Rosenduft in der Wüste

Die Felder in Mehdi Abad sind Testfelder des iranischen Unternehmens Zahra Rosewater Company, die die Firma mit Unterstützung der WALA biologisch- dynamisch bearbeitet. Das meiste ätherische Rosenöl und Rosenwasser gewinnt Zahra im Tal Lalehzar, das auf etwa 2.200 Metern Höhe im Zentrum Irans liegt. Der 83-jährige Gründer von Zahra Rosewater, Homayoun Sanati, erzählt gerne, wie er und seine Frau in Lalehzar vom intensiven Geschmack der Minze überrascht waren, als sie dort zum Essen waren. Auf dem von seinem Vater Abdul-Hossein Sanati geerbten Grund, der so aromatische Pflanzen hervorbringt, Rosen anzubauen, war da naheliegend. 1.500 Bauern arbeiten heute mit der Zahra Rosewater Company zusammen, die zu 50 Prozent der Sanati Stiftung gehört, einer Einrichtung, die Homayoun Sanatis Großvater Haj Ali Akbar Sanati gründete.

Rosenmonate
Reges Treiben wie in einem Bienenstock herrscht um die Destille in Lalehzar in den Monaten Mai und Juni. Mit Mopeds, Eseln, Lastern, Traktoren oder zu Fuß kommen die Bauern der Umgebung herbeigeeilt, um die früh morgens frisch geernteten Rosenblüten abzugeben. Am Eingang zur Destille sitzt ein Mitarbeiter an einer großen Waage. Jeden Sack voll Rosen wiegt er genau ab, das Gewicht trägt er in ein Quittungsbuch ein und gibt dem Bauer einen Beleg über die Summe, die er im Anschluss ausbezahlt bekommt. „Der gezahlte Preis ist gut, und die Bauern sollen das auch wissen“, sagt Ali Mostafavi, Geschäftsführer von Zahra Rosewater. Am Jahresende zahlt Zahra zudem Prämien an ihre Vertragsanbauer, wenn der Umsatz ausreichend hoch ist. „Natürlich müssen wir auch in den Betrieb investieren“, sagt Mostafavi.

 

Den Rosenduft einfangen
Währenddessen ist die Rosenernte bereits in der Verarbeitung. 500 Kilogramm Rosenblüten passen in eine Destille und kochen drei Stunden lang zusammen mit 500 Litern Wasser. Mehr als 900 Tonnen Rosenblüten verarbeitet Zahra Rosewater pro Jahr. 900 Tonnen Rosenwasser und etwa 150 Liter Rosenblütenöl sind der kostbare Ertrag dieser Arbeit, der im eigenen Analyselabor laufend auf seine Qualität hin untersucht wird. „Wir streben an, den Ertrag auf 1.100 Tonnen Rosenblüten pro Jahr zu erhöhen“, sagt Ali Mostafavi, optimistisch gestimmt durch die vertraglich auf lange Zeit angelegte Zusammenarbeit mit der WALA, die mehr als ein Drittel des produzierten Rosenöls sowie getrocknete Rosenblüten kauft. Neue Felder in Shiraz und Dharab sollen zum Wachstum beitragen. Mostafavi freut sich über die gute Geschäftsbeziehung mit der WALA. Im Januar 2008 besuchte er das deutsche Unternehmen, um in Gesprächen unter anderem einen gemeinsamen Qualitätsstandard festzulegen.

 

Jeder ist ein Unternehmer
Die 1.500 Bauern, die für Zahra Rosewater arbeiten, sind eigenständige Unternehmer. In Verträgen mit Zahra verpflichten sie sich, keine chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel einzusetzen, weil Zahra die Felder durch die britische Soil Association biozertifizieren lässt. „Insbesondere die Bauern davon abzuhalten, die Rosen chemisch zu düngen, ist eine Herausforderung“, sagt Mostafavi, „da der iranische Staat Chemiedünger subventioniert und die Bauern anfangs nur damit umzugehen wussten.“ Aufklärung und Schulung, zum Beispiel durch den biologischdynamisch arbeitenden Landwirt Hans Supenkämper von der WALA, sind deshalb wichtige Grundpfeiler der Zusammenarbeit mit den Bauern. Zudem stellt Zahra den Bauern neben Rosenstecklingen natürliche Düngemittel aus Kompost kostenlos zur Verfügung. Wer gegen das Verbot chemischer Dünger verstößt, fällt für vier Jahre aus dem Vertrag. „Wir lassen die Bauern dann aber nicht im Stich“, erzählt Homayoun Sanati, der die Vision hat, das komplette Lalehzar-Tal auf biologische Landwirtschaft umzustellen, von der Milchkuh über die Rosen bis zu Obst und Gemüse. Einen Bauern, der chemisch gedüngt habe, würde man zwar anzeigen, die Rosen kaufe Zahra ihm aber dennoch ab, allerdings zu niedrigeren Preisen, und lasse sie in konventionellen Betrieben destillieren.

