dauerte nicht lange, da wuchs Leben mitten in der Wüste und die kleine Blume entwickelte sich zu einem strahlenden Glanz, den ihr niemand zugetraut hatte.Und alles war nur möglich, weil der Kolibri die Ameisen benachrichtigt hatte.“

Ihr Lieben,

als junger Mensch war ich wie heute viel mit dem Fahrrad unterwegs. Wenn ich dann so durch die Umgebung von Bremen geradelt bin, fuhr ich gelegentlich auch durch den einen oder anderen Wald und traf dort hin und wieder auf einen Ameisenhaufen.
Ich habe dann oft in meine Gedanken versunken an einem solchen Ameisenhaufen gesessen und mit großem Interesse dem Treiben der Ameisen zugesehen.
Zunächst hatte ich das Gefühl, dass die Ameisen alle wild und unkontrolliert durcheinander rannten.
Wenn ich dann länger zusah, erkannte ich, dass ihr Handeln und Tun einem geheimen Plan folgte, dass sie also alle gemeinsam für das Wohlergehen des Ameisenstaates arbeiteten.

Besonders hat mich immer wieder beeindruckt, zu welchen grandiosen Leistungen die kleinen Ameisen fähig waren. Manche Ameise schleppte ein Blatt oder hinter sich her, das ihre eigene Körpergröße bei weitem übertraf.

Dass die Ameisen so viel zu leisten imstande sind, hat sicher auch damit zu tun, dass es bei ihnen keine Entmutiger gibt, die laut schreien: „Das kannst Du nicht!“, Lass das lieber, das schaffst Du nicht!“.
Ameisen leben nach dem Motto: „Ich schaffe, was ich schaffen möchte und das, was ich allein nicht schaffen kann, schaffen wir gemeinsam!

Unsere heutige kleine Geschichte sagt uns sehr deutlich,
worauf es ankommt,
wenn jemand Hilfe braucht.
Wir brauchen keine Menschen, die große Reden schwingen, sondern wir brauchen Menschen, die bereit sind, die kleinen Hilfestellungen im Alltag zu geben.
Wir brauchen keine Menschen, die rufen: „Lass Dich nicht unterkriegen, das wird schon wieder!“, sondern wir brauchen Menschen, die sich neben den, der Hilfe braucht, setzen und fragen: „Wie kann ich Dir helfen, was können wir gemeinsam tun?“
Wir brauchen keine Menschen, die große Pläne für die Zukunft schmieden, sondern wir brauchen Menschen, die anpacken, wenn Hilfe gebraucht wird.

Der winzige Kolibri hat im Rahmen seiner Möglichkeiten geholfen,
indem er die Ameisen alarmierte.

Und das ist das wirklich Entscheidende:
Wir sind nicht dazu aufgerufen, Dinge zu leisten, die unsere Möglichkeiten und Kräfte übersteigen, sondern wir sind nur dazu aufgerufen, alles in unserer Kraft Stehende zu tun, um diese Welt heller und menschlicher zu machen.

Dietrich Bonhoeffer hat das einmal so ausgedrückt:
„Das Wenige, das wir tun können, darf uns Alibi sein für das, 
was wir nicht tun können.“

Der Dank für unser Handeln ist in der Blume unserer Geschichte zu erkennen.
Nicht der Dank, den wir mit Worten bekommen, ist wichtig, aber wenn wir beobachten dürfen, dass Menschen wie die Blume in unserer Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes „aufblühen“, dann ist das der schönste Dank, den wir bekommen können.

Ich wünsche Euch nun eine Nacht der Ruhe, der Gelassenheit, der Zuversicht und der Schmerzfreiheit. Dabei denke ich an die Kranken unter Euch und wünsche Euch von ganzem Herzen und ganzer Seele gute Besserung oder zumindest Linderung.

Seid herzliche gegrüßt

Euer ruhiger Werner aus Bremen

Sei so mutig und hilfsbereit wie ein Kolibri!

Quelle: Karin Heringshausen



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