“Resozialisierung” für Stadionrowdys

Credit: flickr/iPhone-SoccerWallpaper

Das Thema Stadionverbot sorgt seit jeher für dicke Luft zwischen Fans und Vereinen. Um das Klima zu verbessern startet der BVB ein Pilotprojekt, das es Fans mit der oftmals als Höchststrafe empfundenen Sperre ermöglichen soll, ihre Strafen durch das Ableisten von Sozialstunden zu verkürzen. Das Angebot gilt aber nur für eine bestimmte Altersgruppe.

 

Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund geht auch jenseits der Tabelle neue Wege: Ein neuartiges Projekt soll von einem Stadionverbot betroffenen Fans die Chance geben, die Sperre zu verkürzen. Die „Resozialisierung“ der auffällig gewordenen Fans soll bei gemeinnützigen Diensten wie der Jugendhilfe oder im Seniorenheim stattfinden. Die Rowdys sollen dabei ganz ordentlich eingespannt werden. Schließlich sei die Motivation eine andere als bei den von Gerichten verhängten Sozialstunden. „Es reicht nicht, ein paar Stunden Tischtennis zu spielen“, so BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

„Für jeden ausgesetzten Monat Stadionverbot ist an drei Stunden gedacht“, so BVB-Organisationsleiter Christian Hockenjos. Das könnte beispielsweise bei einem der Dortmunder Altenheimen oder einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie geschehen, die Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert hätten. „Unsere Aufgabe ist es, nicht nur Punkte zu holen, sondern auch soziale Verantwortung zu zeigen“, so Watzke.

Das Angebot richtet sich allerdings ausschließlich an Ersttäter im Alter bis 25 Jahre. In besonders schweren Fällen muss bereits die Hälfte der Strafe verbüßt sein. Eine Kommission soll über jeden Einzelfall entscheiden. Die besteht neben Fan-Vertretern und Hockenjos auch aus einem Geistlichen, Probst Andreas Coersmeier. Der soll in den Gesprächen vermitteln und eine objektivere Sicht mitbringen. „Zwischen alles und nichts gibt es immer etwas Besseres“, so Coersmeier.

Die verhängten Strafen hatten für eine wachsende Distanz zwischen Ultras, Polizei und Verein gesorgt. Bereits vor einigen Monaten hatte man deshalb einen Runden Tisch einberufen, der den Dialog zwischen den Konfliktparteien fördern sollte. „Wir sind stolz darauf, Ultras und die Polizei an einen Tisch gebracht zu haben“, sagte Watzke.

Beim BVB-Fanclub-Holzwickede begrüßt man die Aktion. Im Gespräch mit "Der Westen" sagte der Vorsitzende Carsten Weber, sie hätten zwar selbst im Fanclub keine Probleme mit Stadionverbot gehabt, doch man höre im Umfeld immer wieder davon. „Es kommt so oft vor, dass Fans einfach nur zufällig bei einer Straftat dabei standen und dann willkürlich in „Sippenhaft“ genommen werden. Hier wird ihnen die Chance gegeben, dieses Bild von sich zu berichtigen.“

Laut Bundesliga-Richtlinien kann der Hausherr BVB Prügeleien, Becherwürfe und das Zünden von Feuerwerkskörpern mit einer Stadionsperre bis zu drei Jahren ahnden. Bundesweit sind derzeit rund 3000 Fans von einem Stadionverbot in den 18 Bundesliga-Arenen betroffen, im Dortmunder Signal Iduna Park wird rund 200 Anhängern der Eintritt verwehrt.

 


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