Seeigel sind böse Tiere

Nachdem ich gestern die griechische Hilfsbereitschaft für mich entdeckt hatte, fühlte ich mich gerüstet das griechische Busnetz auf eigene Faust zu erkunden. Ganze fünf Tage in Thessaloniki und noch nicht im Meer gewesen. Meine Mission für gestern war also: Schwimmen! Schwuppdiwupp in die Nummer 8 gen IKEA. Ich bin übrigens ein Schlaufuchs und mache es jetzt wie die Griechen selbst. Einfach laut werden, wenn einen keiner versteht und immer wieder die gleichen Worte brüllen. "OKTO OKTO JA IKEA;" was so viel heißen soll wie "ACHT ACHT RICHTUNG IKEA?", wobei das ; das griechische Fragezeichen ist. Sehr lustig auch.Nach 45 Minuten war ich dann wirklich am Meer.
Seeigel sind böse Tiere
Zugegeben: Es gibt vermutlich schönere Sträne in Griechenland, aber es gab Sand und Wasser. Was will man mehr? Ich hab dein ein wenig Intensiv-Bräuning betrieben und auch prompt einen feinen Bikini-Abdruck und einen kleinen Sonnenbrand im Gesicht ergattert. Lucky one.

Heute ging es dann mit dem Reisebus und der ganzen Mannschaft an einen Strand der Chalkidiki. Vorher waren wir irgendwo in den Bergen frühstücken. Da war es ganz schön, was wir da gemacht haben, weiß aber keiner. Nach 4 Stunden waren wir dann endlich irgendwo im Nirgendwo. Griechisches Dorf. Kennt man aus Film und Hörfunk. Unten so'n Strand und ab die Post. Wir wollten natürlich schwimmen, weil man uns versprochen hatte, dass es hier die schönsten Strände (Nord-)Griechenlands gibt. Also alle ihren Schwimmsuit schon drunter und in Nullkommanix wurde das Wasser gestürmt. War dann aber nicht ganz so lustig, weil min. 10 von uns prompt in eine Seeigel-Kolonie gelaufen sind. Ich natürlich auch. Ziemlich schmerzhafte Angelegenheit. Ich hab das erst gar nicht realisiert und denk mir noch: "Menschmeier was hab ich denn da am Fuß?" und will das in meinem Übereifer wegfegen und schwuppdiwupp da war das Maleur passiert. Zurück zum Strand gehoppelt und Ausmaß der Katastrophe abgeschätzt. Große Katastrophe. Irgendwie hab ich mit ner anderen Deutschen den Weg zum Dorf zurück und in die nächste Apotheke geschafft. War natürlich alles top dramatisch und wir mitten im Überlebenskampf. Der griechische Apotheker hat unsere Todesangst nicht so verstanden und meinte nur, das würde alles von alleine rausgehen. Ich weiß nicht von welchem Zeitraum er da gesprochen hat. Ich bin mir sicher, dass nach meinem Tod der Verwesungsprozess auch vor Seeigel-Stacheln nicht halt machen wird, aber solange wollte ich nicht warten. Ganz der Fachmann haben wir uns dann Iod und Kanülen besorgt und eine kleine Operation eingeleitet. War nicht so lustig wie es klingt. Ich find Spritzen ohnehin schon nicht so prima, aber es musste gehandelt werden. Das findet ihr jetzt bestimmt alle sehr abstoßend, wenn ich euch erzähle, dass wir uns ziemlich leidenschaftlich im Fuß rumgepult haben. Will ich euch auch gar nicht vorenthalten, also habe ich ein paar Fotos gemacht!Seeigel sind böse TiereSeeigel sind böse Tiere
Auf dem letzten Bild haben wir zwei echte Prachtkerle versammelt. Und jetzt bedenkt bitte, dass die KOMPLETT in unserem Fuß drin steckten. Da war nix mit "guckte fröhlich oben raus." Die waren schon auf dem Weg hoch zur Leber, aber wir haben sie noch aufhalten können.Was ich damit sagen möchte: Das Studium der Geisteswissenschaften ist kompletter Humbug, wenn man meine chirurgischen Fähigkeiten bedenkt. Wenn ich also bald eine Anstellung hier im griechischen Krankenhaus bekomme, sage ich nicht "ochi". Aber vielleicht bin ich demnächst erstmal nur als Patient dort, denn ich habe es trotz großer Anstrengung und Schmerzen nicht geschafft alle Stacheln zu entfernen. Vor allem hinten an der Hacke (sehr üble Stelle) war nichts zu holen. We will see.
Jedenfalls sind wie alle ziemlich verägert, denn die Veranstalter haben uns nicht vorher gewarnt. Das ist ein schlechter Witz, wenn man bedenkt, dass offenbar alle Einheimischen davon wussten. Es hieß die Strände in der Region wären sehr einsam. Den Grund kennen wir jetzt.
Vorhin kam eine Polin vom Krankenhaus zurück. Der Doktor da ist wohl ziemlich massiv gegen die Dinger vorgegangen - mit Spritze und Antibiotika. Ich habe schon von der Passion griechischer Ärzte für Antibiotikum gehört. Lieber zu viel, als zu wenig ist hier wohl eher das Motto. Jedenfalls hat mich das ganze ein wenig beunruhigt - also ist Eva vorbeigekommen, um sich die Sache einmal anzuschauen. Sie war auch ratlos und wir werden wohl morgen ins Hospital fahren. Gott sei Dank spricht sie dann Griechisch und kann mich vor Schlimmerem bewahren (z.B.vor der altbewährten "Fuß ab!"-Methode).
Es sollte übrigens nicht unerwähnt bleiben, dass mein "großer ERASMUS Bruder" Jakob mich eigenhändig aus dem Wasser gehievt hat, weil ich so Angst hatte, dass ich noch mal in einen Igel trete. Sonst hätte ich wohl auf offener See ertrinken müssen.

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