Rezi: Erebos

Rezi: ErebosAutorIn: Ursula Poznanski
Titel: Erebos
Band: Einzelband
Verlag:  Löwe
Genre: Jugendbuch
ISBN: 978-3-7855-6957-3
Erscheinungsjahr:
Seitenanzahl: 486
Altersempehlung: ab 13 Jahren
Kaufpreis: 14,99€
Mongozahl: 5
Erster Satz:
 
Es beginnt immer nachts.


Inhalt:
An Nicks Schule geht seit Tagen eine kuriose CD herum. Eingeweihte sieht man in den Ecken stehen und geheimnisvoll tuscheln. Jeder möchte dabei sein, wissen worum es geht. Als Nick sie schließlich in den Händen hält ist er ganz Feuer und Flamme. Die 'silberne Scheibe' ist der Eintritt in ein neuartiges Computerspiel. Doch es hat ganz besondere Regeln: Niemand darf über 'Erebos' ein Wort verlieren - die CD darf nicht vervielfältigt werden - Gegner müssen ausgemerzt werden und es wird Gehorsam erwartet! Die Aufgaben haben es in sich ... jeder Spieler erhält die Anweisungen von 'Erebos' Boten und muss sie in der Realität ausführen. Vor Lügen, Erpressungen, illegalen Botengängen und Drohungen schreckt das Spiel nicht zurück. Es will töten.  Unsere Buchgeschichte:Als sich Ursula Poznanski in unserer Buchhandlung zu einer Lesung ihres Erwachsenenkrimis "Fünf"ankündigte, war eines klar: Wir mussten ihren Debütroman zuvor lesen. An vielen Abenden hielt Horst diesen Schmöker in Händen und las ihn Annette vor. Die liest in der Regel gar nicht und hat sich dennoch sehr schnell von der Geschichte fesseln lassen. Beide sind bereits erwachsene Menschen - somit ist "Erebos" also ein Buch für Kleine wie Große!

Unsere Meinung:
Schon lange stand das Buch im Regal und wurde nicht angerührt. Einen vernünftigen Grund dafür gab es nicht. Um also Annette erstmalig das Erlebnis 'Buch' schmackhaft zu machen, wurde ein relativ jugendlicher Abenteuerroman gesucht - und gefunden.  Ein spannendes und phantastisches Thema in realistischem Gewand! Endlich begegnet man mal wieder einer Geschichte, die aus der dritten Person erzählt wird - kein nerviger Ich-Erzähler. So ist uns Nick als Hauptprotagonist gleich viel sympathischer gewesen. Er ist ein typischer Jugendlicher in Zeiten von Facebook und Co. Sein Leben teilt sich auf in Schule und Familie... erst mit Erebos kommt eine weitere Facette hinzu: die Welt des Spiels. Dort fühlt er sich unerkannt und stark. Doch mit der Zeit wird es viel wichtiger, wer hinter den anderen Spielern steckt. Kennt Nick vielleicht seinen Wegbegleiter auf im wahren Leben? Ist womöglich sein Sitznachbar in der Schule der kuriose Katzenmensch bei Erebos? Auch wir saßen gespannt vor dem Buch und rätselten welcher Charakterzug aus dem Spiel zu welchem Protagonisten passen möge. Gemeinsam mit Nick standen wir vor ungelösten Rätseln. Doch je undurchsichtiger die gemeinen Fäden von Erebos wurden, desto deutlicher kristallisierten sich die Ähnlichkeiten zwischen Spielern und Schülern heraus. Und natürlich fehlt auch keine berührende Liebesgeschichte. Doch dank Erebos wird das junge Glück lange hinaus gezögert. Somit dürfte der Thriller also auch für Mädchen ein wahres Vergnügen sein!Besonders gepusht wurde der Spannungsbogen noch durch den geheimnisvollen Boten des Spiels. Er begegnet den Spielern und ist der Auftraggeber für die vielen .... oft haben wir uns selbst vor die Frage gestellt, ob wir an Nicks Stelle das Wagnis eingegangen wären und die Aufgabe erfüllt hätten. Der Reiz wäre auf jeden Fall dabei gewesen. Und mit diesen subtilen Denkanstößen eröffnet die Autorin uns hier ein sehr interessantes Gebiet. Sie entführt uns in die verdrehten Ideen anderer, fremder Köpfe: Was ist, wenn die Realität immer mehr in den Hintergrund rückt? Wenn die Phantasiewelt so sehr verwischt, dass die Menschen in der echten Welt mit hineingezogen werden? Wenn alle Erfolge im Leben auf einem PC gespeichert werden? Viele sozialkritische Fragen werden gestellt: Sind solche Spieler überhaupt noch gesellschaftsfähig? Aber auch die gegenerische Meinung steht viel im Vordergrund. Es ist doch nur ein Spiel und soll ja Spaß machen .. Spaß, aber auf wessen Kosten?! Seite 481 >> "Erebos war die Münze, die ich geworden habe. Während sie sich in der Luft gedreht hat, war ich schon fort. Die Spieler hatten immer die Wahl, sie konnten jederzeit aufhören. Zu Beginn mussten alle an mir vorbei und ich habe sie gewarnt. Jeden Einzelnen." << Erwähnenswert weil recht ungewöhnlich fanden wir auch, dass der gesamte Roman in England spielt. Die Namen haben englischen Klang, die Straßen sind eindeutig zu zuordnen .. Poznanski hat gut recherchiert, auch bezüglich des Schulsystems. Erst recht wird diese Komponente zum Ende hin auffällig. Die sparsam eingeworfenen Ortsangaben und beschriebenen Kulissen bieten schlussendlich eine effektvolle Erklärung.Je mehr Seiten wir hinter uns gelassen hatten, desto spannender wurde die Angelegenheit. Die Atmosphäre verdichtete sich und es blieben immer weniger Möglichkeiten, wer hinter dem geheimnisvollen Boten wohl stecken möge. Als wir uns dann dem Finale ausliefertem, waren wir vollends von der Geschichte gebannt. Poznanski kommt wunderbar ohne viele Schnörkel aus und trifft den Leser dennoch mitten ins Herz. Das Ende ist bewegend und überraschend authentisch gestaltet. Gerne wieder.

Unser Fazit:
Trotz junger Protagonisten konnte uns das Buch von Beginn an überzeugen. Unserer Meinung nach ist es der stärkste Roman der Autorin!
~ 5 Mongokrümel~
Horst&Annette


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