Schon wieder hängen geblieben!

Ich höre in den letzten Wochen von anderen Backpackern immer wieder eine für mich komische Frage:Wie, schon so lange?“ und dabei geht es nicht um meine Gesamtreisedauer, die ja mittlerweile auch nicht ganz so schlecht ist. Nein, sie fragen danach, warum ich an Orten immer so lange bleibe und ich habe angefangen darüber nachzudenken.

Foto by Chris Hobcroft

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Ich glaube, das eine hat mit dem anderen zu tun. Also meine Gesamtreisedauer und warum ich immer öfter hängenbleibe. Ich bin, was meine Reisegeschwindigkeit angeht, recht langsam geworden. Aber woran liegt das? Nicht, dass ich nicht weiter reisen möchte aber nach nun mehr als einem Jahr auf der Straße bin ich bequemer geworden. Ich suche nach Orten, wo ich eine Basis finden kann, mich wohl fühle und vielleicht auch etwas wie ein Zuhause-Gefühl erzeugen kann. Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich meinen Rucksack fast komplett auspacke und mich in meinem Zimmer oder Hostel häuslich einrichte.

Aber das macht wirklich Spaß. Ich fühle mich, als würde ich alle zwei Wochen in eine neue Wohnung ziehen, in eine neue Stadt … und wir wissen alle wie spannend das ist. Auf Entdeckungsreise gehen, tief eintauchen, nicht nur an der Oberfläche kratzen! Menschen richtig kennen lernen und Freundschaft schließen. Wenn der Verkäufer im Zigarettenladen neben dem Hostel meinen Namen wissen will, dann bin ich angekommen! Und meine Augen sind weiter offen, egal wie lange ich irgendwo bin. Ich laufe oft durch Orte, in denen ich schon seit Wochen bin und entdecke jeden Tag trotzdem noch etwas Neues und Spannendes.

Foto by Chris Hobcroft

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Klar könnte ich viel mehr sehen wenn ich alle zwei, drei Tage weiterziehe aber ich würde es eben nur sehen. Ich möchte auf meiner Weltsafari nicht nur sehen, sondern verstehen!

Ich bin mir sicher, dass ich einige spannende Dinge und Orte auf meiner Reise verpasst habe, doch wenn ich eines im letzten Jahr auf Tour gelernt habe, dann ist es das, dass man eh nicht alles sehen kann. Und bei dem Versuch alles sehen zu wollen, erreichen die Meisten gar nichts gesehen zu haben, sondern nur schöne Fotos für Facebook und Instagram zu haben. Aber ich suche nach den Dingen die keine Kamera der Welt einfangen kann. Was es auch sein mag …

Also, ich bleibe gerne hängen, denn das bedeutet für mich eintauchen und verstehen. Einen Ort genießen und ihm Zeit geben! Das ist Weltsafari für mich und wenn es ein paar Jahre mehr braucht, um um die Welt zu kommen, werde ich mich sicher nicht beschweren.

Foto by Chris Hobcroft

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