Van Gaal auf dem Ego-Trip

Beim FC Bayern gibt’s dicke Luft. Super-Ego Louis van Gaal wird für den Verein zum Problem. Denn er will bei allem mitreden. Und wenn er seinen Willen nicht bekommt, gibt’s Stunk. Der Erfolgscoach macht sich immer mehr Feinde. Rückt bald die Trainerpersonalie auf die Agenda?

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 Photo: Wikimedia

Dass das selbst ernannte „Feierbiest“, Trainer van Gaal, ein großes Ego hat, ist für Kenner des FC Bayerns kein Geheimnis. Solange sportlich alles rund läuft, ist das auch in Ordnung. Doch wenn es sportlich kriselt, wie in diesem harten Herbst, in dem die erhoffte und von van Gaal versprochene Aufholjagd bisher ausblieb und der Verein auf dem achten Platz der Bundesliga-Tabelle dümpelt, kriselt’s auch auf persönlicher Ebene schnell.

Zurzeit hat der Holländer den halben Verein gegen sich aufgebracht: Mittelfeldstar Franck Ribéry, Präsident Uli Hoeneß, Sportdirektor Christian Nerlinger, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Sie haben den Ego-Trip des Trainers satt.

Nach dem Streit mit Uli Hoeneß vor rund drei Wochen, der den Führungsstil und Personalentscheidungen des Trainers kritisierte, hatte man sich ausgesprochen, voller guter Vorsätze nahm man sich vor in Zukunft häufiger gemeinsam zu tagen und alle anstehenden Themen besprechen. Zum Wohle des Vereins solle künftig verantwortungsvoll zusammengearbeitet werden.

Doch die gute Stimmung ist schon wieder dahin. Diesmal ist es ein beleidigter van Gaal, der sich in Belange einmischt, die ihn nichts angehen. Die von Hoeneß kritisierte van gaalsche „One-Man-Show“. Grund des Unmuts? Van Gaals Äußerungen zur Personalie Schweinsteiger. Er erklärte öffentlich, es sei für den Verein besser den Mittelfeldspieler zu verkaufen, sollte dieser seinen Vertrag bis Saisonende nicht verlängern, um von der hohen Ablösesumme zu profitieren.  „Und meine Vereine haben immer gemacht, was ich gesagt habe. Meine Vereine haben immer viel Geld verdient“, so van Gaal.

Das lassen die anderen Bayern-Egos nicht so einfach auf sich sitzen. Vertragsverlängerungen und Transferentscheidungen sind beim FC Bayern der Kompetenzbereich von Sportdirektor Nerlinger. Der hat den Trainer prompt zurechtgewiesen. „Van Gaal soll uns nicht reich machen. Er soll uns erfolgreich machen. Dafür brauchen wir Spieler wie Schweinsteiger.“ Auch FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge ließ keinen Zweifel daran, wer im Club das Sagen hat: „Das liegt nicht in der Entscheidungsgewalt des Trainers.“

Der Coach steht derzeit ziemlich allein da – und provoziert, wo er nur kann. Trotzig konterte er vor der Champions League-Niederlage in Rom auf Rummenigges Rat, doch dem ein oder anderen Reservisten Spielpraxis zu geben: „Ich denke nicht, dass der Vorstandsvorsitzende die Aufstellung macht.“

Für den streitbaren Trainer gibt es offenbar nur noch zwei Optionen: Entweder räumt ihm die Bayern-Führung uneingeschränkte Befugnisse in allen Belangen ein, oder er geht. Derzeit steuert van Gaal auf die Trennung zu. Dabei hatte der Klub noch im September den Vertrag des Trainers vorzeitig um ein Jahr bis 2012 verlängert. Doch seitdem sammelt van Gaal Minuspunkte. Es wäre nicht verwunderlich, wenn bald eine neue Personalie die Bayern-Führung beschäftigen sollte: die des Trainers.

Magdalena Ehnes bloggt zur Champions League und zum DFB-Pokal

 


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