 

Die Rosenfamilie
Diesen Zusammenhalt unterstreicht eine regelmäßig erscheinende Zeitung für die Bauern in Lalehzar, die Mahdi Maazolahi betreut. Sie berichtet über den Rosenanbau, porträtiert einzelne Bauern und erzählt von Festen oder Neuigkeiten in den Dörfern. Zum Familiären der Zusammenarbeit gehört ebenso, Familien in Not einen Vorschuss zu gewähren, alten Menschen, die nicht mehr arbeiten können, eine Art Rente zu zahlen oder Paaren, die heiraten möchten, einen Kredit zu dem sehr niedrigen Zinssatz von vier anstatt 14 Prozent, wie ihn iranische Banken nehmen, zu geben. Zahra hat die Wasserversorgung in den Dörfern aufgebaut und unterstützt die Schulen. Ein von Zahra eingerichtetes Gesundheitszentrum vor Ort gewährleistet die medizinische Grundversorgung. Besonders begabten Kindern ermöglicht Zahra, in Kerman zur Schule zu gehen. Ziel ist es, dass sie gut ausgebildet wieder in ihre Dörfer zurückkommen und mitarbeiten. Das Konzept geht auf: Die Arbeitslosenquote in Lalehzar ist die niedrigste in der ganzen Region.

Weitere Informationen:
www.zahrarosewaterco.com

Unveränderter Abdruck aus "viaWALA 10", mit Genehmigung der WALA Heilmittel GmbH

 

 

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www.zahrarosewaterco.com

Unveränderter Abdruck aus "viaWALA 10", mit Genehmigung der WALA Heilmittel GmbH

 

Rosenduft in der Wüste

13.01.2010Kultur erstellt von Catrin Cohnen, viaWALA

Der Duft von Rosen liegt in der Bergluft. Der Landwirt Hans Supenkämper ist zusammen mit dem landwirtschaftlichen Berater der Zahra Rosewater Company Mahdi Maazolahi auf den Feldern des iranischen Bergdorfes Mehdi Abad unterwegs, um den im letzten Herbst angesetzten Kompost zu begutachten. Hans Supenkämper, Mitarbeiter der WALA, der im Iran Bauern in biologisch-dynamischer Landwirtschaft berät, ist zufrieden. Die Pistazienschalen haben sich vollständig zersetzt, die entstandene Erde ist feinkrümelig, nicht zu trocken und nicht zu feucht und duftet angenehm.

Rosenduft in der Wüste

Die Felder in Mehdi Abad sind Testfelder des iranischen Unternehmens Zahra Rosewater Company, die die Firma mit Unterstützung der WALA biologisch- dynamisch bearbeitet. Das meiste ätherische Rosenöl und Rosenwasser gewinnt Zahra im Tal Lalehzar, das auf etwa 2.200 Metern Höhe im Zentrum Irans liegt. Der 83-jährige Gründer von Zahra Rosewater, Homayoun Sanati, erzählt gerne, wie er und seine Frau in Lalehzar vom intensiven Geschmack der Minze überrascht waren, als sie dort zum Essen waren. Auf dem von seinem Vater Abdul-Hossein Sanati geerbten Grund, der so aromatische Pflanzen hervorbringt, Rosen anzubauen, war da naheliegend. 1.500 Bauern arbeiten heute mit der Zahra Rosewater Company zusammen, die zu 50 Prozent der Sanati Stiftung gehört, einer Einrichtung, die Homayoun Sanatis Großvater Haj Ali Akbar Sanati gründete.

Rosenmonate
Reges Treiben wie in einem Bienenstock herrscht um die Destille in Lalehzar in den Monaten Mai und Juni. Mit Mopeds, Eseln, Lastern, Traktoren oder zu Fuß kommen die Bauern der Umgebung herbeigeeilt, um die früh morgens frisch geernteten Rosenblüten abzugeben. Am Eingang zur Destille sitzt ein Mitarbeiter an einer großen Waage. Jeden Sack voll Rosen wiegt er genau ab, das Gewicht trägt er in ein Quittungsbuch ein und gibt dem Bauer einen Beleg über die Summe, die er im Anschluss ausbezahlt bekommt. „Der gezahlte Preis ist gut, und die Bauern sollen das auch wissen“, sagt Ali Mostafavi, Geschäftsführer von Zahra Rosewater. Am Jahresende zahlt Zahra zudem Prämien an ihre Vertragsanbauer, wenn der Umsatz ausreichend hoch ist. „Natürlich müssen wir auch in den Betrieb investieren“, sagt Mostafavi.

