Rezi: Die perfektesten 1440 Minuten meines Lebens

Rezi: Die perfektesten 1440 Minuten meines LebensAutorIn: Shaun David Hutchinson
Titel: Die perfektesten 1440 Min. ...
Band: Einzelband
Verlag: Arena
Genre: Jugendbuch
ISBN: 978-3-401-06734-6
Erscheinungsjahr: Juni 2012
Seitenanzahl: 284
Altersempehlung: ab 14 Jahren
Kaufpreis: 12,99€
Krümelanzahl: 3
Erster Satz:
"Oliver! Oliver!
Komm doch bitte runter!"
Inhalt:
Eine Todestagbrief von den Behörden zu bekommen ist keine große Sache, fast schon etwas alltägliches. Jeder bekommt mal einen. Dann sind einem noch genau 24 Stunden vergönnt, um im vollen Bewusstsein des nahenden Todes das beste aus dem Tag zu machen. Das ganze klingt in Ollies Augen nur nicht mehr so toll, als er seinen eigenen Brief in den Händen hält. Frustriert von dem Mitleid seiner Familie beginnt er den Morgen wie sonst auch. Er macht einfach alles so wie immer, dann wird sich der Brief schon als ein geschmackloser Witz herausstellen. Doch bis Oliver überhaupt so weit denken hat, hat ihn sein bester Freund Shane samt der hübschen Ronnie schon hinaus aus dem großen Schultor geschleppt. Gemeinsam versuchen sie Dinge nach zu holen, die man im Leben schon einmal gemacht haben sollte - auch wenn sie erst 16 sind. Von der Brücke springen, high werden, sich tattowieren lassen ... und eine bleibende Spur hinterlassen.
Meine Meinung:
Ansprechend wirkt das Cover leider gar nicht auf mich. Hätte ich das Buch nicht von meinen Kollegen aus unserer Buchhandlung in die Hände gedrückt bekommen, wäre ich sicher nie darauf aufmerksam geworden.  Der Titel wirkt widerum vielversprechend. Wenn man jedoch die Inhaltsbeschreibung dazu im Zusammenhang sieht, wirkt dieser wie die Überschrift eines reizerischen Zeitungsartikels. Abgesehen vom Titel des Buches ist auf dem Buchdeckel auch kaum zu erkennen, umso nichtssagender erscheint er. Ein Skateboard und eine Sonnenbrille tauchen noch am Rande auf - aber witzigerweise tauchen diese beiden Dinge wirklich auf keiner der folgenden fast 300 Seiten noch einmal auf. Vielleicht haben sich die Designer keine Informationen zum Inhalt des Romans geholt, kann ja sein.Ich stieg leicht in die Geschichte ein. Die Worte aus dem Mund des Jugendlichen sprudeln nur so drauf los, als hätte er eine lange Zeit geschwiegen. Ich wusste auch sofort mit wem ich es zu tun hatte: einem pubertierendem Jungen, der die meiste Zeit des Tages nur an Sex und Essen denkt - in der Reihenfolge. Die beiden Themen spielen in Olivers Leben eine große Rolle und somit auch in seiner Geschichte. All zu oft wird man nicht nur mit diversen Kraftausdrücken konfrontiert, sondern lernt nebenbei auch ganz kuriose Bezeichnungen für das Allerheiligste eines jeden Mannes. Hier sammelt sich also genau das an, was einen mit 15 oder 16 Jahren eben so brennend interessiert. Passend dazu kommt Olivers Sprache keineswegs aufgesetzt rüber. Hier hat Hutchinson ein Händchen für den jugendlichen Sprachgebrauch erwiesen, was vielen anderen Schriftstellern bereits auffällig missglückte.
Mit viel Witz und Charme bietet dieses Buch das jungenhafte Pendant zum gefühlvollen und lebensbejahenden Roman "Bevor ich sterbe" von Jenny Downham.
In beiden Büchern wissen die Jugendlichen über ihren baldigen Tod Bescheid. Hier kauert Oliver mit seinem Todestagbrief in der Hand. Dort sitzt Tessa und ist sich ihrer Leukämie-Diagnose nur allzu bewusst. Beide stehen einem Augenblick gegenüber, das für keinen 16jährigen Menschen den normalen Ablauf darstellen sollte. Verzweifelt suchen sie nach der bestmöglichen Lösung für ihr frustrierendes Problem und beschließen eine Liste anzufertigen, mit Dingen, die es noch vorm Todestag gilt zu erledigen. Beiden Jugendlichen kommen Sachen wie Drogen, Sex, Narben und Liebe in den Sinn. Und beide gehen unterschiedlich, aber auf ihre Weise mit der Problematik um.
Seite 250
>> Todestagbriefe sind ein Segen, Oliver. Sie geben uns die Gelegenheit, all das zu sagen, das man noch zu sagen hat, oder zu tun, was man noch tun muss. Dinge zu Ende zu bringen, die wir noch nicht ganz erledigt haben. Aber die Briefe sind auch grausam, weil sie Menschen [...] nicht mehr genug Zeit geben, um etwas zu vollenden, was gerade erst beginnen sollte. <<
So schafft es Oliver einem eigentlich traurigen Tag wieder alten Glanz zu verleihen und drückt ihm seine ganz persönlichen Stempel auf. Während des witzigen Spektakels mit seinen Freunden wird jedoch immer wieder eine ernste Botschaft hervorgehoben. Es geht hier nicht nur um Oliver. Auch die Gefühle seiner Freunde und Familie sind von Bedeutung - sie leiden mit. Besonders zum Ende hin wird die Tragweite des Todestagbriefes deutlich und beschert Oliver einige unangenehme Momente.
War ich am Anfang der Lektüre wenig begeistert, so konnte mich die Geschichte nach und nach immer mehr besänftigen. Ich bin noch lange kein Fan von Hutchinson und werde wohl auch kein weiteres Buch von ihm anrühren .. aber immerhin empfand ich die Protagonisten zum Ende hin einfühlsamer und realistischer als zuvor. Ich konnte mich mit dem Ausgang der Geschichte arrangieren und nicht mal zwangsläufig von dem Buch abraten.
Mein Fazit:
Angenehm, aber nicht unbedingt notwendig. Eine interessante Grundidee mit viel Witz und Charme ~ 3 Krümel ~
Jimmy

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