Blau, Rot, Schwarz oder T1-T6? Die Schwierigkeitsgrade von Wanderwegen

Zwei Systeme, eine Frage: Wie anspruchsvoll ist ein Wanderweg?

Wer eine Bergtour plant, stößt in Karten, Tourenführern und auf Wegweisern auf unterschiedliche Angaben zur Schwierigkeit von Wanderwegen. Während in Österreich und Deutschland vor allem die Farben blau, rot und schwarz verwendet werden, ist in der Schweiz die SAC-Wanderskala von T1 bis T6 üblich. Beide Systeme helfen dabei, bei deiner Tourenplanung die Schwierigkeitsgrade der Wanderwege zu berücksichtigen und eine für dich passende Route auszuwählen.

Doch was bedeutet ein roter Wanderweg konkret? Wann herrscht Absturzgefahr? Und ab welchem Schwierigkeitsgrad wird es ausgesetzt oder sind die Hände gefragt?

Im Folgenden betrachten wir ausschließlich die Schwierigkeit von Wander- und Bergwegen, wie sie in den Alpenländern auf Karten und auf Wegweisern klassifiziert werden. Hochtouren, Kletterrouten und Klettersteige bleiben außen vor.


Wanderwege: So werden die Schwierigkeitsgrade bestimmt

Bei der Schwierigkeitsbewertung von Bergwegen betrachten die Alpenvereine verschiedene Merkmale des Weges und des Geländes. Dazu gehören:

  • die Breite des Weges
  • die Steilheit und Neigung
  • die Absturzgefährdung
  • die Häufigkeit von Seilsicherungen
  • ob die Hände zur Unterstützung oder zur Fortbewegung benötigt werden
  • die Häufigkeit und Schwierigkeit einfacher Kletterstellen
  • die Anforderungen an die Trittsicherheit und Koordination

Die Schwierigkeit eines Weges beschreibt dabei nicht, wie lang oder anstrengend die gesamte Tour ist. Entscheidend ist vielmehr, wie anspruchsvoll das Gelände und der Weg selbst sind.

Auch typische alpine Gefahren wie Steinschlag, Nässe oder große Höhenlagen fließen nicht in die Wegeklassifizierung ein. Die Bewertung bezieht sich grundsätzlich auf normale Weg- und Wetterverhältnisse.

Blau, Rot, Schwarz oder T1-T6? Die Schwierigkeitsgrade von WanderwegenSeilversicherte Passagen in potenziellem Absturzgelände. Typische Kriterien für einen schwarzen Bergweg.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Für die Einstufung ist die schwierigste Stelle des Weges bis zum angegebenen Ziel entscheidend. Ein ansonsten einfacher Weg kann also als schwierig eingestuft sein, wenn sich auf dem letzten Abschnitt eine anspruchsvollere Passage befindet.


Das deutsche und österreichische System: Blau, Rot und Schwarz

In Bayern und Österreich werden Bergwege häufig mit drei Farben klassifiziert:

🔵 Blau = einfach
🔴 Rot = mittelschwierig
Schwarz = schwierig
⚠️ Alpine Route = Sonderkategorie

Die Farbe findet sich häufig als Punkt auf den gelben Wegweisern. Kleinere Ausnahmen zur Markierung gibt es in Tirol, Vorarlberg und im Allgäu

Merke: Die Farbmarkierungen auf dem Weg selbst sind davon zu unterscheiden. Weiß-rot-weiße Markierungen dienen in Österreich beispielsweise zur Orientierung und sagen nichts über den Schwierigkeitsgrad aus.

Die drei Schwierigkeitsstufen im Überblick

SchwierigkeitWeg und GeländeAbsturzgefahrSicherungen / HändeAnforderungen

🔵 BlauEinfacher Bergweg, kann schmal und teilweise steil seinKeine absturzgefährlichen PassagenIn der Regel keine besonderen Sicherungen; Hände nicht zur Fortbewegung erforderlichGrundlegende Trittsicherheit und normales Gehen im Berggelände

🔴 RotÜberwiegend schmal, häufig steil; anspruchsvolleres GeländeAbsturzgefährliche Passagen können vorkommenKurze versicherte Gehpassagen, z. B. Drahtseile möglichGute Trittsicherheit, Erfahrung in ausgesetztem Gelände

SchwarzSchmal, häufig steil, felsig und ausgesetztAbsturzgefahr ist typischHäufiger gesicherte Passagen und/oder einfache Kletterstellen (bis II); Hände können zur Fortbewegung nötig seinTrittsicherheit, alpine Erfahrung und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich

Wanderwege und ihre Schwierigkeitsgrade – das Österreichische & Deutsche System

Blau: Einfacher Bergweg

Ein blauer Weg ist die leichteste Kategorie der klassischen Bergwege. Das bedeutet allerdings nicht zwingend, dass der Weg breit, flach oder vollkommen unkompliziert ist. Auch blaue Wege können schmal und steil sein.

