Rezi: Stigmata

Rezi: StigmataAutorIn: Beatrix Gurian
Titel: Stigmata - Nichts bleibt verborgen
Band: Einzelband
Verlag: Arena
Genre: Jugendbuch, Misterythriller
ISBN: 978-3-401-06999-9
Erscheinungsjahr: Juli 2014
Seitenanzahl: 383
Altersempfehlung: 13
Kaufpreis: 16,99€
Krümelanzahl:4
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Erster Satz:
Sie versteckte den Brief in ihrer Rocktasche und eilte in ihr Büro im oberen Stockwerk, von dem aus sie einen guten Überblick über das Gelände hatte und jede Drückebergerin sofort entdecken konnte.


Inhalt:
Nach dem tödlichen Autounfall von Emmas Mutter ist nicht mehr so wie es war. Plötzlich kommen anonyme Briefe und Päckchen mit geheimnisvollen Fotografien bei ihr an. All das soll in einem Zusammenhang mit ihrer Mutter stehen. Es handele sich nicht um einen zufälligen Unfall. Emma soll die Mörder ihrer Mutter finden und mit der Suche in einem elitären Jugendcamp beginnen. Dort angekommen sieht sie sich einem Gruselschloss ausgeliefert und auch die anderen Jugendlichen haben so manches Geheimnis zu verbergen...
Meine Buchgeschichte: 
Mit diesem Buch habe ich meine erste Blogtour erlebt und dadurch viele spannende Hintergrundinformationen sammeln können. Hätte ich die Geschichte einfach nur so für mich gelesen, hätte ich den Text und die Charaktere nie dermaßen reflektiert. Ich bin froh, auf diese Weise eine ganz andere Seite entdeckt zu haben und würde diese intensive Auseinandersetzung mit "Stigmata" nicht mehr missen wollen. Im Rahmen meines letzten Tages der Blogtour präsentiere ich an dieser Stelle meine eigene Meinung.
Meine Meinung:
Die Idee des Buches hatte mich von der ersten Sekunde an gepackt: Ein düsteres Jugendbuch mit rätselhaften Elementen und bizarren Fotografien. Ich fühlte mich sehr an "Die Insel der besonderen Kinder" erinnert (auf dessen Fortsetzung wir im Deutschen immer noch warten müssen) und wollte sogleich zu lesen beginnen. Bereits auf den ersten Seiten wird uns schon die ungeschönte Tatsache nahe gebracht, dass die Herzensgute, die Sanftmütige, die Ausgeglichene, kurz Emmas Mutter ums Leben gekommen ist. Die Tragik drum herum hätte für meinen Geschmack etwas tiefgründiger sein dürfen. Immerhin ist soeben ihr einziges Familienmitglied von der Bildfläche verschwunden. Da darf bitte ein wenig mehr Melodramatik auf den Plan treten als nur die Randbemerkung, Emma habe sich wochenlang die Haare nicht mehr gewaschen. Der Scherbenhaufe kam mir jedenfalls zu kurz. Die Beziehung zwischen unserer Heldin und ihrer wohl einzigen richtigen Bezugsperson ist eine ganz besondere - nicht im Sinne von Herzlichkeit sondern eher von Kurios. Anstatt für einander da zu sein, haben die beiden nebeneinander her gelebt. Emma hatte nie Verständnis für das Samariter-Gehabe ihrer Mutter und schon gar kein Interesse an deren prägenden Kindheitserlebnissen. Dennoch gehörten sie zusammen und haben sich von dem frühen Tod des Vaters nicht unterkriegen lassen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Emma zwar von vielen Freundschaften berichtet, ohne die sie nicht leben könne, aber keine dieser Verbindungen in dem Roman ins Rampenlicht tritt. Ihnen wird keine Bedeutung zu gemessen - vermutlich weil sie für die Hauptprotagonistin auch nicht viel mehr als Seelentröster waren. Die in Wirklichkeit keinen Einblick in die schrägen Angewohnheiten der Mutter hatten, Obdachlose, Drogenabhängige oder ähnliche Hilfsbedürftige bei sich auf zu nehmen...Wenn Emma auch sonst nicht viel von ihrer Mutter erfahren hat und keine Lebensgeschichte von ihr im Herzen tragen kann, so hat sie sich doch einen stärkenden Spruch bewahrt. Ein Satz, der für Emma im Laufe des Romans immer mehr Bedeutung erhält und der für sie zu einem Motto wird, welches sie nicht zurückblicken lässt.Rezi: Stigmata

Neben dem Erzählstrang aus Emmas Sicht kurz nach dem Tod der Mutter existieren noch zwei weitere. Der Leser betrachtet das gegenwärtige Geschehen zwei Monate nach den tödlichen Ereignissen. Zu diesem Zeitpunkt befindet die Protagonistin sich bereits mitten in dem Jugendcamp und versucht ihr Bestes. Denn wer bei den Tests verliert, fliegt raus. Und das würde bedeuten, dass sie keine Chance mehr hätte, den vermeintlichen Mördern näher zu kommen. In dieser Szenerie rücken die Betreuer und die weiteren Teilnehmer des Camps in den Mittelpunkt. Diese Charaktere kamen mir trotz ihrer markanten Züge sehr authentisch vor. Zu mager empfand ich die Informationen über selbige. Aus den unterschiedlichen Persönlichkeiten hätte man gewiss mehr kitzeln können.
Umso mehr konnten mich die Rückblicke überzeugen, über die ich auch gar nicht so viel verraten möchte. Bereits der Prolog entführt den Leser in eine längst vergessene Zeit, dessen gruseliges Setting einiges zu bieten hat. Hier gehen die horrible Erzählstärke der Autorin und die auf Tatsachen beruhenden Geschehnisse Hand in Hand und vereinen sich zu einem schaurigen Lesevergnügen. Man mag sich gar nicht ins Gedächtnis rufen, dass all diese Details einen wahren Ursprung haben. Lieber nicht drüber nachdenken. Und schon ist man trotz des guten Vorsatzes in dem Gedanken gefangen und das Gruseln geht munter weiter.Verziert wurde der Roman mit grünstichigen Fotokopien, die ihren Effekt nicht verfehlen. Perfekt in Szene gesetzt untermalen sie herrlich die geheimnisvolle Atmosphäre und lassen den Lesefluss so schneller voran schreiten. Manches Mal tat ich mich mit der genauen Identifizierung des Motivs jedoch schwer und konnte erst aus dem Zusammenhang erkennen, worum es sich genau handelte.Diese vielen Komponenten ergeben gemeinsam eine wirklich lesenswerte Geschichte. Insbesondere jungen Lesern, die den Einstieg in das Genre Krimi/Thriller suchen, würde ich dieses Jugendbuch wärmstens ans Herz legen.


Mein Fazit:
Dank der vielen Blicke hinter die Kulissen habe ich die Besonderheit dieses Buches erkannt. Für die gruseligen Momente und die tollen Kompositionen aus Text- und Bildverhältnis vergebe ich ~ 4 Krümel ~ Leider kam es nicht an "Die Insel der besonderen Kinder" von Ransom Riggs mit den herausragenden Fotografien heran.


Vielen Dank an den Arena Verlagfür die freundliche Bereitstellungdieses Rezensionsexemplars!


Jimmy



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