Zwischen saftigen Almen, glasklaren Bergseen und aussichtsreichen Gipfeln. Eine Wanderung zur Twengeralm, zum Twenger Almsee und aufs Große Gurpitscheck.
Der Wind streicht sanft über die Almwiesen, Kuhglocken läuten in der Ferne und zwischen den satten Grüntönen blitzen immer wieder glasklare Bergseen auf. Wir sind unterwegs auf einer Wanderung zur Twengeralm, zum Twenger Almsee und aufs Große Gurpitscheck. Ein idyllischer Platz, wo man ihn im Salzburger Land am wenigsten vermuten würde.
Obertauern, das kennen die meisten nur vom Wintersport: schneebedeckt, volle Skipisten, Après-Ski. Der Sommer hier könnte nicht gegensätzlicher sein. Ruhig, ja fast ausgestorben, liegt der Ort am Passübergang zwischen Pongau und Lungau. Die meisten Betriebe haben geschlossen. Dort, wo im Winter die Skifahrer über die Pisten fegen, grasen Kühe und Schafe.
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Eingekesselt von den Kämmen, Rücken und Gipfeln der Niederen Tauern ist Obertauern im Sommer ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Bergtouren. Die Wiesen sind saftig grün, überall gurgeln kleine Bäche und in fast jeder Mulde liegt ein kleiner Bergsee. Rund 60 Bergseen gibt es in der Region – mehr als irgendwo anders in Europa. Ein großer Teil davon befindet sich im UNESCO Biosphärenpark Lungau.
Neben den sanften Gipfeln und erfrischenden Seen sind es vor allem die wenigen, aber schön gelegenen Almen, die das Wandern in Obertauern so herrlich machen. Eine davon ist die Twengeralm (1.900 m) – und genau dorthin nehme ich dich auf dieser Tour mit!
Zwischen sanften Gipfeln und erfrischenden Bergseen liegt die Twengeralm in Obertauern.Produkte aus der eigenen Alm- und Landwirtschaft krönen hier jede Wanderung.
Toureninfos: Wanderung Twengeralm, Twenger Almsee
& Großes Gurpitscheck
- Berg/Ort: Großes Gurpitscheck (2.520 m) | Obertauern | Radstädter Tauern
- Anfahrt: Mit dem Auto oder Bus nach Obertauern. Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz am Schaidberglift > Anfahrt planen
- Schwierigkeit: bis zum Twenger Almsee einfache (T2), zum Gurpitscheck anspruchsvolle Wanderung (T4).
- Aufstieg: 900 Höhenmeter
- Abstieg: 900 Höhenmeter
- Distanz: 12 Kilometer
- Einkehr: Twengeralm
- Beste Jahreszeit: Juli bis September
- Ausrüstung: klassische Wanderausrüstung
- Wegbeschreibung: Vom Wanderparkplatz bei der Schaidbergbahn auf teilweise steilem Forstweg zur Ernstalm. Von dort nahezu eben weiter zur Twengeralm. Kurz vor der Alm links auf markiertem Steig zunächst in moderater, später zunehmend steiler Steigung zum Twenger Almsee.
Weiterer Aufstieg aufs Große Gurpitscheck: rechts am See vorbei und anschließend steil hinauf zur Scharte. Von dort rechtshaltend zunächst gemütlich über einen Kamm, ehe das Gelände felsiger wird. Über Geröll, zwei kurze seilversicherte Passagen und einige ausgesetzte Stellen zum Gipfel des Großen Gurpitschecks.
Wanderung über die Twengeralm zum Twenger Almsee und auf das Große Gurpitscheck (2.526 m)
Damit dieser Tourentipp wirklich alle Facetten einer Obertauer’schen Wanderung beinhaltet, kombinieren wir den Almbesuch mit der Besteigung des Großen Gurpitschecks und einer Abkühlung im Twenger Almsee, der etwa 200 Höhenmeter oberhalb der Alm in einem Kessel liegt.
Ein(i)wandern: Von Obertauern zur Twengeralm
Unsere Tour startet am Wanderparkplatz an der Schaidbergbahn am südlichen Ende von Obertauern. Reist du von Radstadt aus an, zweigst du vor dem ersten Straßentunnel nach links ab (leicht zu übersehen).
Wanderschuhe schnüren und schon kannst du dich am steilen Forstweg Richtung Twengeralm warmwandern. Der Weg dorthin ist einfach und die Hütte recht flott erreicht: Knapp 250 Höhenmeter und 2,7 Kilometer marschieren wir eini – und schon lockt der Geruch von frisch gebackenen Krapfen.
Wir widerstehen. Noch. Denn soviel sei schon verraten: Auf der Twengeralm gibt es allerhand Gutes zu Verkosten. Von frischer Butter und Buttermilch über selbstgemachten Käse bis zu Speck und Würsten aus eigener Herstellung.
Wir wandern weiter und biegen knapp vor der Twenger Alm links auf einen Steig ab. Die Lust auf eine Almjause wird bald überlagert von den wunderschönen Eindrücken, die aus der umliegenden Landschaft auf uns einprasseln.
Durch die Salzburger Highlands
Der Weg schlängelt sich über saftig, grüne Wiesen. Aus den Tümpeln und Sümpfen sprießen flauschig weiße Wollgras-Büschel. Den Wegesrand säumen die handgroßen Blüten des gelben Arnika. Kurzum: Es ist einwondfrei!
Arnika als Heilpflanze
Die heilende Wirkung von Arnika ist seit Jahrhunderten bekannt.
