Santa Cruz de Mompóx – Kolumbien

Die 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Stadt inmitten des Río Magdalena glänzt nicht nur durch ihre einzigartige Goldschmiedekunst, sie beeindruckt auch durch ihre historische und strategische Bedeutung in der kolumbianischen Geschichte.
Schon Alexander von Humbold verfiel auf seiner Südamerika-Reise dem geheimnisvollen Zauber dieser Stadt, umgeben von Sumpf und Moor, sodass er sich 1801 für einen einmonatigen Aufenthalt dort entschied.

Mompóx (auch Mompós), das zu den schönsten Städten Kolumbiens gehört, liegt im Departamento von Bolívar, ist 248 km von Cartagena entfernt, hat eine Einwohnerzahl von ca. 41 565 und eine Durchschnittstemperatur von 31°C.
Die Stadt wurde 1537 im Auftrag von Alfonso de Heredia gegründet, um die wichtigen Handelsstädte Bogota und  Cartagena dank der guten Schiffbarkeit des Magdalenaflusses zu verbinden.

Río Magdalena

Río Magdalena

Aufgrund ihres abgelegenen Standortes zur Karibik blieb die Stadt vor Angriffen der Piraten verschont, was sich vor allem in der Architektur wiederspiegelt.
Das Stadtbild ist geprägt von religiösen und klassischen Bauten im andalusischen Kolonialstil, allein im Ortszentrum befinden sich 4 Kirchen.
Am 6. August 1810 wurder die Gemeinde Santa Cruz de Mompóx von dem Libertador Simón Bolívar als erste Siedlung von Neu-Granada als von Spanien unabhängig erklärt.
Der Start für die südamerikanische Unabhängigkeitsbewegung fiel somit in diesem verschlafenen Städtchen.

Doch die politische und wirtschaftliche Bedeutung fand ein rasches Ende, als Mitte des 19. Jahrhunderts durch starke Erosionen die Wassermengen des Magdalenas bei Mompóx abnahmen.
Dadurch waren Handel und Kultur der Gemeinde stark eingeschränkt, was zu einem Abwandern der Bevölkerung führte.
Es entstand die nur schwer zugängliche Insel inmitten des Magdalenastroms, und die Redensart, dass in Mompóx die Zeit stehen geblieben sei. Aber genau das ist ein Hauptgrund, dieses seltsame und zugleich zauberhafte Fleckchen in Kolumbien zu besuchen.

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Kirche in Mompox

Zu den touristischen Attraktionen zählen die zahlreichen religiösen Gebäude wie die Kirchen von Santo Domingo, San  Juan de Dios, San Augustin und Santa Barbara.
Spaziert man entlang der Straße La Albarrada, die parallel zum Fluß liegt, findet man die historischen Tore von La Marquesa und das bekannte Haus Nr. 1734.
Wichtige Sehenswürdigkeiten sind außerdem der Bolivar- und Santander-Park, das Kulturhaus und der Friedhof. Dieser wurde zu Ehren des Generals Hermógenes Maza angelegt und ist bis heute sehr gepflegt.
Aus religiöser Sicht ist ein Besuch von Mompóx in der Karwoche ein absolutes Muss. Neben den langen Zeremonien vor Ostern sind vor allem die Prozessionen in der Woche vor Aschermittwoch ein Erlebnis, zu dem die Bewohner von Mompóx gerne einladen.

Neben den religiösen und historischen Reizen, bietet Mompóx noch ihre einzigartige Goldschmiedekunst. Die Schmiedemeister sind weltweit bekannt für ihre filigranen Arbeiten mit Gold und Silber. Zu bestaunen sind diese in dem Kloster von San Augustin, aber auch an zahlreichen  Straßenschildern und Juweliergeschäften.
Ebenso genießt die Holzverarbeitung weltweites Ansehen, am bekanntestens sind die Schaukelstühle, die auf traditionelle Weise bis heute hergestellt werden.

Passagierfähre von Magangue nach Mompox

Passagierfähre von Magangue nach Mompox

Die Hinreise nach Mompóx erfolgt am besten von Cartagena aus. Mit öffentlichen Bussen oder privaten Vans geht es nach Magangue oder Yati, von dort gelangt man per Fähre, entweder für Fußgänger oder für Autos, auf dem Río Magdalena zum Ort Bodega. Eine zum Teil nicht ganz asphaltierte Straße führt dann nach Mompóx. Inzwischen gibt es auch die Brücke Boton de Leyva, die Mompóx mit El Banco verbindet, jedoch bervorzugen viele den traditionellen Weg.

Mompóx bietet somit neben den zahlreichen Kirchen, historischen Schauplätzen, filigranen Goldschmiedearbeiten und einer einzigartigen Flora und Fauna des Magdalenastroms, vor allem die Möglichkeit, die Zeit einfach still stehen zu lassen.

Diese kleine einsame Insel ist immer noch, was sie zu Kolonialzeiten war: vornehm, kämpferisch, reich an Schätzen und gastfreundlichen Menschen, aber vorallem offen für die ganze Welt.

Mompox können Sie z.B. im Rahmen der Reise Kolumbien Rundreise – Colombia es pasión kennenlernen.

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