Runaway train

Obwohl “Bounty” formal ein Teil der Nighsisters-Asajj Ventress-Savage Opress-Darth Maul Quadroligie ist, die die vierte Staffel von Clone Wars beendet, handelt es sich dabei eigentlich um eine eigenständige Folge. Sie hat mit den übrigen drei Episoden relativ wenig gemeinsam und ihre primäre Aufgabe ist es, einen Absprungpunkt für die Zukunft von Asajj Ventress zu liefern: Sie wird von Dooku und Grievous gejagt, kann sich nicht an die Jedi oder die Republik wenden und ihre “Familie”, die Nachtschwestern sind ausgelöscht (mehr oder weniger jedenfalls). Also lässt sie ihre Vergangenheit hinter sich und bricht auf in eine ungewisse Zukunft. Und was könnte eine bessere Metapher für so einen Aufbruch sein als ein Zug, der durch eine endlose Nacht jagt?

Die Folge beginnt mit Ventress Ankunft auf Tatooine und (ja, Ihr vermutet richtig) ihrem Besuch in einer ganz bestimmten Cantina, in der ein Farmjunge und ein alternder Jedi-Ritter etwa 20 Jahre später einen Piloten suchen werden, der sie nach Alderaan bringen kann. Versteht mich nicht falsch, ich bin absolut dafür, Elemente aus der OT in die Serie zu integrieren, aber muss es immer dann, wenn eine Szene in einem Lokal außerhalb von Coruscant spielt genau diese Cantina sein? Gibt es in der ganzen, weiten Galaxis keine anderen Tränken, in der Kopfgeldjäger und anderes Gesindel herumhängen?

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Eine Frau auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit

Jedenfalls findet sich Ventress nach einem kurzen Zwischenfall, bei dem es um die Ermordung eines mäßig geschickten Kopfgeldjägers geht (kennen wird das nicht auch von irgendwoher?) in Begleitung von 5 Bounty-Huntern wieder, die die Aufgabe haben, eine wertvolle Fracht, die in einem Zug transportiert wird vor Angreifern zu beschützen. Da ist zunächst Boba Fett, der jetzt einen Kurzhaarschnitt trägt und damit eigentlich mehr denn je wie eine junge Version eines Klons aussieht, auch wenn er das vermutlich nicht wahrhaben will.

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Ein Junge und (s)ein Droide...

Weiters ist da Bossk, der offenbar gemeinsam mit Boba den Gefangenenaufstand aus der ersten Folge der Rako Hardeen Geschichte genutzt hat, um von Coruscant zu fliehen. Dann gibt es da einen Droiden namens Highsinger, bei dessen Sounddesign sich die Zauberer bei Lucasfilm wieder einmal selbst  übertroffen haben (das Ding macht eines der coolsten Geräusche, die ich je bei SW gehört habe), eine rosafarbene Theelin, die auch sonst recht tussihaft wirkt und eine Pippi Langstrumpf Frisur trägt und schließlich Dengar, jener Kopfgeldjäger mit dem Turban/Kopfverband, dem wir zum ersten Mal auf der Brücke der “Executor” in Episode V begegnet sind und dem Simon Pegg seine Stimem leiht.

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Ja, auch die Dame links ist Kopfgeldjäger!

Simon Pegg? Für diejenigen, die mit diesem Namen jetzt nichts anfangen können: Pegg spielte in “Shaun of The Dead” die Titelrolle (den Shaun – nicht die Toten!), in “Paul” nicht die Titelrolle und unter anderem auch den Scotty in der jüngsten Star Trek Verfilmung.

Das allein wäre nicht so schlimm, denn immerhin hat auch George Takei (der Sulu aus der original Enterprise Serie) in der ersten Staffel seine Stimme für einen fetten Neimodianer hergegeben.

Was es jedoch schlimm macht ist, dass Simon Pegg die Prequel Trilogie hasst! Ja, hasst! Es ist nocht so, dass er die OT der PT vorzieht (das tue ich im Prinzip auch), aber für ihn ist mehr oder weniger alles, was nach 1983 unter dem Namen “Star Wars” herausgekommen ist, einfach nur Sch…! Und er wird nicht müde, das auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu betonen (so hat er etwa den Trailer zu Episode I als die schlimmsten 2 Minuten seines Lebens bezeichnet!). Und so jemand bekommt eine Rolle in einer Geschichte, die in der Zeit der PT spielt (selbst wenn es eine Figur aus der OT ist)? Das ist in etwa so, als würde man mich anheuern, um einen Werbespot für Microsoft zu machen.