- Wirkt kühlend und abschwellend
- Hilft bei Insektenstichen und Verstauchungen
- Ideal nach Sonnenbrand
- Fördert die Durchblutung
Ich empfehle dir Arnika Gel von BANO.
-10% mit berghasen10Mit jedem Höhenmeter öffnet sich die Landschaft ein Stück mehr. Sanfte, baumlose Bergrücken wechseln sich mit Moorflächen, kleinen Bächen und kleinen Lacken ab. „Das schaut aus wie in den schottischen Highlands“, meint mein Freund Tom – und tatsächlich: Je länger wir unterwegs sind, desto treffender erscheint der Vergleich.
Im Sommer zeigt Obertauern eine Seite, die nur wenige kennen.Kuhglocken statt Skilärm, Wollgras statt Schneekanonen und glasklare Bergseen statt Pisten.
Die weiten, sattgrünen Hänge und die raue, offene Landschaft erinnern erstaunlich stark an den hohen Norden. Im Sommer zeigt Obertauern eine Seite, die nur wenige kennen. Kuhglocken statt Skilärm, Wollgras statt Schneekanonen und glasklare Bergseen statt Pisten.
Auf rund 1.700 Metern Seehöhe gelegen, bleibt es hier selbst an heißen Sommertagen angenehm kühl. Gemeinsam mit den zahlreichen Bergseen ist die Region deshalb ein perfektes Wanderziel für alle, die der Sommerhitze entfliehen möchten.
Grüne Almen und der Twenger Almsee
Als wir uns sicher sind, dass es schöner nicht mehr werden kann, taucht in einer Senke der Twenger Almsee auf.
Der See ist um die 35 Meter tief und zwölf Grad kalt und hat keinen Zufluss. Er wird von unterirdischen Quellen gespeist und ist vermutlich deshalb so herrlich klar.
Wir widerstehen einer weiteren Versuchung. Anstatt uns gleich im See abzukühlen, wandern wir auf einem etwas anspruchsvolleren Steig weiter auf das Große Gurpitscheck.
Wanderung auf das Große Gurpitscheck
Natürlich sind die Twengeralm und der See auch ohne Gurpitscheck eine empfehlenswerte Wanderung. Wer einen näher gelegenen Gipfel mitnehmen möchte, kann auf die Gollitschspitze (2.247 m) nordwestlich des Twenger Almsees steigen. Diese Variante verkürzt die Tour um einige Höhenmeter und Kilometer und ist auch mit Kindern gut machbar.
Das Gurpitscheck ist vom Twenger Almsee aus nicht erkennbar – die Wanderung zum Gipfel zieht sich etwas, so ehrlich muss ich mit dir sein.
Wir umrunden den See und steigen auf die Scharte oberhalb seines Ostufers auf. Dort zweigt der Steig aufs Gurpitscheck scharf nach rechts – für Geographen: Süd bis Südost – ab.
Steil steigen wir einen breiten Rücken hinauf. Stets begleitet vom Blick auf den Twenger Almsee, die Twengeralm und in die Radstädter Tauern.
Erst ganz am Ende des Kamms erspäht man den Gipfel. Der Steig ist jetzt felsiger, zwei kurze Steilstufen sind mit Drahtseil versichert, sind aber auch für unsere 13-jährige Begleiterin Amelie kein Problem.
Am Gipfel schauen wir weit in den Lungau und ins Steirische hinein. Alle sind begeistert und freuen sich auf zwei Dinge: Abkühlung und Einkehrschwung! Also schnell retour, kurz im Twenger Almsee abtauchen und runter auf die Terrasse der Twengeralm.
Twengeralm: Ein Stück Lungau auf dem Teller
Ein großer Tisch auf der gemütlichen Holzterrasse ist schnell besetzt und wir bestellen, was die kleine, aber feine Karte hergibt. Auf der Twengeralm klingt der Wandertag genauso aus, wie man es sich nach den stillen Höhen des Großen Gurpitschecks wünscht: mit ehrlicher Gastfreundschaft und regionalen Schmankerln – die mit dem SalzburgerLand-Herkunftszertifikat ausgezeichnet sind.
Nach der Wanderung darf man sich auf der Twengeralm über Köstliches von der Alm und dem Biobauernhof der Familie Kocher freuen – ausgezeichnet mit den SalzburgerLand-Herkunftszertifikat.
Auf 1.900 Metern Seehöhe bewirtschaftet Familie Kocher ihre Alm mit viel Leidenschaft und verarbeitet die Milch ihrer Pinzgauer Kühe und Tauernschecken-Ziegen direkt vor Ort. Daraus entstehen würziger Almkäse, Lungauer Sauerkäse, frische Butter und weitere Spezialitäten, die gemeinsam mit Speck, Würsten und hausgemachten Köstlichkeiten auf der Speisekarte – und jetzt bei uns am Brettl – landen.
Die Sonnenterrasse lädt dazu ein, den Blick noch einmal über die Niederen Tauern schweifen zu lassen, während hausgemachte Bauernkrapfen, eine herzhafte Brettljause, selbstgemachte Sirupe oder ein Glas Buttermilch den perfekten Abschluss der Tour bilden. Vieles stammt direkt von der Alm oder vom eigenen Biobauernhof – regionaler und authentischer geht es kaum.
Besser könnte diese ohnehin schon perfekte Wanderung kaum ausklingen als auf der Twengeralm. Deshalb: Große Empfehlung für alles – den Gipfel, den See, die Alm und Obertauern im Sommer!
Was mich überzeugt: Die Twengeralm ist Mitglied von Salzburg schmeckt. Auf den Tisch kommen regionale Lebensmittel, die mit dem SalzburgerLand Herkunfts-Zertifikat ausgezeichnet sind.
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