Schulen im Streik

Schulen im StreikGestern gingen Zehntausende auf die Strasse, um darauf hinzuweisen, dass Lehrer in den ehemaligen1 fünf neuen Bundesländern noch immer schlechter bezahlt werden als ihre KollegInnen im Westen.

12.000 Lehrer demonstrierten gestern in Potsdam, 17.000 waren es in Dresden. Dort kam es zu einem Eklat für den sächsischen Finanziminister:

Finanzminister Georg Unland (CDU) [...] erinnerte die Pädagogen daran, dass ihre Jobs im Gegensatz zur Privatwirtschaft krisenfest seien. Für die Demonstranten eine Provokation: Sie buhten den Minister aus und drehten ihm demonstrativ den Rücken zu. (Quelle)

Die Zeiten, dass Jobs im öffentlichen Dienst krisenfest sind, gehören schon längst der Vergangenheit an. Angestellte des öffentlichen Dienstes in den fünf neuen Bundesländern sind auch nicht mehr automatisch nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit unkündbar – dies wurde vor 5 oder 6 Jahren abgeschafft. Daran hat ver.di einen leider großen Anteil. Denn um Pfründe für die WestkollegInnen zu wahren, wurden die im Osten verraten.

Hintergrund sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst, die heute in die nächste Runde gehen. Die Beschäftigten verlangen 50 Euro mehr pro Monat als Sockelbetrag und drei Prozent mehr Lohn.

Angesichts der drängenden Verhältnisse im deutschen Bildungssystem eine mehr als nur angemessene Forderung. Zumal diese Erhöhung gerade mal die Teuerungsrate der letzten Jahre auffängt. Es ist also keine Erhöhung der Gehälter gefordert, sondern nur eine moderate Anpassung.

Natürlich musste der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite im Tagesschau-Interview gestern gleich darauf hinweisen, wie hoch die Mehrkosten für den Staat sind.
Einmal davon abgesehen, dass es sich um ein Bruchteil dessen handelt, was der gleiche Staat den Banken in den Rachen warf

[spült] 1 Prozent Lohnerhöhung bundesweit für alle Arbeitnehmer [...] ca. 460 Millionen Euro zusätzlich in die Kasse der Arbeitslosenversicherung. Und entlastet so die Steuerzahler. (Quelle)

Ver.di-Chef Bsirske geht laut Pressemitteilungen davon aus, dass die gestrigen Warnstreiks die Arbeitgeberseite davon überzeugen werden, dass diese heute ein verhandelbares Angebot vorlegen wird.

Na, wollen wir’s hoffen.

Nic

 

  1. ehemalig deshalb, weil es nun schon über 20 Jahre her ist, dass diese Bundesländer “neu” waren

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