Gut jetzt kann man einwenden, dass es von Seiten Lucasfilm ein kluger Schachzug ist, Pegg zu engagieren, denn jemand, der mit im Boot sitzt hat es naturgemäß schwerer, mit Steinen darauf zu werfen (auch wenn ich nicht glaube, dass das funktionieren wird). Aber warum mach Pegg selbst da mit. Hat er wirklich so wenig Charakter (meine Vermutung), oder brauchte er einfach das Geld? Warum man hier nicht jemanden genommen hat, der ein bisschen mehr Respekt vor dem Franchise hat ist mir dennoch schleierhaft. ich würde selbst den Furz eines Eopi spielen, wenn ich dadurch die Chance hätte Teil von SW zu werden.

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Die Kopfgeldjäger und ihr Auftraggeber

Doch zurück zum Thema: die weitere Geschichte ist recht simpel, sie könnte auch von Tom Clancy oder Alistair MacLean stammen (erinnert sich heute eigentlich noch irgendjemand an MacLean – ich habe ihn in meiner Jugend gern gelesen!). Irgendwie hatte ich die Vermutung (oder eher die Hoffnung), dass sich der Auftraggeber unseres Sextetts (ein Wesen namens Rigosso) noch als “Doppelagent” entpuppen würde, aber das war nicht der Fall und die “große Überraschung” – nämlich das wahre Wesen der wertvollen Fracht erahnte wohl jeder schon nach 10 Minuten.

Interessant fand ich, dass Ventress ihre Machtkräfte sehr spärlich und erst sehr spät in den Kämpfen einsetzt. Zuerst hielt ich dies für eine bewusste Entscheidung sich zurückzuhalten, um zu verhindern, dass die Anderen erkennen, dass sich ein machtfähiges Wesen unter ihnen befindet und um die Gefahr des “Auffliegens” zu vermeiden. Später würgt sie jedoch Boba mit der Macht, also kann es das wohl nicht gewesen sein.

Das Ende war für mich etwas unbefriedigend: obwohl die Anderen (mit Ausnahme von Ventress selbst) ihn scheinbar als ihren Anführer akzeptieren (was an sich schon etwas seltsam ist bei einem ca. 12 jährigen Jungen), wundert sich am Schluss doch keiner der Kopfgeldjäger, wo Boba geblieben oder was mit ihm geschehen ist, als Asajj ohne ihn von der Zugreise zurückkehrt. Allzu groß dürfte die Loyalität ja dann doch nicht gewesen sein…

Was die Umsetzung betrifft, ist diese Folge extrem schnell geschnitten (ich könnte mir vorstellen, dass dies die Episode mit den meisten Kamerawechseln ist). Viele Details erkennt man erst, wenn man mehr oder weniger Bild für Bild vorspult. Passt aber gut zu einer Geschichte, die überwiegend in einem sich rasend schnell bewegenden Zug spielt.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Ventress Outfit erinnert an das der Alice aus dem dritten “Resident Evil” Film.
  • Dafür sieht der Pullover von Boba Fett wiederum ein wenig wie jene der Uniformen aus Star Trek TNG aus.
  • Als Ventress den Kopfgeldjäger in der Cantina tötet sagt sie nicht “Sorry for the mess.” – irgendwie schade…
  • Der Planet, auf dem der Großteil der Geschichte spielt ist nur über einen gigantischen Lift von der Umlaufbahn aus zu erreichen. So etwas Ähnliches gab es auch im ersten Teil von “The Force Unleashed” und auch die Hauptstatt von Muunilist ist nur über ein solches Konstrukt zu erreichen (zumindest zur Zeit des jungen Palpatine).
  • Boba trägt einen ähnlichen Helm wie Rako Hardeen, was durchaus passend ist, denn immerhin basiert dieser wiederum auf einem frühen Konzept des Helmes für den Fett in ESB.
  • Der Name “Pluma Sodi” (eine der Figuren in dieser Geschichte) erinnert mich an “Pluna Soda” – eine Limonade, die es bei uns gab, als ich ein Kind war. Ich denke aber, das ist Zufall.

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite.


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