Entscheidend ist, dass keine absturzgefährlichen Passagen vorhanden sind und keine besonderen technischen Fähigkeiten notwendig sind.

Wer auf einem blauen Bergweg unterwegs ist, sollte sich im alpinen Gelände sicher bewegen können. Eine gewisse Trittsicherheit ist sinnvoll, Kletterpassagen oder ausgesetzte Stellen sind jedoch nicht zu erwarten.

Typisch: breiter bis schmaler Bergpfad, keine ausgesetzten Passagen oder Kletterstellen, eventuell trotzdem steile Anstiege.

Rot: Mittelschwerer Bergweg

Rote Wege sind schon deutlich anspruchsvoller. Sie verlaufen meist auf schmalen, häufig steilen Pfaden und können ausgesetzte bzw. absturzgefährdete Passagen enthalten.

An einzelnen Stellen können Seile oder andere Sicherungen vorhanden sein. Diese dienen in der Regel dazu, das Gehen zu erleichtern oder abzusichern – es handelt sich aber nicht automatisch um einen Klettersteig!

Hier ist eine gute Trittsicherheit wichtig. Auch wer sich in ausgesetztem Gelände nicht wohlfühlt, sollte bei roten Wegen genau auf die Beschreibung achten.

Typisch: schmaler, steiler Bergpfad, einzelne ausgesetzte Passagen, eventuell kurze mit Drahtseil gesicherte Abschnitte.

Blau, Rot, Schwarz oder T1-T6? Die Schwierigkeitsgrade von WanderwegenIn Österreich und Deutschland werden Wanderwege in die in die Schwierigkeitsgrade blau, rot oder schwarz eingeteilt.

Schwarz: Schwieriger Bergweg

Schwarze Wege bilden die anspruchsvollste Kategorie innerhalb der klassischen Bergwege.

Sie sind meist schmal, steil und absturzgefährlich. Häufig kommen gesicherte Passagen vor. Auch einfache Kletterstellen können Bestandteil des Weges sein – und an diesen Stellen ist der Gebrauch der Hände zur Fortbewegung nötig.

Deshalb sind bei schwarzen Wegen Trittsicherheit, alpine Erfahrung und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich.

Typisch: steiler und ausgesetzter Bergweg, häufigere Sicherungen, einfache Kletterstellen, Hände zur Unterstützung oder Fortbewegung.

Alpine Route

Alpine Routen sind in Österreich eine Sonderform der Wegeklassifizierung. Dieser Hinweis kommt zum Einsatz wenn:

  • Wege ins freie alpine bzw. hochalpine Gelände führen und keine Bergwege im obigen Sinne mehr sind.
  • Wege exponierte, ausrutsch- und absturzgefährdete sowie ungesicherte Kletterpassagen aufweisen
Blau, Rot, Schwarz oder T1-T6? Die Schwierigkeitsgrade von WanderwegenWegweiser Großglockner mit dem Hinweis ⚠️ Alpine Route

Beachte: In der Praxis sind die Übergänge von schwarzen Wegen, alpinen Routen und auch Klettersteigen fließend und können oft nicht klar abgegrenz werden.

Blau, Rot, Schwarz oder T1-T6? Die Schwierigkeitsgrade von Wanderwegen

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Das Schweizer System: Die SAC-Wanderskala T1 bis T6

In der Schweiz wird die Schwierigkeit von Wanderwegen mit der Wanderskala des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) beschrieben. Sie reicht von T1 bis T6 und unterteilt das Gelände wesentlich feiner als das Drei-Farben-System.

Dabei beschreibt T1 einen einfachen Wanderweg, während T6 für anspruchsvolles Bergsteigen steht. Die höheren Stufen entfernen sich zunehmend vom klassischen Wanderweg und führen in den Bereich alpiner Routen.

Wichtig: Die SAC-Skala lässt sich nicht 1:1 in das deutsche bzw. österreichische Farbensystem übersetzen.

Die sechs Schwierigkeitsgrade der Schweizer Wanderwege

SACBezeichnungGelände & Anforderungen

T1WandernGut ausgebauter und gelb markierter Weg. Flaches oder nur leicht geneigtes Gelände. Keine besonderen Anforderungen an Trittsicherheit oder Orientierung.