 

Den Rosenduft einfangen
Währenddessen ist die Rosenernte bereits in der Verarbeitung. 500 Kilogramm Rosenblüten passen in eine Destille und kochen drei Stunden lang zusammen mit 500 Litern Wasser. Mehr als 900 Tonnen Rosenblüten verarbeitet Zahra Rosewater pro Jahr. 900 Tonnen Rosenwasser und etwa 150 Liter Rosenblütenöl sind der kostbare Ertrag dieser Arbeit, der im eigenen Analyselabor laufend auf seine Qualität hin untersucht wird. „Wir streben an, den Ertrag auf 1.100 Tonnen Rosenblüten pro Jahr zu erhöhen“, sagt Ali Mostafavi, optimistisch gestimmt durch die vertraglich auf lange Zeit angelegte Zusammenarbeit mit der WALA, die mehr als ein Drittel des produzierten Rosenöls sowie getrocknete Rosenblüten kauft. Neue Felder in Shiraz und Dharab sollen zum Wachstum beitragen. Mostafavi freut sich über die gute Geschäftsbeziehung mit der WALA. Im Januar 2008 besuchte er das deutsche Unternehmen, um in Gesprächen unter anderem einen gemeinsamen Qualitätsstandard festzulegen.

 

Jeder ist ein Unternehmer
Die 1.500 Bauern, die für Zahra Rosewater arbeiten, sind eigenständige Unternehmer. In Verträgen mit Zahra verpflichten sie sich, keine chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel einzusetzen, weil Zahra die Felder durch die britische Soil Association biozertifizieren lässt. „Insbesondere die Bauern davon abzuhalten, die Rosen chemisch zu düngen, ist eine Herausforderung“, sagt Mostafavi, „da der iranische Staat Chemiedünger subventioniert und die Bauern anfangs nur damit umzugehen wussten.“ Aufklärung und Schulung, zum Beispiel durch den biologischdynamisch arbeitenden Landwirt Hans Supenkämper von der WALA, sind deshalb wichtige Grundpfeiler der Zusammenarbeit mit den Bauern. Zudem stellt Zahra den Bauern neben Rosenstecklingen natürliche Düngemittel aus Kompost kostenlos zur Verfügung. Wer gegen das Verbot chemischer Dünger verstößt, fällt für vier Jahre aus dem Vertrag. „Wir lassen die Bauern dann aber nicht im Stich“, erzählt Homayoun Sanati, der die Vision hat, das komplette Lalehzar-Tal auf biologische Landwirtschaft umzustellen, von der Milchkuh über die Rosen bis zu Obst und Gemüse. Einen Bauern, der chemisch gedüngt habe, würde man zwar anzeigen, die Rosen kaufe Zahra ihm aber dennoch ab, allerdings zu niedrigeren Preisen, und lasse sie in konventionellen Betrieben destillieren.

 

Die Rosenfamilie
Diesen Zusammenhalt unterstreicht eine regelmäßig erscheinende Zeitung für die Bauern in Lalehzar, die Mahdi Maazolahi betreut. Sie berichtet über den Rosenanbau, porträtiert einzelne Bauern und erzählt von Festen oder Neuigkeiten in den Dörfern. Zum Familiären der Zusammenarbeit gehört ebenso, Familien in Not einen Vorschuss zu gewähren, alten Menschen, die nicht mehr arbeiten können, eine Art Rente zu zahlen oder Paaren, die heiraten möchten, einen Kredit zu dem sehr niedrigen Zinssatz von vier anstatt 14 Prozent, wie ihn iranische Banken nehmen, zu geben. Zahra hat die Wasserversorgung in den Dörfern aufgebaut und unterstützt die Schulen. Ein von Zahra eingerichtetes Gesundheitszentrum vor Ort gewährleistet die medizinische Grundversorgung. Besonders begabten Kindern ermöglicht Zahra, in Kerman zur Schule zu gehen. Ziel ist es, dass sie gut ausgebildet wieder in ihre Dörfer zurückkommen und mitarbeiten. Das Konzept geht auf: Die Arbeitslosenquote in Lalehzar ist die niedrigste in der ganzen Region.

Weitere Informationen:
www.zahrarosewaterco.com

Unveränderter Abdruck aus "viaWALA 10", mit Genehmigung der WALA Heilmittel GmbH

 

 
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