T2BergwandernDurchgehende Wegspur, teilweise steiles Gelände möglich. Rot-weiß markierter Weg. Absturzgefahr nicht ausgeschlossen. Trittsicherheit und elementares Orientierungsvermögen erforderlich.

T3Anspruchsvolles BergwandernMeist rot-weiß markierter Weg. Teilweise schwierige Wegführung, Geröll und Schrofen möglich. Ausgesetzte Passagen und kurze gesicherte Stellen können vorkommen. Gute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und elementare alpine Erfahrung erforderlich.

T4AlpinwandernTeilweise wegloses Gelände, ausgesetzte Passagen, steile Gras- oder Schrofenhänge. Weiß-blau markiert. Hände können zur Fortbewegung nötig sein. Gute Orientierung, Trittsicherheit und alpine Erfahrung erforderlich.

T5Anspruchsvolles AlpinwandernHäufig wegloses und sehr ausgesetztes Gelände. Einfache Kletterstellen möglich. Weiß-blau markiert, häufig auch nicht markiert. Sehr gute Orientierung und sichere Geländebeurteilung sowie ausgeprägte alpine Erfahrung erforderlich.

T6Schwieriges AlpinwandernMeist wegloses, teilweise nicht markiertes Gelände mit sehr anspruchsvollen Passagen. Kletterstellen bis UIAA II möglich. Ausgezeichnete Orientierung und sehr viel alpine Erfahrung erforderlich.

T1: Wandern

T1 steht für einfache Wanderwege und entspricht eher dem klassischen Talwandern als einem Bergweg.

Der Weg ist gut ausgebaut, gut markiert und einfach zu begehen. Das Gelände ist flach oder nur leicht geneigt. Falls es exponierte Stellen gibt, sind diese sehr gut gesichert. Eine Absturzgefahr kann bei normalem Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden.

Für T1 ist keine besondere Trittsicherheit erforderlich. Der Weg kann in der Regel mit normalen Sportschuhen begangen werden. Auch die Orientierung ist unkompliziert und normalerweise ohne Karte möglich.

Kurz gesagt: einfacher Wanderweg, flaches bis leicht geneigtes Gelände, praktisch keine technischen Schwierigkeiten.

T2: Bergwandern

T2 ist der typische einfache Bergwanderweg und lässt sich grob mit einem blauen Bergweg im deutschen bzw. österreichischen System vergleichen.

Der Weg verfügt über eine durchgehende Spur und Markierung, kann aber bereits steil sein. Eine Absturzgefahr ist nicht vollständig ausgeschlossen.

Trekking- oder Wanderschuhe sind empfehlenswert. Auch die Orientierung wird anspruchsvoller als bei T1: Ein elementares Orientierungsvermögen sollte vorhanden sein.

Kurz gesagt: gut erkennbarer Bergpfad, teilweise steil, Trittsicherheit erforderlich.

T3: Anspruchsvolles Bergwandern

Bei T3 beginnt anspruchsvolleres Bergwandern. Der Weg muss nicht mehr durchgehend klar sichtbar sein. Es können Geröllflächen, weglose Schrofen und ausgesetzte Passagen vorkommen.

Gefährliche Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. An einzelnen Stellen können die Hände zur Unterstützung des Gleichgewichts benötigt werden.

T3 verlangt deshalb gute Trittsicherheit, geeignete Schuhe und ein solides Orientierungsvermögen. Auch elementare alpine Erfahrung wird vorausgesetzt.

Kurz gesagt: anspruchsvoller Bergpfad mit möglichen ausgesetzten Stellen, Geröll und kurzen gesicherten Passagen.

Blau, Rot, Schwarz oder T1-T6? Die Schwierigkeitsgrade von WanderwegenIn der Schweiz werden Wanderwege in die Schwierigkeitsgrade T1-T6 unterteilt.
Auch einige digitale Karten (wie hier Outdooractive) enthalten diese Infos.

T4: Alpinwandern

Mit T4 wird es deutlich alpiner. Eine durchgehende Wegspur ist nicht mehr zwingend vorhanden. An einzelnen Stellen müssen die Hände zur Fortbewegung eingesetzt werden.

Das Gelände ist häufig ausgesetzt und kann heikle Grashänge oder Schrofen aufweisen. Im Hochgebirge können auch einfache Firnfelder oder apere Gletscherpassagen vorkommen.

Erforderlich sind eine sichere Bewegung in ausgesetztem Gelände, gute Orientierung und alpine Erfahrung. Stabile Wander- oder Zustiegsschuhe gehören zur Grundausstattung.

T4 ist damit ein wichtiger Grenzbereich: Je nach konkreter Route kann eine T4-Strecke noch als anspruchsvoller Wanderweg betrachtet werden oder bereits in den Bereich alpiner Routen übergehen.

Kurz gesagt: teilweise wegloses, ausgesetztes Gelände, Hände zur Fortbewegung & alpine Erfahrung unbedingt nötig.

T5: Anspruchsvolles Alpinwandern

Bei T5 ist der Weg häufig nicht mehr vorhanden. Einzelne einfache Kletterstellen können auftreten, das Gelände ist exponiert und anspruchsvoll. Im Hochgebirge können auch apere Gletscher- und Firnfelder mit Rutschgefahr vorkommen.

Vorausgesetzt werden sehr gute Orientierung, sichere Geländebeurteilung und ausgeprägte alpine Erfahrung. Auch elementare Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Seil werden genannt.

Kurz gesagt: sehr anspruchsvolles, häufig wegloses Gelände mit ausgesetzten Passagen und möglichen Kletterstellen oder Gletscherberührung.

T6: Schwieriges Alpinwandern

T6 bezeichnet meist wegloses und teilweise nicht markiertes Gelände. Es können Kletterstellen bis UIAA II vorkommen, dazu häufig sehr ausgesetztes Schrofengelände und anspruchsvolle Gletscherpassagen.

Erforderlich sind ausgezeichnete Orientierung, ausgereifte alpine Erfahrung und Vertrautheit mit alpintechnischen Hilfsmitteln.

Beachte: Die Kategorien T5 und T6 gehören zwar zur SAC-Wanderskala, bewegen sich aber deutlich außerhalb dessen, was man unter einem klassischen Wanderweg versteht!


Blau ist nicht automatisch T1 – und Schwarz nicht automatisch T6

Die beiden Systeme verfolgen ähnliche Ziele, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte und haben unterschiedlich viele Abstufungen. Deshalb sollte man die Angaben nicht wie eine mathematische Umrechnungstabelle behandeln.

Für die Praxis kann folgende Orientierung dienen:

Deutsches/österreichisches SystemSAC-WanderskalaCharakter

BlauT2einfacher Wanderweg

RotT3anspruchsvolles Bergwandern

Rot / SchwarzT4Alpinwandern

SchwarzT5–T6anspruchsvolles Bergsteigen oft ohne sichtbare Wege

Die Zuordnung ist bewusst nur als Orientierung zu verstehen. Insbesondere T4 lässt sich nicht eindeutig einer Farbe zuordnen. Auch T5 und T6 sind nicht einfach „noch schwärzer“, sondern beschreiben teilweise eine andere Art von Gelände und alpine Anforderungen.


Blau, Rot, Schwarz oder T1-T6? Die Schwierigkeitsgrade von WanderwegenNicht zu verwechseln sind die Schwierigkeitsgrade der Wanderwege mit den Wegmarkierungen oder -nummerierungen – diese dienen zur Orientierung!

Was die Schwierigkeitsgrade über Wanderwege nicht sagen

Ein wichtiger Punkt für die Tourenplanung: Der Schwierigkeitsgrad von Wegen und der Gesamtanspruch der Tour sind zwei unterschiedliche Dinge.

Ein blauer Weg kann zehn Kilometer lang sein und 1.000 Höhenmeter aufweisen. Er kann damit körperlich deutlich anstrengender sein als ein kurzer schwarzer Weg. Trotzdem bleibt der blaue Weg technisch einfacher.

Umgekehrt sagt ein schwarzer Weg nicht automatisch etwas über die Länge, die Anzahl der Höhenmeter oder die konditionelle Schwierigkeit aus.

Auch aktuelle Bedingungen werden durch die Farb- oder T-Einstufung nicht abgebildet. Nässe, Schnee, Eis oder schlechte Sicht können einen vermeintlich einfachen Weg erheblich schwieriger machen! Die Klassifizierung geht grundsätzlich von normalen, guten Verhältnissen aus.


Fazit: Schwierigkeitsgrade der Wanderwege richtig beurteilen

Ob blau, rot, schwarz oder T1 bis T6: Eine Schwierigkeitsbewertung soll vor allem dabei helfen, einen Weg passend zum eigenen Können auszuwählen.

Wer in Deutschland oder Österreich unterwegs ist, sollte sich zunächst merken:

Blau: einfacher Bergweg
Rot: mittelschwerer, teilweise ausgesetzter Bergweg
Schwarz: schwieriger, ausgesetzter Bergweg mit möglichen einfachen Kletterstellen

In der Schweiz bietet die SAC-Skala mit T1 bis T6 eine feinere Abstufung:

T1: einfaches Wandern
T2: Bergwandern
T3: anspruchsvolles Bergwandern
T4: Alpinwandern
T5: anspruchsvolles Alpinwandern
T6: schwieriges Alpinwandern

Tipps für deine Tourenplanung

Für die Tourenplanung ist nicht nur die Farbe oder die Zahl entscheidend. Wer eine Route auswählt, sollte zusätzlich auf Wegbeschreibung, Höhenmeter, Gehzeit, Gelände, Wetter und aktuelle Verhältnisse achten.

Denn ein Schwierigkeitsgrad beantwortet vor allem eine Frage: Wie schwierig ist das Gelände? Er beantwortet nicht die Frage: Wie anstrengend wird meine Tour?

Gute Tourenplanung ist entscheidend

Die genaueste Schwierigkeitsbewertung hilft wenig, wenn die Tour nicht zu den eigenen Fähigkeiten, der Kondition oder den aktuellen Bedingungen passt. Deshalb gilt auch beim Wandern: Lieber langsam steigern – vom Leichten zum Schweren.

Bevor du losgehst, lohnt sich ein kurzer Realitätscheck:

  • Passt die Schwierigkeit zu meiner Erfahrung? Vergleiche die Tour mit Wegen, die du bereits sicher bewältigt hast. Achte dabei nicht nur auf die Farbe oder den SAC-Grad, sondern auch auf die Beschreibung des Geländes.
  • Sind Länge und Höhenmeter machbar? Gehzeit, Distanz und Höhenmeter sollten zu deiner Kondition passen. Plane außerdem etwas Reserve ein – gerade bei anspruchsvollerem Gelände geht man oft langsamer als gedacht.
  • Wie steht es um Verpflegung und Wasser? Gibt es unterwegs eine bewirtschaftete Hütte oder eine Einkehrmöglichkeit? Wenn nicht, musst du ausreichend Proviant und vor allem Wasser selbst mitnehmen.
  • Passt das Wetter zur Tour? Prüfe die Wetterprognose vor dem Start und überlege, ob Gewitter, Hitze, Regen oder starker Wind die Route problematisch machen könnten.
  • Wie sehen die Bedingungen aktuell aus? Gerade in höheren Lagen können Schnee, Nässe oder vereiste Passagen den Charakter eines Weges deutlich verändern. Informiere dich deshalb, ob die Route aktuell sicher begehbar ist und beispielsweise Übergänge oder ausgesetzte Stellen problemlos passierbar sind.

Den richtigen Weg für dich finden

Gerade weil Regionen unterschiedliche Bewertungssysteme verwenden und Tourenbeschreibungen im Internet unterschiedlich detailliert und aktuell sein können, lohnt es sich, vor der Tour genauer hinzuschauen.

Diese vier Tipps helfen bei der Auswahl:

1. Kenne das Bewertungssystem.
Informiere dich, was die jeweilige Farbe oder Schwierigkeitsstufe tatsächlich bedeutet. Ein roter Weg ist nicht überall automatisch mit einem roten Weg in einer anderen Region vergleichbar.

2. Lies die Tourenbeschreibung – und zwar genau.
Besonders wertvoll sind konkrete Hinweise zum Gelände: Gibt es ausgesetzte Passagen? Muss man die Hände zu Hilfe nehmen? Sind steile Geröllfelder oder gesicherte Stellen dabei? Solche Angaben sagen oft mehr aus als ein einzelner Schwierigkeitsgrad. Bei beliebten Touren kann es außerdem sinnvoll sein, mehrere Beschreibungen miteinander zu vergleichen.

3. Hol dir Informationen aus erster Hand.
Wer gerade von der Tour zurückkommt oder sich vor Ort gut auskennt, kann die aktuellen Bedingungen oft besser einschätzen als eine ältere Tourenbeschreibung. Hüttenwirt:innen, Bergführer:innen oder lokale Bergsportler:innen sind dafür gute Anlaufstellen.

4. Überschätze dich nicht.
Wenn du unsicher bist, ob eine Tour zu deinem Können passt, wähle zunächst die einfachere Variante oder schließe dich einer geführten Tour an. So kannst du dich Schritt für Schritt an anspruchsvolleres Gelände herantasten.

Merke: Denn ein guter Tourenplan bedeutet nicht, die schwierigste Tour zu schaffen. Er bedeutet, eine Tour zu wählen, die zu den eigenen Fähigkeiten und den aktuellen Bedingungen passt – und dabei noch genug Spielraum für unvorhergesehene Situationen lässt.

Quellen

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